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Krisenangst : Goldpreis in Euro auf Rekordhoch

Handliche Goldbarren für Privatanleger Bild: dpa

Die Konfrontation zwischen Amerika und China lässt Anleger in Gold als vermeintlich sicheren Hafen fliehen. Deutsche Anleger müssen dabei auch auf den Dollarkurs achten.

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          Der Goldpreis hat am Montag in Euro gerechnet den höchsten Stand in seiner Geschichte erreicht, ein sogenanntes „Allzeithoch“. In Dollar dagegen notiert das edle Metall noch unter seinem historischen Höchststand.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Hintergrund ist die Zuspitzung im Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China, die weiterhin die Märkte in Atem hält, wie Alexander Zumpfe vom Edelmetall-Unternehmen Heraeus in Hanau ausführte. „Signifikante Verluste an den Aktienmärkten waren die Folge, die Anleger flüchteten in Sicherheit“, so Zumpfe weiter. Der Goldpreis habe in diesem Umfeld deutlich zugelegt.

          Umgerechnet in Euro erreicht das Edelmetall mit 1393,22 Euro je Feinunze (31,1 Gramm) ein neues Allzeithoch. Der alte Höchststand aus dem Oktober 2012 lag bei 1386 Euro je Feinunze. „Auch in Deutschland beobachten wir einen deutlichen Anstieg des Kaufinteresses von Investoren“, sagte Zumpfe.

          In Dollar gerechnet bewegte Gold sich auf 1600 Dollar zu, das sind allerdings noch mehr als 300 Dollar weniger als das Allzeithoch. Am Montagmorgen kostete Gold 1539,20 Dollar, das waren 0,1 Prozent mehr als am letzten Handelstag. ,,Der historische Höchststand in der amerikanischen Währung aus dem September 2011 lag bei 1921 Dollar.

          Hintergrund der unterschiedlichen Entfernungen zum Rekord in beiden Währungen sind die Wechselkursveränderungen zwischen Euro und Dollar über die Jahre. „Beim Goldpreis-Hoch in Dollar 2011 schwankte der Euro-Dollar-Kurs um 1,40 Dollar je Euro“, sagt Christian Apelt, Devisenfachmann der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). „Bei den heutigen Kursen um 1,11 Dollar je Euro sind wir davon weit entfernt, so dass der Wechselkurs den Unterschied zwischen dem Goldhoch in Euro und dem in Dollar erklärt.“

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          Zumindest viele Analysten hatten sich zuletzt weiter zuversichtlich für den Goldpreis geäußert - von der Commerzbank bis zu vielen Fondsgesellschaften Die Notenbanken werden von den Analysten dabei als unterstützend für den Goldpreis beschrieben, weil sie die Geldpolitik locker halten und zum Teil selbst Gold kaufen. Die Fondsgesellschaft Van Eck meint: „Bei Gold spielt inzwischen die Zinsentwicklung die Hauptrolle, nicht der Dollar.“

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