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Frankfurter Finanzjournalismus : Zeitungen im Gründungsfieber

Die Alte Börse am Paulsplatz in Frankfurt am Main. Stahlstich von Lang und Dielmann aus den 1840er-Jahren. Bild: Historisches Museum Frankfurt

Die Revolution von 1848 und Spekulationswellen an der Börse stehen am Beginn der Geschichte des Finanzjournalismus in Frankfurt. Wenig regulierte Finanzmärkte und ein im Entstehen befindlicher Journalismus muteten an wie der Wilde Westen.

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          Im Jahre 1854 erschien in Frankfurt die erste Ausgabe der Zeitung „Der Aktionär“, die auf ihrer Ti­telseite über ihr Programm und ihre Herausgeber informierte: „Central-Organ für Fonds- und Aktienbesitzer in Eisenbahnen, Versicherungen, Banken und industrielle Unternehmungen nebst Anzeiger für amerikanische Fonds und Effecten und Frankfurter Verlosungsanzeiger. Herausgegeben von Dr. Hermann Scherer.“ Gedruckt wurde die wöchentlich erscheinende Zeitung von dem heute noch existierenden Un­ternehmen C. Adelmann, die Räume der Redaktion befanden sich in der nicht weit vom Römer entfernten Buchgasse.

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

          Die Geschichte des Finanzplatzes Frankfurt ist weit mehr als in ihren Grundzügen gut bekannt. Die Geschichte der Entstehung des Finanzjournalismus in Frankfurt verdient jedoch gewiss noch viele Forschungen. Die Entwicklung Frankfurts als eines bedeutenden und international vernetzten Finanzzentrums, der ab der Mitte des 19. Jahrhunderts nachlassende Druck der staat­lichen Zensur auf die Zeitungen sowie die durch Demokratisierung, wirtschaftlichen und technischen Fortschritt un­terstützte Herausbildung eines städtischen Bürgertums haben eine wachsende Nachfrage nach Finanzjournalismus un­terstützt: Mit wachsendem Wohlstand in­­teressierten sich immer mehr Menschen für die Kapitalbildung.

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