https://www.faz.net/-gv6-a3oej

Unter 1900 Dollar : Goldpreis fällt zurück auf den Stand vom Juli

Barren-Stapel: Die Goldkäufe der Notenbanken haben zuletzt einen Tiefstand erreicht, wie das World Gold Council berichtet. Bild: AP

Ist die Goldpreis-Rally vorbei? Oder bekommt Gold womöglich in Zeiten negativer Zinsen eine grundsätzlich neue Funktion als Geldanlage?

          2 Min.

          Der Goldpreis hat sich wieder deutlich von seinem Rekordhoch von 2075 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) entfernt. Am Mittwoch fiel der Preis unter die Marke von 1900 Dollar, am Donnerstag ging es bis auf weniger als 1850 Dollar herunter. Damit erreichte er wieder einen Stand wie im Juli, bevor der letzte große Preisanstieg und ein regelrechtes Goldfieber einsetzten. Die Analysten der Commerzbank sprechen nun vom „Herbstblues“, der die Goldwelt ergriffen habe. Noch stärker als Gold habe es zuletzt Silber getroffen, dessen Preis seit Wochenbeginn um 14 Prozent gefallen sei. Am Markt machten die meisten den wieder etwas teureren Dollar für den Edelmetall-Preisverfall verantwortlich.

          Der Druck geht vom Dollar aus

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Der Hauptdruck auf Gold, aber auch auf Silber, geht derzeit vom festeren Dollar aus“, sagte Alexander Zumpfe, Goldhändler beim Edelmetallkonzern Heraeus. Bei einer Aufwertung des Dollars werde die Feinunze für all diejenigen teurer, die mit anderer Währung Gold kauften, erklärte Frank Schallenberger, Gold-Analyst der Landesbank Baden-Württemberg. Gold befinde sich nach dem Anstieg auf ein Allzeithoch jetzt in Konsolidierungsstimmung, meinte Goldhändler Zumpfe. Die deutschen Privatanleger hielten sich auch auf dem niedrigeren Preisniveau noch mit Käufen zurück. Etwas anders sehe es bei den internationalen ETFs aus, also börsengehandelten Indexfonds auf Gold, die global weiterhin Zuflüsse verzeichneten.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Wohnträume wie dieser haben zwar nichts mit der Realität des Durchschnittsbürgers zu tun, werden aber in Magazinen gern inszeniert.

          Wie Corona das Wohnen ändert : Zeiten der Abschottung

          Ob man sich vor Corona schützen kann, ist auch eine Platzfrage. Während sich die einen in ihren Domizilen verschanzen, fällt den anderen die Decke auf den Kopf. Wir müssen Wohnen neu denken.