https://www.faz.net/-gv6-9nyo6

Preiskampf in Afrika : Darum könnte Schokolade bald mehr kosten

  • Aktualisiert am

Ein Mitarbeiter des Landguts „Clave de Oro“ in Brasilien zeigt Kakaobohnen im Fermentationsprozess. Bild: dpa

Ghana und die Elfenbeinküste fordern einen höheren Mindestpreis für Kakao. Die Märkte reagierten sofort – schließlich handelt es sich um die größten Produzenten der Welt.

          Schokolade könnte bald teurer werden: Die Preise für Kakao stiegen am Mittwoch scharf an, nachdem die zwei wichtigsten Produktionsländer einen Verkaufsstopp verkündeten. Die beiden westafrikanischen Länder Ghana und Elfenbeinküste forderten bei einem Treffen mit Käufern in Accra am Mittwoch einen Mindestpreis von 2600 Dollar (2302 Euro) pro Tonne des Schokoladenrohstoffes. Der Tonnenpreis stieg daraufhin im Tagesverlauf im New Yorker Handel auf 2540 Dollar, ein Anstieg um 1,4 Prozent.

          Der Chef des staatlichen Ghana Cocoa Board, Joseph Boahen Aidoo, sagte bei einer Pressekonferenz, die Forderungen seien grundsätzlich akzeptiert worden. Bei einem Folgetreffen solle die Umsetzung der Vereinbarung erörtert werden. Bis dahin würden Ghana und die Elfenbeinküste den Verkauf der Ernte 2020/2021 aussetzen. Er sprach von einem „historischen“ Schritt. Jahrelang hätten die Käufer den Preis bestimmt.

          Die beiden Länder zeichnen für 60 Prozent der weltweiten Kakaoproduktion verantwortlich. Yves Kone, Chef des ivorischen Kaffee- und Kakaorats, forderte einen Preis, der auf „eine annehmbare Vergütung“ für die Mühen der Arbeiter hinauslaufe. Der Kakaomarkt ist rund 100 Milliarden Dollar wert, von denen nur 6 Milliarden an die Produzenten gehen.

          Weitere Themen

          „Es gibt keine Schuldenkrise“

          EZB-Konferenz in Sintra : „Es gibt keine Schuldenkrise“

          Die Eurozone braucht eine expansive Finanzpolitik und weniger strenge Schuldenregeln, sagt der Ökonom Olivier Blanchard bei der EZB-Konferenz in Sintra. Strukturreformen alleine genügten nicht, um das Wirtschaftswachstum zu beleben.

          Topmeldungen

          Ehemaliger Lebensmittelladen in Loitz: Der Solidaritätszuschlag dient in erster Linie zur Finanzierung der Kosten, die die deutsche Wiedervereinigung verursacht hat. (Archiv)

          Wortbruch der Union : Soli-Schmerzen

          Dass ein Teil des Soli bleibt, dürfte für die Betroffenen finanziell zu verschmerzen sein. Nicht aber der Wortbruch der Union – und das bittere Gefühl, dass ihr Sondereinsatz für das Land nicht einmal wertgeschätzt wird.
          Trotz Sanktionen: Schweißer arbeiten Anfang April im Karosseriebau des Mercedes-Benz Werks im Industriepark Jessipowo bei Moskau

          Russland-Sanktionen : Der Preis des Zurückweichens

          Die Russland-Sanktionen waren ein Signal. Deren Aufhebung wäre es erst recht – die EU würde damit demonstrativ vor Moskaus Politik der Gewalt und Drohung zurückweichen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.