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Goldpreis : Heftige Aufschläge auf Barren und Münzen

Goldbarren in einen Schweizer Lager von Argor-Heraeus Bild: dpa

Hat die vorhergesagte Beruhigung des Goldmarktes doch nicht eingesetzt? Die Abstände zum Ankaufspreis betragen bei Händlern teils mehr als 30 Prozent.

          2 Min.

          In den ersten Wochen der Krise hatten Deutschlands Privatanleger die Goldhandelshäuser überrannt. Viele Händler berichteten von Schwierigkeiten, überhaupt noch Ware zu liefern. Wer unbedingt physisches Gold haben wollte, sollte dafür hohe Aufschläge zahlen. Doch mittlerweile sollte sich das eigentlich beruhigt haben: Mitte Mai hatten die Goldhändler weitgehend Entwarnung gegeben – insgesamt habe sich die Situation „entspannt“, hieß es etwa beim Edelmetallkonzern Heraeus.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Doch Anleger, die im Augenblick auf der Suche nach Goldmünzen und kleinen Barren sind, berichten etwas ganz anderes. Auf der Internetseite von Degussa Goldhandel, nach Unternehmensangaben „Deutscher Marktführer für Ihre Anlage in Edelmetalle“, finden sich zum Teil sehr große „Spreads“, also Abstände zwischen den An- und Verkaufspreisen.

          Beispiel Krügerrand

          Krügerrand-Goldmünzen zu einer zehntel Unze beispielsweise finden sich dort im Verkauf für 205,50 Euro, im Ankauf werden nur 153 Euro gezahlt. Man zahl also 34 Prozent mehr. Für die Goldmünzen „Wiener Philharmoniker“ zu einer zehntel Unze werden im Ankauf 152 Euro gezahlt, im Verkauf aber 204,70 Euro verlangt. Bei der amerikanischen Münze „American Eagle“ zu einer zehntel Unze gibt es im Einkauf ebenfalls 152 Euro, im Verkauf kostet sie 204,70 Euro. Und bei der australischen Silbermünze „Koala“ liege der Spread in manchen Ausführungen bei 51 Prozent, berichten Kauf-Interessenten: „Das holt man als Anleger nie rein.“

          Das Unternehmen teilte dazu auf Anfrage mit, im Zusammenhang mit der Corona-Epidemie sei es innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette zu Engpässen gekommen. Darüber hinaus sei die Lieferung bestimmter Anlagemünzen aus dem Ausland teilweise unterbrochen worden. Das schwierige Marktumfeld habe zur Folge gehabt, dass sich die Preise in Relation zum Goldmarktpreis allgemein erhöht hätten.

          Hinzu kämen die aktuell steigenden Kosten für Händler im Transport- und Logistikbereich. Die obigen Faktoren hätten auf dem Höhepunkt der Pandemie zur Folge gehabt, dass ein erheblicher Mangel im Angebotsbereich einer enormen Nachfrage gegenübergestanden habe. „Punktuell“ sei das immer noch so. „Auch in den Monaten April und Mai 2020 verzeichnete die Degussa ein in der gesamten zehnjährigen Firmengeschichte nicht gesehenes Anfragevolumen.“

          Keine Entspannung

          Die Aufschläge auf den Goldpreis seien insgesamt „leicht runtergegangen“, es gebe aber noch keine „Entspannung“, sagte Robert Hartmann von der Goldhandelskette Pro Aurum. In der Branche wundere man sich selbst allerdings über die großen Preisunterschiede zwischen verschiedenen Anbietern. Das Aufgeld („Agio“) auf den Goldpreis bei Krügerrand-Münzen, das kleiner ist als der „Spread“, liegt nach seinen Angaben derzeit bei ungefähr 6,1 Prozent. In der Spitze seien es fast 13 Prozent gewesen, normal seien etwa 3 bis 4 Prozent. Beim „Wiener Philharmoniker“ betrage das Aufgeld derzeit etwa 5,6 Prozent. Weiterhin ungewöhnlich teuer seien hingegen der „American Eagle“ und die amerikanische Goldmünze „Buffalo“, die jeweils noch mal deutlich über dem „Philharmoniker“ lägen.

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