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Gewinneraktien : Marathonläufer Beiersdorf

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FAZ.NET-Serie: Die „Felsen in der Brandung” Bild:

Langsam, aber stetig klettert der Kurs von Beiersdorf seit 19 Jahren, unterbrochen nur von Konsolidierungspausen.

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          Beiersdorf liefert die Performance, die Achim Matzke, technischer Analyst bei Commerzbank Securities Index , als technischen Marathonlauf bezeichnet. Die Aktie ist in einem sehr langen Aufwärtstrend, der 1982 bei Kursen von sechs Euro begann und im August bei 140 Euro zunächst endete.

          Die Terroranschläge in den USA haben allerdings auch die Kondition der Hamburger geschwächt und den Kurs bis auf 115 Euro gedrückt. Am Dienstag notiert die Aktie bei 119,22 Euro und damit knapp zwei Prozent unter dem Schlusskurs vom Vortag. Dennoch im vergangenen Jahr entwickelts sich der Kurs deutlich besser als der Dax-100 (vgl. untenstehenden Chart.

          Beiersdorf gibt Geborgenheit

          Bewegte sich die Aktie in der großen Hausse von 1999/2000 seitwärts, weil den Anlegern die Konsumindustrie langweilig erschien, kippte das Interesse in der Baisse wieder zu Gunsten der soliden Investments. Beiersdorf gibt Anleger vor allem mit dem Produktportfolio Geborgenheit. Mit Nivea und Hansaplast hält der Konzern einige der stärksten deutschen Marken.

          Und das Unternehmen will weiter wachsen. So plant Beiersdorf 2001 den Umsatz um drei Prozent auf 880 Millionen Euro zu erhöhen mit einer Ebit-Marge von fünf Prozent. Die Analysten von ABN Amro halten die Prognosen des Managements für konservativ und rechnen mit einem Umatz von 905 Millionen Euro und einer Ebit-Marge von 5,5 Prozent.

          Auf Sicht von fünf Jahren will Beiersdorf den Umsatz um 50 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro steigern. Die Ebit-Marge soll auf zehn Prozent klettern, allerdings gibt das Management hierfür keinen Zeitrahmen vor. „Diese Ziele halten wir nicht für unrealistisch. Allerdings bedingen sie hohe Marketingausgaben, um neue Märkte zu penetrieren“, meinen die Experten von ABN Amro. Die Ebit-Marge sehen die Analysten in fünf Jahren Richtung acht Prozent klettern.

          Bewertung beunruhigt

          Gestützt wird die Aktie auch von den immer wieder aufkeimenden Übernahmegerüchten. Die Großaktionäre Allianz und Tchibo könnten sich im Zuge der Steuerreform überlegen, ob sie ihre Beteiligung möglicherweise ohne Abgaben an den Fiskus versilbern. Als Interessenten gelten internationale Konsumgüterkonzerne wie etwa Smith & Nephew, mit dem Beiersdorf bereits ein Joint Venture gegründet hat.

          Keine Frage, Beiersdorf ist ein solides Investment, aber nach der guten Performance auch nicht mehr billig. ABN Amro rechnet für 2001 mit einem Gewinn je Aktie von 3,17 Euro und für 2002 mit 3,80 Euro. Dies entspricht immerhin einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 37,6 für 2001 und von 31,4 für 2002. Damit ist die Bewertung wesentlich höher als bei den meisten Dax-Unternehmen und damit spiegelverkehrt zur letzten Hausse.

          So besteht die Gefahr, dass bei einem sich abzeichnenden Aufschwung an der Börse die hohe Bewertung wieder abgebaut wird, weil Investoren ihr Augenmerk wieder auf die Standardwerte lenken.

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