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Glasfasern : JDS Uniphase sieht Stabilisierung

  • Aktualisiert am

Springt die Nachfrage nach Glasfaser-Kabeln bald wieder an? Bild: dpa

Mehr als 19 Prozent legten die Aktien von JDS Uniphase zu. Das Unternehmen sieht eine Stabilisierung der Geschäfte.

          2 Min.

          Die Meldung trifft am Montag auf ausgetrocknete Investoren: JDS Uniphase sieht Anzeichen einer Stabilisierung der Geschäfte. Die Aktie steigt darauf hin im New Yorker Handel um 19,2 Prozent auf 6,39 Dollar.

          „Auch wenn sich die Abschwächung bei unseren Absatzmärkten noch nicht umgedreht hat, so sehen wir doch frühe Anzeichen einer Stabilisierung“, teilte CEO Jozef Straus mit. Während Ergebnisprognosen im derzeitigen Umfeld weiter schwierig wären, habe sich die Fähigkeit zur Abgabe von Umsatzprognosen verbessert.

          Umsatz bleibt hinter Erwartungen zurück

          Für das erste Quartal, das am Samstag endet, rechnet JDS Uniphase mit einem Umsatz von 325 Millionen Dollar. Analysten hatten durchschnittlich mit 357 Millionen Dollar gerechnet. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch 786,5 Millionen Dollar erwirtschaftet. Bereits im Juli hatte der Glasfaser-Komponenten-Hersteller erklärt, die ursprünglich anvisierten 450 Millionen Dollar Umsatz nicht zu erreichen.

          Die Kursgewinne bei JDS Uniphase sollten Investoren mit Vorsicht genießen. Der Markt war nach den herben Verlusten der Vorwoche reif für eine Gegenbewegung. Und da stürzen sich Investoren auf die guten Nachrichten. Für ein mittelfristiges Investment überwiegen derzeit noch die Risiken für die Aktie.

          Analysten rechnen noch immer mit nachlassenden Investitionen im Bereich Kommunikationsausrüstung. Lehman Brothers sieht die Investitionen im kommenden Jahr um 35 Prozent zurück gehen. Qwest teilte ebenfalls zuletzt mit, man wolle weniger Geld in die Ausrüstung von Kommunikationskomponenten lenken. Aber gerade von diesen Investitionen ist JDS Uniphase abhängig.

          Abschreibungsbedarf ungewiss

          Zudem sitzt JDS Uniphase auf einem Berg von Beteiligungen mit Abschreibungsbedarf. Jüngstes Beispiel ist die deutsche Adva, an der JDS Uniphase beteiligt ist und die am Montag eine Umsatzwarnung gegeben hat. Trotz des bereits niedrigen Kursniveaus gab die Aktie von Adva noch um weitere 14 Prozent nach. Und jeder Euro Kursverlust bei Adva bedeutet auch Abschreibungsbedarf bei JDS.

          Das Beteiligungsportfolio bescherte JDS Uniphase zuletzt katastrophale Unternehmenszahlen. Im Geschäftsjahr 2000/2001 (30. Juni) hatte JDS Uniphase mit 56,1 Milliarden Dollar den größten Verlust in der amerikanischen Unternehmensgeschichte verbucht. Die Verluste resultieren größtenteils aus Abschreibungen auf Firmenwerte, da die Kanadier sich zu wesentlich höheren Preisen bei anderen Unternehmen eingekauft haben, deren Werte sich mit dem Platzen der Technologieblase in Luft auflösten.

          Ciscos Aussagen verpufften

          Außerdem ist fraglich, ob sich die um Rezession besorgten Anleger mit vagen Formulierungen zu einem nachhaltigen Engagement in die Aktie bewegen lassen. Cisco hatte bereits Ende August ebenfalls von einer Stabilisierung gesprochen. Die Aktie hat dennoch bis zum 11. September 14 Prozent verloren, in der vergangenen Woche sogar noch einmal 16 Prozent. Am Montag gewannen die Titel allerdings 47 Cents auf 12,56 Dollar.

          Das Beispiel von Cisco zeigt, dass die Börse in diesen unsicheren Zeiten mehr braucht als Lippenbekenntnisse. Erst wenn sich in den Auftragseingängen tatsächlich eine Verbesserung abzeichnet, können die Chefs von Cisco und JDS Uniphase mit nachhaltigen Kursgewinnen rechnen.

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