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Frauen in Vorständen : Raus aus den pinken Ghettos

Frauen kommen seltener in Führungspositionen. Bild: dpa

Frauen in der Finanzindustrie sind rar. Und wenn sie doch in Führungspositionen arbeiten, sind sie oft kaum wahrnehmbar. Das lässt sich ändern. Von alleine wird das aber nichts.

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          Es gibt sie noch immer, die „Pink Ghettos“. Mit diesem Begriff bezeichnet man die Branchen oder Segmente, in denen Frauen dominieren. In der Finanzbranche holen Frauen zwar auf, aber „Frauen zögern nach wie vor, Karrieren im Asset-Management einzuschlagen“. So fasst es eine Studie der Beratungsgesellschaft KPMG zusammen, die zusammen mit Fondsfrauen und der Universität Mannheim erstellt wurde. Wenn es aber Frauen in die Branche zieht, würde ein Großteil der Mitarbeiterinnen eben in den „Pink Ghettos“ verschwinden, in die Bereiche Marketing oder Personal. Der Anteil der Frauen, die im Asset-Management im Personalressort arbeiten, wird mit 81 Prozent angegeben, der Anteil im Portfoliomanagement mit 21 Prozent.

          Frauen sind zu oft unsichtbar

          Inken Schönauer
          Redakteurin in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

          Alexandra Morris weiß davon ein Lied zu singen. Morris ist Anlagechefin des norwegischen Vermögensverwalters Skagen Funds. „Frauen“, sagt Morris, „sind viel zu häufig unsichtbar.“ Das sei zum Teil auch ihre eigene Schuld. Sie müssten sich herauswagen, Stellung beziehen, ihre Meinung sagen. Morris hat eine Mission. Sie kämpft für mehr Frauen in Führungspositionen. Das hat sie sicher mit einigen Mitstreiterinnen gemein, Morris aber kämpft vor allem für mehr Frauen in den Finanzen-Top-Jobs. Ein Job, wie sie ihn als Anlagechefin bei Skagen hat, oder als Finanzvorstand in einem Unternehmen. Dort nämlich seien die Frauen unterrepräsentiert, sagt Morris „Ich kann nicht nachvollziehen, dass Geschlechterparität in Vorständen noch immer so weit weg ist“, sagt Morris.

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