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Verkauf des Aufzugsgeschäfts : Gerüchte treiben den Aktienkurs von Thyssen-Krupp

  • Aktualisiert am

Brennpunkt Altersvorsorge: Arbeiter an einem Hochofen von Thyssen-Krupp in Duisburg Bild: dpa

Der Aktienkurs des Industriekonzerns profitiert wiederholt vom Investoreninteresse am lukrativen Aufzugsgeschäft, leidet aber unter den sinkenden Stahlpreisen.

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          Der Aktienkurs von Thyssen-Krupp hat am Montagnachmittag bis zu 5,5 Prozent auf 12,85 Euro zugelegt. Die Wertpapiere konnten damit ihre 21- und 50-Tage-Linien halten und sich wieder nach oben absetzen. Für Fantasie sorgt weiter die Aufzugssparte des Stahl- und Industriekonzerns. Sie gilt bei Experten als „Kronjuwel“ des Konzerns, der sich nach einer strategischen Kehrtwende gerade neu aufstellt.

          Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg nun unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtete, sollen im Herbst Verkaufsgespräche für die Sparte geführt werden. Zuletzt war am Markt auf Kone als möglichen Käufer spekuliert worden, aber auch ein Börsengang galt als Option.

          Laut Bloomberg plant das Unternehmen offenbar, im Herbst formale Gespräche über den Verkauf eines Anteils an seinem 15 Milliarden Euro schweren Aufzugsgeschäft aufzunehmen,
          nachdem eine Reihe potentieller Bieter auf den deutschen Industriekonzern zugegangen seien.

          Der Konkurrent Kone Oyj sowie Private-Equity-Gesellschaften wie CVC Capital Partners und KKR & Co. haben Interesse an einem Teil oder der gesamten Sparte von Thyssen-Krupp gezeigt, erfuhr Bloomberg von Personen, die aufgrund der vertraulichen Natur der Überlegungen namentlich nicht genannt werden wollten. Auch Staatsfonds und Pensionsfonds hätten sich offen für ein Investment in den Geschäftsbereich gezeigt, hieß es weiter.

          Vertreter von Thyssenkrupp, Kone, CVC und KKR lehnten eine Stellungnahme ab. Laut Kreisen wolle das Unternehmen „zweigleisig” fahren. Der bereits angekündigte Teilbörsengang der Aufzugsparte solle weiter vorangetrieben werden, während gleichzeitig Angebote in Betracht gezogen werden. Es sei noch kein endgültiger Beschluss gefallen, wie viel an dem Bereich veräußert werden solle, sagten die Personen. Zudem könnten sich die interessierten Unternehmen noch immer dagegen
          entscheiden, ein offizielles Angebot zu unterbreiten.

          Trotz des Auftriebs durch die Übernahmegerüchte gehört die Aktie von Thyssen-Krupp mit einem Verlust von rund 16 Prozent zu den schwächsten Dax-Werten. Ändert sich daran bis September nichts, droht einer aktuellen Studie der US-Bank JPMorgan der Rauswurf aus dem deutschen Leitindex Dax.

          Aus Sicht der Analysten der Commerzbank ist die Thyssen-Krupp-Aktie weiterhin ein Kauf. Doch das Kursziel hat die Commerzbank wegen sinkender Stahlpreise heute von 19 Euro auf 16 Euro heruntergestuft. Beim Industriekonzern könnte zur nächsten Quartalsbilanz Anfang August abermals eine Kürzung der Ziele nötig werden, schrieb Commerzbank-Analyst Ingo-Martin Schachel.

          Die stark sinkenden Stahlpreise machten einen Großteil positiver Faktoren zunichte. Der Experte kürzte daher seine Erwartungen für das europäische
          Stahlgeschäft und geht von einem im Vergleich zu den ersten sechs
          Monaten schlechteren zweiten Halbjahr aus. Auch rechnet er für die Industrielösungen nun mit einem noch größeren Verlust als bisher. Mittelfristig sollte sich die Profitabilität des Konzerns aber verbessern, weshalb die Aktie aufwerten könnte.

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