https://www.faz.net/-gv6-9d9jx

Glyphosat-Sorgen : Urteil löst Verkaufswelle bei Bayer-Aktie aus

  • Aktualisiert am

Monsantos Unkrautvernichter Roundup Bild: AFP

Nach einer Verurteilung auf hohen Schadenersatz fällt der Kurs der Bayer-Aktie stark. Weitere Klagen sind anhängig, die Folgen derzeit schwer einschätzbar.

          1 Min.

          Klagen aus Amerika wegen Unkrautvernichter mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat, die Bayer finanziell massiv unter Druck setzten könnten, beunruhigen die Aktionäre. Der Aktienkurs des Konzerns fällt am Morgen um fast 10 Prozent auf 84,56 Euro. Das ist der tiefste Stand seit Mai 2016.

          Der jüngst von Bayer übernommene amerikanische Saatgutkonzern Monsanto soll die Krebsrisiken seines Unkrautvernichters Roundup verschleiert haben und soll einem Krebspatienten Schadenersatz in Höhe von 289 Millionen Dollar zahlen. Monsanto wird dagegen in Berufung gehen. Das Unternehmen ist mit tausenden ähnlichen Klagen konfrontiert, weist aber einen Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und dem Kontakt zu seinen Produkten zurück.

          Vorsichtige Analysten

          Grundsätzlich ist es in den Vereinigten Staaten zwar nicht ungewöhnlich, dass die Strafzahlungen bei solchen Verfahren später erheblich verringert oder Urteile in der nächsten Instanz wieder kassiert werden. Analyst Michael Leacock vom Investmenthaus Mainfirst senkte dennoch sein Kursziel für die Bayer-Papiere in einer ersten Reaktion von 135 auf 90 Euro und stufte sie von „Outperform“ auf „Neutral“ ab. Die Unsicherheit dürfte lange auf den Aktien lasten. Mit dem ersten Prozess stehe zwar nichts fest, er gebe aber den Ton vor.

          Aktuell ging es bei dem Urteil nur um einen Einzelfall, doch weil es die erste Entscheidung überhaupt war, stand das Verfahren stark im Fokus der Öffentlichkeit. Die harte Strafe könnte deshalb besonders große Imageschäden anrichten.

          Analyst Stephen McGarry von der britischen Bank HSBC warnte Bayer-Aktionäre davor, in Panik zu verfallen. So gehe der Konzern gegen das Urteil vor. Allerdings sehe der Monsanto-Kauf im Lichte des Urteils mittlerweile nicht sonderlich klug aus Bayer werde sich rechtfertigen müssen, wie genau es die rechtlichen Risiken analysiert habe.

          BAYER

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Bei der Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal Anfang September sollte nun besonders genau darauf geachtet werden, wie viel Geld Bayer für Risiken im Zusammenhang mit Glyphosat zurückgestellt habe. McGarry stuft die Aktien weiter mit „Hold“ mit einem Kursziel von 104 Euro ein.

          Den Bayer-Aktien, die sich zuletzt etwas gefangen und auch die Kapitalerhöhung zur Finanzierung des Monsanto-Kaufs gut weggesteckt hatten, droht nun eine Fortsetzung ihres seit Mitte 2017 anhaltenden Abwärtstrends. Bayer hatte erstmals im Mai 2016 über die Absicht informiert, Monsanto zu übernehmen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Robert Habeck und Annalena Baerbock sprechen die Sprache der grünen Neumitglieder.

          Eintrittswelle : Die neuen Grünen

          Anderen Parteien laufen die Mitglieder weg. Aber die Grünen, die gerade in Bielefeld auf ihrem Bundesparteitag zusammenkommen, können sich vor Aufnahmeanträgen kaum retten. Das schafft Probleme.
          Flugzeug von Korean Air in Frankfurt (Archivbild)

          Korean Air : Flugzeug-Kollision auf dem Frankfurter Flughafen

          Eine Boeing 777 der Korean Air ist in Frankfurt mit einem Flugzeug aus Namibia zusammengestoßen. Beide Maschinen wurden beschädigt. Den Unfall untersucht die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.