https://www.faz.net/-gv6-2gx0

German Wealth Report : Zahl der Millionäre steigt jährlich um 5,3 Prozent

  • Aktualisiert am

          2 Min.

          Die Zahl der Vermögenden Privatanleger mit Geldvermögen über eine Millionen Euro ist von 1996 bis 1999 um jährlich 5,3 Prozent auf 365.000 Bundesbürger gestiegen. Dies geht auf dem erstmals erstellten „German Wealth Report“ von Merrill Lynch und Cap Gemini Ernst & Young hervor. Das Geldvermögen dieser Reichen nahm im gleichen Zeitraum jährlich um zehn Prozent zu, insgesamt halten damit 0,5 Prozent der Bevölkerung 25 Prozent des deutschen Vermögens. Fünf Prozent der Deutschen halten 46 Prozent des Vermögens.

          Dabei sind 92 Prozent des deutschen Vermögens in den alten Bundesländern und in Berlin konzentriert. Die höchste Konzentration, gemessen in der Relation zur Gesamtbevölkerung, ist in Hamburg und Bremen sowie in Hessen. Im europäischen Vergleich erreicht Deutschland mit einem Anteil von 30 Prozent am gesamten europäischen Vermögen eine dominierende Stellung. Allerdings habe der in den letzten Jahren erfolgte Zuwachs beim Geldvermögen in Deutschland nicht zu einer weiteren Konzentration des Geldvermögens auf wenige ausgesuchte Gruppen geführt, sondern vielmehr zu einer breiter gestreuten Vermögensverteilung, heißt es in dem Bericht. Diese Entwicklung steht in einem deutlichen Gegensatz zu anderen Ländern wie beispielsweise Großbritannien. Unter den Reichen gehören 3.700 Deutsche zu den Millionären mit mehr als 30 Millionen Euro.

          Börsenentwicklung förderte Reichtum

          Als wichtigen Grund für das Wachstum des Geldvermögens der Millionäre führen Merrill Lynch und Cap Gemini Ernst & Young die positive Börsenentwicklung der letzten Jahre an. Mit Ausnahme des vergangenen Jahres habe die deutsche Börsenkapitalisierung im Vergleich zum Bruttosozialprodukt stark zugenommen. Auch von den Börsengängen gingen Wachstumsimpulse aus. Zudem hat sich die Investitionskultur in Deutschland gewandelt. Sparbuch, Immobilie und festverzinsliche Investments mussten den Platz für rentablere Anlageformen wie Aktien und Fonds räumen.

          Verkauf von Familienunternehmen

          Wichtiger Wachstumsfaktor für das künftige Geldvermögen sind der Verkauf von Familienunternehmen und Börsengänge. Rund 320.000 Mittelständler suchen von 1999 bis 2004 einen Nachfolger. Dabei dürften 25 Prozent der Unternehmer ihren Betrieb verkaufen, was bislang nicht quantifizierbare, illiquide Vermögensreserven freisetzt. Trotz der Turbulenzen am Neuen Markt sollten auch Börseneinführungen von Technologie- und Wachstumsunternehmen das Geldvermögen erweitern. Darüber hinaus machen Merrill Lynch und Cap Gemini Ernst & Young drei weitere Faktoren aus, die künftig verstärkt an Einfluss gewinnen: Die Vererbung von beachtlichen, im Zuge jahrzehntelanger Vermögensbildung in Deutschland entstandenen Werte, die zunehmende Ausgabe von Aktien und Optionen an leitende Mitarbeiter sowie die Steuerreform.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Auf der Intensivstation des Asklepios Klinikums Langen bringen Pflegerinnen in Schutzkleidung einem Corona-Patienten eine Mahlzeit.

          Corona in Deutschland : Weniger Neuinfektionen, die Inzidenz sinkt

          Das Robert Koch-Institut hat binnen eines Tages 18.485 Neuinfektionen und 284 Todesfällen registriert. Das ist abermals deutlich weniger als in der Vorwoche. Kein Bundesland liegt mehr über einer Inzidenz von 200.
          Dass Geimpfe sich bald wieder zum Grillabend treffen könnten, stoße bei vielen auf Unverständnis, glaubt Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte. (Symbolfoto)

          F.A.Z.-Frühdenker : Wann treten die Regeln für Geimpfte in Kraft?

          Genesene und Geimpfte können sich möglicherweise ab dem Wochenende über mehr Normalität freuen und die SPD will Olaf Scholz als Kanzlerkandidaten vorstellen. Was sonst noch wichtig wird, steht im F.A.Z.-Newsletter für Deutschland.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.