https://www.faz.net/-gv6-8myd0

Unsichere Renten : Das Zinstief lässt die private Altersvorsorge bröckeln

Rentenprodukte erhalten lange Laufzeit

Auch andere Anbieter leiden unter der Flaute am Anleihemarkt. Viele Fondsgesellschaften haben ihre entsprechenden Produkte schon früher vom Markt genommen. „Im derzeitigen Niedrigzinsumfeld sind die Renditechancen sehr begrenzt, weswegen wir im aktuellen Umfeld keine neuen Garantiefonds auflegen“, sagt ein Sprecher von Union Investment. Anders als die DAM sieht die Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken aber keine Veranlassung, ihre bestehenden Fonds der Reihe Uni-Garant Top Europa vorzeitig zu liquidieren. Der Sprecher verweist auf die bei Versicherungen meist sehr langen Vertragslaufzeiten, die in der Regel die Möglichkeit böten, auch künftig wieder von einem erhöhtem Zinsniveau zu profitieren.

In mehreren anderen Produkten für die Altersvorsorge setzt die DWS nun ebenfalls auf eine Verlängerung der Fristen. Von Mitte November an gelten für viele Verträge längere Mindestlaufzeiten, die sicherstellen sollen, dass die Anleger „attraktive Renditen“ erzielen können, wie Breiting es nennt. „Bei kurzen Ansparphasen halten wir die Chance aktuell für zu gering, weswegen wir sie derzeit nicht mehr anbieten wollen.“

So muss die DWS Basisrente Premium von Mitte November an mindestens 15 Jahre laufen, die DWS Toprente 20 Jahre und die DWS Riesterrente Premium sowie der DWS Vermögenssparplan Premium sogar 25 Jahre lang. Damit hat die Fondsgesellschaft die Mindestlaufzeit der Produkte jeweils um fünf Jahre verlängert. Zuzahlungen sind künftig nur noch bis maximal 2100 Euro möglich. Diese Obergrenze greift auch für bestehende Verträge, unabhängig von deren Restlaufzeit. Schon zu Beginn des Jahres hatte die Fondsgesellschaft die Konditionen für solche Verträge einmal abgeändert.

Die Kunden, die in die betroffenen Flexpension-Fondsteile investiert sind, hat die DWS schon im Sommer darauf hingewiesen, dass sie die Teilfonds nun vorzeitig auflöst und dass die Kunden oder die betreuenden Versicherer sich nach Alternativen umschauen sollen. Breiting erachtet bei kürzeren Fristen zum Beispiel Geldmarktfonds als sinnvoll. Wer das Geld noch für mehrere Jahre anlegen will, werde wohl auf einen konservativen Mischfonds setzen: Anders als bei den Garantieprodukten dürften die Fondsmanager bei diesen Fonds oft auch auf Anleihen etwa aus den Vereinigten Staaten oder Japan setzen, wo noch etwas höhere Renditen zu erzielen sind.

DWS Top Dividende LD

-- -- (--)
  • 3M
  • 1J
  • 3J
  • 5J
Zur Detailansicht

Sollte sich das Niedrigzinsumfeld noch weiter verschärfen oder noch sehr lange andauern, würden auch weitere Teile der Flexpension-Reihe geschlossen. Von der jüngsten Erholung der Anleiherenditen können die betroffenen Anleger schon nicht mehr profitieren, die Fonds sind im Vorlauf der Liquidation in geldmarktnahe Instrumente investiert worden, um unerwünschte Wertschwankungen zu vermeiden, wie es von der DWS heißt.

Von diesem Freitag an findet nun im Laufe des Novembers die Auflösung der Teilfonds und die Umschichtung der Gelder statt. Um den einmal garantierten Wert für jeden betroffenen Kunden auszahlen zu können, muss die DWS nach eigenen Angaben etwa 10 Millionen Euro nachschießen. Der Vermögensverwalter weist darauf hin, dass die meisten Teilfonds bislang eine positive Wertentwicklung erzielt hätten.

Weitere Themen

Topmeldungen

Regierungskrise in Italien : Mit dem „Plan Ursula“ gegen Salvini?

Der Streit um das Rettungsschiff „Open Arms“ dauert an – und in Rom wird weiter über Szenarien zur Überwindung der Regierungskrise spekuliert. Ein prominenter Politiker stellt sich nun hinter einen Plan zur Bildung einer breiten Front gegen den italienischen Innenminister.

Rückschlag für Paris : Neymar macht Tuchel das Leben schwer

Paris ist schon seit einiger Zeit nicht mehr das Fußball-Paradies für den deutschen Trainer. Seine Reputation in der Öffentlichkeit und die Autorität innerhalb des Klubs sind beeinträchtigt. Und dann ist da ja noch Neymar.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.