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EZB-Ratsmitglied Rehn : Notenbanker kündigt Lockerung an

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Olli Rehn ist Gouverneur der finnischen Zentralbank und Mitglied im Rat der EZB Bild: dpa

Finnlands Zentralbankchef Rehn erwartet neue Maßnahmen der Europäischen Zentralbank schon im September. Die Anleihemärkte unterbrechen vorerst ihre Rekordjagd.

          Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte ihre Geldpolitik nach Ansicht des finnischen Notenbankchefs Olli Rehn spürbar lockern. „Es ist wichtig, dass wir im September ein umfassendes und wirksames Paket vorlegen“, sagte Rehn am Donnerstag der amerikanischen Finanzzeitung „Wall Street Journal“. Mit Blick auf die Finanzmärkte sei es zudem besser, die Erwartungen zu übertreffen als zu enttäuschen, ergänzte das EZB-Ratsmitglied.

          Angesichts wachsender Konjunktursorgen erwarten Analysten von der nächsten EZB-Zinssitzung im September eine zusätzliche Lockerung der bereits sehr expansiven Geldpolitik. EZB-Präsident Mario Draghi hatte die Märkte bei einer Pressekonferenz im Juli auf solche Maßnahmen eingestellt. Gerechnet wird mit einer Verminderung des bereits negativen Einlagensatzes, der auch als Strafgebühr für Bankeinlagen bei der EZB bezeichnet wird. Um die Belastung der Geldhäuser zu verringern, könnte die EZB einen Staffelzins einführen, der zum Beispiel erst ab einer gewissen Höhe an EZB-Einlagen greift. Auch eine Neuauflage der billionenschweren Anleihekäufe durch die EZB gilt als denkbar.

          Nach Rehns Interview haben die Kurse deutscher Staatsanleihen am Freitag ihre rasante Rekordjagd der vergangenen Handelstage vorerst unterbrochen. Der Terminkontrakt Euro-Bund-Future fiel am Morgen um 0,27 Prozent auf 179,18 Punkte. Die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen wurde bei minus 0,71 Prozent gehandelt.

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          Marktbeobachter sprachen von einer Gegenbewegung. Am späten Vorabend hatte der Bund-Future noch ein neues Rekordhoch bei 179,66 Punkten erreicht. In dem Interview wies Rehn ausdrücklich darauf hin, dass die EZB auch ihr  Anleihekaufprogramm wieder starten könnte. Mit seinen Aussagen überraschte der Notenbanker die Märkte, erklärte Experte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank jüngste Kursbewegungen. Darüber hinaus wurden vergleichsweise sichere Bundesanleihen weiterhin durch die weiter wachsenden Wirtschaftssorgen gestützt.

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