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Edelmetallprognose : Rekord für den Goldpreis im Blick

Steigt der Goldpreis im nächsten Jahr mit dem Ende der Zinserhöhungen? Bild: dpa

Die Edelmetallkonzern Heraeus erwartet in den nächsten Monaten ein neues Allzeithoch für den Goldpreis – allerdings in Euro gerechnet. Was steckt dahinter?

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          Der Edelmetallkonzern Heraeus aus Hanau erwartet in den kommenden Monaten ein neues Allzeithoch für den Goldpreis – allerdings in Euro gerechnet. „Gold dürfte in Euro ein Rekordhoch erklimmen“, schreibt das Unternehmen in seiner Edelmetallprognose für 2023, die am Dienstag vorgelegt wurde.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Henrik Marx, Leiter des Heraeus-Edelmetallhandels, erläuterte: In Dollar gerechnet erwartet das Unternehmen für das kommende Jahr einen Goldpreis in der weiten Spanne zwischen 1620 und 1920 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Derzeit liegt der Preis bei rund 1780 Dollar. Hier dürfte der Rekord von 2075 Dollar, der vom August 2020 stammt, so schnell nicht erreicht werden. In Euro gerechnet allerdings sei der Preis von seinem Hoch von 1870 Euro je Unze vom März 2022, kurz nach Beginn des Ukrainekriegs, nur rund 10 Prozent entfernt.

          Notenbanken kaufen 700 Tonnen Gold

          Die Goldfachleute von Heraeus erwarten, dass mit dem Ende der Zinserhöhungen der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB) sich die Chancen für einen Preisanstieg des zinslosen Edelmetalls verbessern dürften. Den Hauptgrund für das eher schwache Abschneiden von Gold als Anlageprodukt im laufenden Jahr sehen sie darin, dass durch die steigenden Zinsen die sogenannten Opportunitätskosten für die Goldhaltung gestiegen seien; das heißt, andere, verzinste Geldanlagen wie beispielsweise Anleihen seien attraktiver geworden. Zuletzt habe es aber schon wieder erste Zuflüsse zu börsengehandelten Gold-Indexfonds (ETF) gegeben.

          Zudem hätten die Notenbanken viel Gold gekauft. Zusammen kämen diese bisher in diesem Jahr auf Goldkäufe von rund 700 Tonnen. Das sei der höchste Wert seit 1967. Es seien unterschiedliche Notenbanken gewesen, die da zugeschlagen hätten, sagte Marx, unter anderem die der Türkei. Die großen Notenbanken wie die Fed oder die EZB seien nicht dabei. Motiv sei wohl oft, sich unabhängiger vom Dollar zu machen. Die niederländische Notenbank aber habe unlängst in einer Veröffentlichung auch auf die Bedeutung von Gold für Notenbanken in extremen Krisensituationen verwiesen.

          Für Silber erwartet Heraeus im kommenden Jahr eine Spanne beim Preis zwischen 17 und 25 Dollar je Feinunze. Aktuell steht der Preis beim 22,50 Dollar. Für Platin sieht das Unternehmen die Spanne zwischen 800 und 1150 Dollar – und der Preis für Palladium könnte sich nach der Einschätzung der Fachleute zwischen 1300 und 2250 Dollar bewegen.

          Palladium von Russland-Sanktionen ausgenommen

          Beim Palladium gibt es von Nachfrage- wie von der Angebotsseite her interessante Entwicklungen: Das Metall wird zu 80 Prozent in der Autoindustrie verwendet, und da oft für Katalysatoren. Von denen aber dürften weniger gebraucht werden, wenn mehr Menschen Elektroautos kaufen. Zudem wird Palladium in der Industrie teils durch Platin ersetzt. Deshalb gehöre Palladium tendenziell zu den Verlierern unter den Metallen, meint Heraeus.

          Allerdings sei Russland nach wie vor ein sehr wichtiger Lieferant mit rund 40 Prozent der globalen Förderung. Bislang das Metall von den Russland-Sanktionen ausgenommen. Edelmetall-Fachmann Marx sagte, er rechne auch nicht damit, dass der Westen das Metall noch auf die Embargo-Listen setzen werde: „Der Schaden wäre zu groß.“ Insbesondere diene Palladium in den Katalysatoren ja dem Umwelt- und Klimaschutz. Turbulenzen auf dem Palladiummarkt durch ein Russland-Embargo könnten das Erreichen der Klimaziele im Verkehr zusätzlich noch schwerer machen.

          Gold war in der Vergangenheit bisweilen auch mal mit Bitcoin verglichen worden. Heraeus meint aber, beide Anlageklassen seien eigentlich nicht vergleichbar. Kurse für Bitcoin von mehr als 60 000 Dollar in der Vergangenheit seien nur eine „Folge der extrem lockeren Geldpolitik“ gewesen, meinte Heraeus-Edelmetall-Fachmann Marx: „Das werden wir die nächsten Jahre nicht wieder sehen.“ Aktuell stehen Bitcoin bei rund 17 000 Dollar. Marx verwies unter anderem auf den Unterschied zwischen Gold und Bitcoin hinsichtlich der Volatilität: „Die Bewegung des Goldpreises in einem Monat gibt es bei Krypto an einem Tag.“

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