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GFT warnt : Bis zu 20 Prozent Kursverlust für Stuttgarter IT-Firma

Die Unternehmenszentrale der GFT Technologies steht in Stuttgart. Bild: GFT

Zwei wichtige Kunden des IT-Unternehmens GFT sparen. Die Folgen davon haben die Unternehmensführung kalt erwischt. Die Anleger reagieren deutlich.

          Die Nachricht sorgte für einen drastischen Kursrutsch von zeitweise bis zu 20 Prozent: GFT bekommt den Sparkurs zweiter Großkunden zu spüren und senkt daher die Umsatzprognose für dieses Jahr und auch noch mittelfristig. Das Ergebnis wiederum wird nicht nur wegen der fehlenden Umsätze schlechter ausfallen, sondern auch weil die eigene Restrukturierung des auf den Finanzsektor spezialisierten Stuttgarter IT-Spezialisten viel Geld kostet.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          Vor Zinsen und Steuern erwartet GFT jetzt nur noch ein Ergebnis von 26 Millionen Euro nach 35 Millionen Euro im Vorjahr. Das operative Ergebnis (Ebitda) soll nach den aktuellen Plänen noch 42 Millionen Euro erreichen, das wäre eine Marge von knapp 10 Prozent. „Wir brauchen lediglich etwas mehr Zeit“, versuchte die neue Vorstandschefin Marika Lulay die Bedeutung der Nachrichten zu relativieren.

          Statt im Jahr 2020 werde GFT nun erst im Jahr 2022 das Umsatzziel von 800 Millionen Euro und eine operative Marge von 12 Prozent (vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) erreichen. Für dieses Jahr schraubt sie die Erwartungen für den Umsatz von 450 auf 425 Millionen Euro zurück, das wäre minimal mehr als im vergangenen Jahr.

          Allein die Sparprogramme der britischen Bank Barclays und der Deutschen Bank führen zu einem Umsatzrückgang von 37 Millionen Euro in diesem Jahr, heißt es. Das könne durch das Wachstum mit den übrigen Kunden nicht kompensiert werden.

          Die Neuausrichtung des GFT-Vertriebs aber zeige erste Erfolge. In Nordamerika sei eine große Retailbank als Kunde gewonnen worden, mit dem ein strategisches Digitalisierungsprogramm umgesetzt werde. Die Investoren reagierten umso erschrockener, als die GFT Technologies SE erst vor wenigen Tagen zum Capital Market Day geladen hatte und sie dort nun von den Nachrichten kalt erwischt wurden. Am Vormittag, nach Veröffentlichung der gesenkten Gewinnprognose, fiel der Kurs der im Tec-Dax notierten GFT-Aktie unter 15,50 Euro. Das ist ein Fünftel weniger als noch am Freitag für das Papier bezahlt wurde und nur noch halb so viel wie um den Jahreswechsel 2016. Am Nachmittag liegt der Kurs noch 11 Prozent unter dem Schlusskurs von Freitag.

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