https://www.faz.net/-gv6-8k0je

Sommerferien von der Börse : So machen Sie ihr Depot urlaubsfest

Morgendliche Ruhe vor dem Trubel: Strand des Ostseebades Boltenhagen in Mecklenburg-Vorpommern Bild: Kerstin Papon

Auch Anleger können ganz entspannt verreisen. Hauptsache, sie schützen ihr Depot vorher vor unnötigen Kursverlusten. Doch das kostet Geld - und Chancen.

          Ferienzeit ist Hauptreisezeit. Davon zeugen nicht nur volle Urlaubsorte und Strände an den deutschen Küsten – wenn wie gerade alle 16 deutschen Bundesländer Schulferien haben. Zwar können die meisten auch in ihrem wohlverdienten Urlaub nicht abschalten und denken oft an die Arbeit und eben auch an ihre Finanzen. Doch wenn man im Vorfeld der Reise einiges beachtet, kann man zumindest das Depot vorübergehend ebenfalls in den Urlaub schicken, ohne allzu viel zu riskieren. Zudem lässt sich Ärger mit dem eigenen Partner vermeiden, der doch wenigstens im Urlaub einmal die ungeteilte Aufmerksamkeit erhalten möchte.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Nach Ansicht von Vermögensexperten sollten Anleger ihre Investments zunächst einmal kritisch auf den Prüfstand stellen und das Depot vor dem Urlaub bereinigen – eigentlich grundsätzlich ein guter Ratschlag. Sie könnten bei diesem Depot-Putz zum Beispiel die Aktien verkaufen, die schon gut im Kurs gelaufen sind und deren Bewertungen deswegen nicht mehr besonders attraktiv erscheinen. Sie könnten sich zudem von den Titeln trennen, die allzu riskant sind. Denn diese gelten gemeinhin als besonders schwankungsanfällig und betreuungsintensiv.

          Anzeichen einer Erholung

          Ein Blick auf den Aktienmarkt zeigt aber, dass in diesem Jahr zumindest aus Indexsicht keine Kursgewinne aufgelaufen sind. So liegt der Dax mit aktuell rund 10.200 Punkten etwa 5 Prozent tiefer als noch zu Jahresbeginn. Die Verluste waren mit einem Minus von fast einem Fünftel allerdings auch schon deutlich höher.

          Daniel Kalt, Chefvolkswirt der UBS Schweiz, rechnet in den kommenden Monaten nicht mit dramatischen Rückschlägen an der Börse. Das Wachstum der Weltwirtschaft zeige sich robust. In Amerika laufe der Arbeitsmarkt gut, die Löhne fingen an zu steigen, und so komme der Aufschwung endlich langsam auf der Straße an. Und in den Schwellenländern gebe es Anzeichen einer Erholung. Dabei habe der Markt die bisherigen Anschläge überraschend schnell weggesteckt, auch wenn man natürlich nie wisse, was noch alles passieren könne, sagt Kalt.

          Zahlreiche Risikofaktoren würden aktuell die Gefahr hoher Kursschwankungen an den Finanzmärkten bergen, heißt es vom Bankhaus Merck Finck & Co. Dazu zählten Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung in Großbritannien, die Bankenkrise in Italien, bedenkliche geopolitische Entwicklungen wie in der Türkei, eine höhere Terrorangst und Donald Trumps Kandidatur für die Präsidentschaft in Amerika. Die Analysten von Merck Finck raten Anlegern denn auch zur Vorsicht. Andere Marktexperten verweisen neben politischen Unwägbarkeiten auf die Sorglosigkeit der Anleger als Marktrisiko.

          Absicherung durch gezielte Verkaufsaufträge

          Für die Auswahl der Aktien ist generell entscheidend, welche Investments zum Anleger passen – zu seiner Anlagestrategie, der Risikobereitschaft und zum Anlagehorizont. Auch die Transaktionskosten eines Verkaufs und später möglichen Wiederkaufs sollten bedacht werden. Gerade für viele Deutsche sind aber auch steuerliche Aspekte wichtig. Deswegen kommt Aktien, die vor dem Jahr 2009 erworben wurden, eine gesonderte Rolle zu. Denn ihre Kursgewinne sind trotz der inzwischen geltenden Abgeltungsteuer noch immer steuerfrei.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          „Verschrotter“ gegen „Planierraupe“: Renzi am Dienstag im italienischen Senat

          Regierungskrise in Italien : Im Land der wilden Matteos

          Italiens früherer Ministerpräsident Renzi wittert in der Regierungskrise die Gelegenheit für ein Comeback – und versucht nun, die Neuwahlpläne seines Erzfeindes Salvini zu durchkreuzen. Der Publizist Massimiliano Lenzi prophezeit einen „langen Krieg der Matteos“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.