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F.A.Z. exklusiv : Vermögensverwalter senken Aktienquote

Ähnlich beschreibt der Vermögensverwalter Sand & Schott sein Vorgehen als „Absolut-Return“. Das Thema treibt erkennbar weitere Vermögensverwalter um.

Denn das niedrige Zinsniveau vor allem im Euroraum erlaubt nach wie vor kaum, vernünftige Renditen mit Anleihen zu erwirtschaften, zumal wenn die Inflation anzieht. Partners setzt wegen der etwas höheren Zinsen auf Wandelanleihen und Dollar-Anleihen, gerne auch von Unternehmen mit höherem Ausfallrisiko, die dafür höhere Zinsen bieten müssen.

Fiduka empfiehlt Unternehmensanleihen und Hochzinsanleihen mittlerer Laufzeit, PAM investiert in Cat-Bonds, also Anleihen, mit denen sich Versicherer gegen Katastrophen absichern. „Was sich anbietet, sind Floater, variabel verzinsliche Anleihen“, sagt Klaus Hinkel von Hinkel & Cie. Wenn der Zinskupon alle drei bis sechs Monate angepasst werde, seien Anleihen auch mit Laufzeiten zwischen fünf bis sechs Jahren gegen Kursschwankungen fast resistent, und die Anleger profitierten zügig von steigenden Zinsen.

Nicht alle sind gegen Aktien

Es gibt auch Vermögensverwalter, die beherzter auf Aktien setzen. Georg Thilenius aus Stuttgart lag mit seinen Prognosen 2016 gut. Für 2017 sagt er: Der Dax könnte zum Jahresende bei 13000 Punkten stehen. Auch Marco Herrmann von Fiduka hält es für möglich, dass der Dax zumindest seinen Rekord von 12400 Punkten einstellt. „Die amerikanischen Börsen sollten von der Trump-Politik profitieren, die deutschen Märkte, insbesondere Exportunternehmen, vom schwachen Euro“, sagt Riehemann und setzt in Amerika auf Infrastruktur und Banken.

Ähnlich denkt auch Thilenius. Trump werde eine wirtschaftliche Dynamik freisetzen. Amerikanischen Banken werde erlaubt werden, wieder Eigenhandel zu betreiben. Anleger könnten davon mit Aktien der nach der Finanzkrise nur noch übrig gebliebenen und damit fast konkurrenzlosen Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley profitieren. Uwe Wiesner von Hansen & Heinrich in Berlin hält amerikanische Aktien dagegen für teuer. Er setzt lieber auf die europäischen Aktienmärkte und traut Japan 2017 eine positive Überraschung zu.

Steigende Zinsen müsse der Aktienanleger noch nicht fürchten, meint Thilenius. In einigen Jahren werde es in Amerika zwar wieder Zinssätze von 5 Prozent geben. Gefährlich für Aktien werde es aber erfahrungsgemäß nur bei Anleihezinsen über 6 Prozent, oder wenn für kürzere Laufzeiten mehr Zinsen verlangt werden als für lange. Allerdings werde das erhöhte Zinsniveau dazu führen, dass der Immobilienboom in Deutschland nachlasse.

Gold als Absicherung

Tatsächlich hat sich die von den neun Vermögensverwaltern empfohlene durchschnittliche Immobilienquote gegenüber 2016 in etwa halbiert, während sich die für Gold fast verdoppelt hat – beide von niedrigem Niveau.

Einen ungewohnt geringen Anteil an Gold empfiehlt derzeit die Vermögensverwaltung PSM. „Langfristig sehen wir allerdings Gold deutlich steigen angesichts der enormen Weltverschuldung“, sagt Seniorpartner Joachim Paul Schäfer. Wie Riehemann, Herrmann und Wiesner sieht Schäfer Gold als Versicherung und Absicherung in Depots, weniger als Werttreiber. „Wegen der Tendenz zu mehr Staatsausgaben auf Pump („Deficit Spending“) sehen wir Gold ab der zweiten Jahreshälfte wieder auf Erholungskurs“, sagt Herrmann von Fiduka.

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