https://www.faz.net/-gv6-9xtb9

Knappes Krisenmetall : Privatanleger bunkern Gold

Mitte März warten Kunden vor einem Goldshop in Dresden. Bild: dpa

Nachdem Anleger sich mit Gold eingedeckt haben, schließt der Goldhändler Pro Aurum seine Filialen und den Onlineshop wegen Lieferengpässen vorübergehend.

          1 Min.

          Der Goldpreis ist in der Nacht zum Dienstag bis auf 1585 Dollar je Feinunze gestiegen. Seit Montagvormittag hat sich Gold damit um fast 100 Dollar verteuert. Auslöser seien die Rettungsmaßnahmen der amerikanischen Notenbank Fed gewesen, die auch für ein vorläufiges Ende des Dollar-Höhenfluges gesorgt hätten, schreiben die Analysten der Commerzbank. Zugleich mehreren sich die Nachrichten über Schwierigkeiten bei den Lieferketten für Goldbarren und -münzen.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das Goldhandelshaus Pro Aurum hat nach den Filialen auch seinen Online-Shop bis einschließlich Mittwoch geschlossen, weil der Werttransportlogistiker Prosegur keine Lieferungen an Privatpersonen mehr durchführe.

          Danach werde der Shop mit einer stark eingeschränkten Produktauswahl wieder eröffnen, kündigte das Unternehmen an. Man habe eine sehr große Zahl von Order-Wünschen. Zum Teil soll das Gold bei hohen Werten künftig nicht mehr ausgeliefert, sondern im Hochsicherheitslager eingelagert werden.

          Goldhamster

          Große Gold-Verarbeitungsanlagen in der Schweiz in Grenznähe zu Italien sind offenbar runtergefahren. Aus Südafrika gebe es noch gewisse Lieferungen, aus Kanada und den Vereinigten Staaten nicht mehr, sagte Robert Hartmann, Geschäftsführer bei Pro Aurum.

          Zudem haben Privatanleger bereits in den vergangenen zwei Wochen erheblich Gold gekauft, die Rede war vom „Hamstern wie beim Klopapier“, während der Goldpreis an den internationalen Finanzmärkten zunächst gesunken war, weil internationale Investoren Vermögenstitel aller Art verkauften, bevor sich das jetzt offenbar etwas drehte.

          Auch der große Goldfonds SPDR Gold hat am Montag erstmals seit zehn Tagen wieder einen Zufluss verbucht, der mit 16 Tonnen zudem beträchtlich ausfiel, wie die Commerzbank schreibt.

          Weitere Themen

          Sparkassen verschieben Deka-Dividende

          Druck der Bankenaufsicht : Sparkassen verschieben Deka-Dividende

          Die Eigentümer der Deka beugen sich dem Druck der Bankenaufsicht – auch der Vermögensverwalter Amundi packt die Dividende in die Reserve. Der Konkurrent DWS dagegen hält noch an seinem Dividendenplan fest.

          Topmeldungen

          Ein Bild aus besseren Tagen: Olaf Scholz, Christine Lagarde, Paolo Gentiloni und Bruno Le Maire Mitte Februar in Brüssel

          Ideen von Scholz und Le Maire : EU-Kompromiss zu Corona-Hilfen in Sicht

          Die Politik will den schrillen EU-Streit um Maßnahmen in der Coronakrise deeskalieren. Deutschland und Frankreich verständigen sich auf drei Schritte, die Niederlande machen ein Friedensangebot. Umstritten bleiben die Corona-Bonds.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.