https://www.faz.net/-gv6-a0pe4

Begehrtes Edelmetall : Goldpreis steigt auf höchsten Stand seit siebeneinhalb Jahren

Goldbarren im Tessin Bild: dpa

Gold wird teuer wie lange nicht mehr. Verlieren die Anleger jetzt also doch die Nerven, nachdem es zuletzt wieder beunruhigende Nachrichten über den Verlauf der Corona-Pandemie gegeben hatte?

          1 Min.

          Die Nachricht klingt etwas nach Krisen-Panik: Der Goldpreis ist am Dienstagnachmittag auf den höchsten Stand seit ungefähr siebeneinhalb Jahren gestiegen. In der Spitze kostete eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) gut 1767 Dollar. Das war immerhin der höchste Stand seit dem Jahr 2012. Wenig beruhigend, dass das Rekordhoch für den Goldpreis aus dem Jahre 2011 von 1921 Dollar noch ein gutes Stück entfernt ist. In Euro gerechnet hatte der Goldpreis in der Corona-Krise bereits Allzeithochs erreicht. 

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Verlieren die Anleger jetzt also doch die Nerven, nachdem es zuletzt international wieder beunruhigende Nachrichten über den Verlauf der Corona-Pandemie gegeben hatte? Auch neue Nachrichten über das angespannte Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und China könnten den Goldpreis beflügelt haben, hieß es an den Finanzmärkten.

          Schwacher Dollar

          Allerdings gab es auch eine Erklärung für das teurere Gold, die nicht so pessimistisch klang. Öl und Gold sind offenbar teurer geworden, weil der Dollar insgesamt schwach war. Und das wiederum war, neben der sicher schwierigen Entwicklung in den Vereinigten Staaten, offenbar zum Teil auch auf vergleichsweise starke Konjunkturdaten aus Europa zurückzuführen. Der vom Marktforschungsinstitut IHS Markit erhobene Einkaufsmanagerindex stieg merklich stärker als erwartet. Besonders positiv überraschte die Entwicklung in Frankreich. Markit-Ökonom Phil Smith sprach aber auch von „zunehmenden Lebenszeichen der deutschen Wirtschaft“.

          „Allerdings sollten Konjunkturfrühindikatoren aktuell nicht eins zu eins in Wachstumsverläufe umgemünzt werden“, warnte Thomas Gitzl, Chefvolkswirt der VP Bank. „Die Wirtschaft wird sich nach dem Pandemie-Schock nur langsam wieder berappeln.“

          Der Dax jedenfalls entwickelte sich nicht schlecht - das spricht dafür, dass der steigende Goldpreis nicht unbedingt ein Zeichen für eine „Flucht ins Gold“ war.  Kurz vor Börsenschluss stand der deutsche Leitindex 1,6 Prozent im Plus auf 12.534 Punkten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Idar-Oberstein: Blumen und Kerzen sind vor der Tankstelle aufgestellt, in der ein Angestellter erschossen wurde.

          Idar-Oberstein : Allgegenwärtige Enthemmung

          Aus den widerlichen Reaktionen im Netz ist nicht auf das Tatmotiv in Idar-Oberstein zu schließen. Man muss aber nicht nach Idar-Oberstein schauen, um zu wissen, dass jeder „Extremismus“ in Bestialität enden kann.
          Wieder mehr USA-Flüge: Vor Corona waren sie Umsatzgarant für Lufthansa.

          Grenzöffnung ab November : Wo die Tücken auf USA-Reisen liegen

          Die Wirtschaft jubelt über die endlich angekündigte Grenzöffnung der USA. Doch für Touristen sind noch einige Fragen offen – zum Beispiel das Reisen mit Kindern. Die Probleme sind allerdings klein im Vergleich zu Reisen nach China.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.