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Geldvermögen steigt : Börsenrekorde zahlen sich auch für Privatleute aus

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Hoher Stapel: Das Geldvermögen der deutschen Privathaushalte ist laut Bundesbank so hoch wie nie. Bild: Picture-Alliance

Der Dax schafft einen weiteren Rekord und der europäische Aktienindex klettert auf den höchsten Stand seit der Finanzkrise 2008. Laut Bundesbank ist das Geldvermögen der Deutschen nun so hoch wie nie.

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          Die ungebrochene Rekordrally der amerikanischen Börsen, beeindruckende Wirtschaftsdaten aus China und einige starke Quartalsberichte haben am Freitag Europas Börsen Auftrieb gegeben.

          Der deutsche Leitindex Dax stieg bis zum Mittag um 1 Prozent auf einen Rekordstand von 15.407 Punkten. Erstmals seit 2008 übersprang der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 die Hürde von 4000 Punkten. In Paris erreichte der Cac 40 ein neues Hoch seit dem Jahr 2000 und in London stieg der FTSE 100 erstmals wieder seit mehr als einem Jahr über 7000 Punkte.

          „Die chinesische Wirtschaft wächst mit voller Kraft weiter und in den USA haben die ersten Unternehmen mit ihren Quartalszahlen überzeugt“, kommentierte Marktexperte Andreas Lipkow von Comdirect. Mit Blick auf Europa verwies er zudem auf die besser als erwarteten Zahlen des deutschen Autobauers Daimler zum ersten Quartal und auch die starken Umsatzzahlen von L’Oreal .

          Wie aus China veröffentlicht, hat die Wirtschaft dort die Corona-Krise weitgehend überwunden und startete mit einem Rekordwachstum ins neue Jahr. In den ersten drei Monaten legte die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres um etwas mehr als 18 Prozent zu. Im Vergleich zum Schlussquartal 2020 fiel das Wachstum aber mager aus.

          Unter den einzelnen Branchen Europas hatten einmal mehr die Autowerte die Nase vorn. Der Stoxx 600 Europe Autos & Parts legte um 1,5 Prozent zu, gefolgt vom Bankensektor , der um 1,1 Prozent stieg. Abgesehen von Daimler, die um 2,5 Prozent zulegten, und VW mit plus 1,6 Prozent zeigten sich auch Renault sehr stark mit plus 2,8 Prozent und Stellantis mit plus 1,0 Prozent.

          Börsengewinne steigern das Vermögen

          Trotz Virus-Pandemie und jahrelanger ultra niedriger Zinsen für Sparer werden die Deutschen immer reicher. Die Privathaushalte besaßen Ende des vergangenen Jahres mit 6,95 Billionen Euro ein so hohes Geldvermögen wie noch nie, wie aus am Freitag veröffentlichten Zahlen der Bundesbank hervorgeht.

          Im Vergleich zum Ende des dritten Quartals ist das ein Zuwachs von 3,1 Prozent. Ursache der Zunahme war insbesondere der Anstieg von Bargeld und Einlagen bei den Haushalten. Aber auch Gewinne an den Börsen stehen hinter der Erhöhung.

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          Der Börsenboom macht sich auch für die finanzielle Lage der Deutschen positiv bemerkbar. Das Engagement in Bargeld und Bankeinlagen, was für Privathaushalte schnell verfügbare Mittel sind, nahm im Schlussquartal 2020 um 74 Milliarden Euro zu. Die Ansprüche gegenüber Versicherungen erhöhten sich um 21 Milliarden Euro.

          Rückenwind vom Finanzmarkt

          Kursgewinne an den Finanzmärkten sorgten für viel Rückenwind. Insgesamt lagen die Bewertungsgewinne für Aktien und andere Anteilsrechten auf 61 Milliarden Euro. „Die privaten Haushalte blieben im vierten Quartal auf dem Kapitalmarkt sehr aktiv“, erklärte die Bundesbank. Beliebt waren Aktien und Anteile an Investmentfonds. Die Haushalte erhöhten ihr Engagement in diese Wertpapiere im Schlussquartal um 21 Milliarden Euro. Stark gefragt waren Investmentzertifikate und Auslandsaktien.

          Wie schon in den Vorquartalen nutzten die Privathaushalte die ultratiefen Zinsen, um sich günstig bei heimischen Banken Geld zu leihen. Erneut wurden vor allem Wohnungsbaukredite nachgefragt. Insgesamt nahmen die Verbindlichkeiten der Haushalte im vierten Quartal um 24 Milliarden Euro auf 1,96 Billionen Euro zu.

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