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Vergleich bei Geldanlagen : Deutsche sind misstrauischer als Amerikaner

Das Geld muss untergebracht sein. Bild: dpa

Laut einer Umfrage unterscheiden sich Deutsche und Amerikaner in der Geldanlage deutlich. Überraschenderweise sind die Deutschen technikaffiner – und weniger gestresst.

          Ein Patentrezept für eine gute und gelungene Geldanlage gibt es nicht. Ohnehin ist man in der Regel erst im Nachhinein schlauer, ob sich ein Investment auszahlt oder eben nicht. Eine repräsentative Umfrage der Quirin Bank fördert dabei nun Überraschendes zutage.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Demnach scheinen die Deutschen in der Geldanlage technisch aufgeschlossener zu sein als Amerikaner. Denn im Durchschnitt rund die Hälfte der Deutschen ist demnach der Ansicht, dass die Auswahl guter Geldanlagen ohne die Unterstützung durch Computer nicht mehr gelingt. In den Vereinigten Staaten denkt dies durchschnittlich nur ein Viertel. Und ein knappes Drittel der Amerikaner ist sogar vom Gegenteil überzeugt.

          Amerikaner bleiben lieber im Lande

          Ein weiteres Ergebnis der Befragung: Das Interesse am Thema Geldanlage scheint beiderseits des Atlantiks gleichwohl in etwa gleich groß. Fast die Hälfte der jeweiligen Bevölkerung im Alter von 18 Jahren an zeige sich daran interessiert. Und freilich gilt: Je höher das Einkommen, desto wichtiger wird auch das Thema Geldanlage.

          Dafür schauen die deutschen Anleger offensichtlich weiter über den eigenen Tellerrand hinaus, als es amerikanische Investoren tun. Denn im Durchschnitt haben rund ein Viertel der Deutschen nach den Ergebnissen der Umfrage keine Schwierigkeiten damit, bei einem Anbieter außerhalb des eigenen Landes Geld anzulegen. In den Vereinigten Staaten sehen das nur 14 Prozent der Befragten so. In beiden Ländern wiederum hat in etwa jeder Vierte im Durchschnitt schon mindestens einmal eine Geldanlage über das Internet abgeschlossen.

          Trau, schau, wem

          Doch deutsche Anleger sind offensichtlich deutlich vorsichtiger. Laut der Umfrage hegen sie ein vergleichsweise größeres Misstrauen gegenüber Beratern und Vermögensverwaltern. Hierzulande tut dies mehr als die Hälfte der Befragten. In den Vereinigten Staaten wiederum ist dies nur bei einem Viertel der Umfrageteilnehmer der Fall.

          Alter oder Geschlecht wirken sich auf diese Einstellung kaum aus. Und weil die Finanzmärkte immer komplizierter würden, durchschauten auch Fachleute immer weniger die Zusammenhänge, glauben denn auch mehr Deutsche, als es Amerikaner tun. Im Durchschnitt sind 42 Prozent der Deutschen zudem der Ansicht, dass man nur an gute Geldanlagen kommt, wenn man ein großes Vermögen verwalten lässt. Dies meint wiederum nur ein Fünftel der Amerikaner.

          Und wie wird investiert? In beiden Ländern sind laut der Befragung der Bank im Durchschnitt mehr als 40 Prozent der Investoren der Ansicht, dass das Internet eine gute Hilfe bei der internationalen Geldanlage ist. Gleichwohl fühlen sich die Deutschen weniger gestresst, wenn sie ihre Geldanlage in Eigenregie betreiben, gehen dabei jedoch auch geringere Risiken ein.

          Denn gut ein Drittel der befragten Bundesbürger gibt an, grundsätzlich keine börsennotierten Wertpapiere zu kaufen. In den Vereinigten Staaten sagt dies nur jeder vierte Befragte. Für die Studie der Quirin Bank wurden jeweils mehr als 1000 Menschen im Alter von 18 Jahren an befragt.

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