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Geschäftszahlen : Wer schwimmt gegen den Branchentrend?

  • Aktualisiert am

Am Donnerstag nach Börsenschluss an der Wall Street stehen zwei Computerhersteller im Blickpunkt. Sowohl Dell als auch Hewlett-Packard legen Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal vor.

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          Wenn die Dell Computer Corp am Donnerstag ihre Quartalszahlen vorlegt, dann dürfte die Anleger neben dem Ausblick vorrangig interessieren, ob der Computerhersteller im Rahmen seiner eigenen Gewinnwarnung bleibt. Vor drei Wochen nämlich zog Dell die Notbremse und korrigierte seine Gewinnprognose für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2000 auf 0,18 bis 0,19 Dollar je Aktie. Zuvor hatte Dell noch einen Gewinn von 26 Cents je Aktie angepeilt. Von First Call/Thomson Financial befragte Analysten haben ihre Erwartungen entsprechend gesenkt und gehen nun im Mittel von 19 Cents je Aktie aus.

          Der Computerhersteller hatte die Rücknahme der Gewinnprognose wie so viele andere Technologiekonzerne mit der Verschlechterung der weltweiten wirtschaftlichen Bedingungen sowie einer sich abschwächenden Nachfrage für Computersysteme und -dienstleistungen begründet. Erste Folgen der eingetrübten Lage sind schon sichtbar: Am Donnerstag kündigte Dell die Entlassung von 1.700 Beschäftigten an.

          Stockende Jagd nach Marktanteilen

          Unterdessen werden an der Wall Street die Stimmen derer lauter, die Dell die Fähigkeit absprechen, fallende Komponentenpreise dafür nutzen zu können, den Mitbewerbern Compaq, und Hewlett-Packard Marktanteile abzujagen. “Dell war bei der Preisgestaltung immer sehr aggressiv. Als die Preise für Speicher gesunken sind, hat das Unternehmen sofort darauf reagiert“, formulierte Don Young, Analyst bei UBS Warburg. Aus den jüngsten Entwicklungen habe Dell jedoch keine Vorteile mehr schlagen können. Young etwa hatte bis Januar zum vierten Mal seit August 2000 seine Prognose für das vierte Quartal gesenkt.

          Weil viele Analysten nicht mehr davon überzeugt sind, dass das texanische Unternehmen gegen den Branchentrend schwimmen kann, haben sie auch ihre Jahresprognosen für 2001 reduziert. Deshalb dürfte der Ausblick, den Dell seinen Anlegern gibt, für die kurzfristige Kursentwicklung nach Bekanntgabe der Zahlen entscheidend sein. Angesichts der etwas eingetrübten Konjunkterwartungen in den USA wird es dabei auf den von Dell bisher nicht gescheuten Vergleich mit den Branchenkonkurrenten ankommen.

          Auch HP leidet unter Branchenschwäche

          Denn auch Wettbewerber Hewlett-Packard leidet unter dem Nachfrageeinbruch bei PCs. Nach einer Gewinnwarnung des Konzerns im Januar rechnen Analysten nun mit einem Nettogewinn von 37 Cents je Aktie im ersten Geschäftsquartal. HP begründete die niedrigere Erwartungen mit einer “zunehmenden Vorsicht“ der Kunden bei IT-Ausgaben. Hewlett-Packard erwartet im Berichtsquartal ein Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich. Gespannt dürften die Analysten vor allem auf den Ausblick des Unternehmens sein. Der Computerhersteller hatte bereits erklärt, eine Verbesserung des Geschäfts nicht während der ersten Jahreshälfte zu erwarten. Die Prognosen für das Gesamtjahr wurden von Hewlett-Packard zunächst unverändert belassen.

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