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Geldanlage : Sparen, leicht gemacht

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Bild: Getty

Geld anlegen ist gar nicht so kompliziert, wie viele denken. Mit ein paar einfachen Faustregeln bekommt das jeder hin.

          Gleich zu Beginn ein kleines Quiz, um für Faustregeln bei der Geldanlage zu werben: Wie lange müssen Sie Ihr Geld in Aktien anlegen, bis es sich bei einem durchschnittlichen Zinssatz (bei einer Rendite) von sechs Prozent pro Jahr verdoppeln wird? Wenn man gerade keinen Taschenrechner zur Hand hat, müssen die meisten von uns wohl grob schätzen. 15 Jahre oder doch nur zehn Jahre? Die richtige Antwort liegt bei 11,9 Jahren.

          Eine hilfreiche Faustregel bringt Sie auch ohne Taschenrechner nahe an diese Lösung: Es handelt sich um die 72er Regel. Sie teilen die Zahl 72 durch den Zinssatz (ohne Prozent) und erhalten als Ergebnis die Anzahl Jahre, die es für eine Verdoppelung der Einmalanlage ungefähr braucht. In unserem Fall sind es 72 geteilt durch 6, also zwölf Jahre - und das liegt sehr nahe an dem tatsächlichen Wert von 11,9. Die Regel funktioniert ganz ordentlich selbst für niedrigere und höhere Zinsen. Wenn Sie Ihr Geld zu einem Prozent Sparzinsen anlegen, dann dauert eine Verdoppelung, schnell geschätzt, 72 Jahre; genau sind es 69,7 Jahre.

          Und die Faustregel lässt sich auch bei anderen Fragen anwenden, nämlich: Wie lange dauert es, bis die Inflation die Hälfte Ihres Vermögens entwertet? Bei einer Inflation von drei Prozent wären dies 72 geteilt durch 3, also 24 Jahre. Wenn Sie also als Vierzigjähriger Erspartes unters Kopfkissen legen, dann können Sie sich bei Renteneintritt mit 64 nur noch halb so viel dafür leisten wie heute.

          Pro und Kontra der Faustregel

          Faustregeln können gute Entscheidungshilfen sein in Situationen, in denen man eine schnelle Antwort braucht und nicht alle relevanten Informationen zur Hand hat, oder im Gegenteil in Informationen versinkt, aber nicht weiß, welche wie zu berücksichtigen sind. Die meisten Faustregeln speisen sich entweder aus mathematischen Vereinfachungen, empirischen Durchschnittswerten oder plausiblen Lebenserfahrungen.

          Faustregeln begegnen uns in vielen Lebensbereichen. Bei der Ernährung blickt uns auf fast jeder Lebensmittelpackung die Empfehlung an, pro Tag 2000 Kilokalorien zu uns zu nehmen. Die neuen digitalen Schrittzähler fordern uns zu 10.000 Schritten pro Tag als gesundes Bewegungsmaß auf, und beim Schach gilt: Springer am Rand bringt Kummer und Schand.

          Einige Faustregeln sind verlässlicher als andere und klar ist, dass auch gute Faustregeln nicht in allen Situationen die beste Entscheidungsgrundlage liefern, sondern zu krassen Fehlentscheidungen führen können. 2000 Kilokalorien pro Tag sind für den Gewichtheber zu wenig und für den Fastenden zu viel. Auch im Finanzbereich gibt es bessere und schlechtere Faustregeln, und auch die besseren passen nicht immer, sondern können nur Richtschnur sein. Nachfolgend vier Beispiele.

          1/n ist so schlecht nicht

          Eine der wichtigsten Grundregeln bei der Wertpapieranlage ist zweifellos die breite Streuung der angelegten Mittel über verschiedene Titel hinweg. Es existieren unzählige theoretische Modelle, die beschreiben, wie die Mittel konkret optimal gestreut werden sollten - angefangen beim Ansatz von Harry Markowitz aus dem Jahre 1952 bis hin zu werbewirksamen, sogenannten Smart-Beta-Strategien heutiger Anbieter.

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