https://www.faz.net/-gv6-8nilo

Anlegen im Indexfonds : Komplettdepots für kleines Geld

  • -Aktualisiert am

ComStage1 EURO STOXX 50® UET

-- -- (--)
  • 1T
  • 1W
  • 3M
  • 1J
  • 3J
  • 5J
Zur Detailansicht

Die Tabelle zeigt das aktuelle Angebot: Es gibt derzeit an den deutschen Börsen fünf Portfolio-ETF, von denen zwei auch noch in der Zusammensetzung identisch sind und sich nur in der Währung ihres Indexes unterscheiden. Von diesen ETF sind nur die beiden db-xtrackers-ETF bereits länger auf dem Markt. Alle ETF stützen sich in ihrem Portfolio direkt oder indirekt auf ETF. Sie sind damit eigentlich so etwas wie ETF-Dachfonds, kommen aber deutlich preiswerter daher.

Die großen Unterschiede der fünf Portfolio-ETF betreffen, wie sollte es anders sein, die Ausrichtung der Fonds und die Mischung der Anlage. Diese folgt zunächst der klassischen Achse defensiv - ausgewogen - offensiv. Der Rentenanteil, der für die Sicherheit stehen soll, ist dann hoch, mittel oder gering. Daneben gibt es unterschiedliche regionale Schwerpunkte bei Aktien und Anleihen, unterschiedliche Anteile von Rohstoffen oder, was die Auswahl auch ein bisschen zur Vertrauenssache macht, unterschiedliche Strategien für einen erfolgreichen Vermögensaufbau.

Gewichte im ETF-Fonds verschiebt sich häufiger mal

Je nach Entwicklung der einzelnen Finanzmärkte verschieben sich mit der Zeit die tatsächlichen Gewichte der einzelnen ETF im Korb. Die angestrebte Portfoliostruktur weicht dann auf. Deshalb kommt es bei allen Portfolio-ETF mehr oder minder häufig zum sogenannten Rebalancing. Dann werden die Körbe neu gepackt. Dabei gehen Fondsgesellschaften unterschiedlich vor: Comstage will schlicht einmal im Jahr durch Zu- und Verkäufe die Gewichtung des ETF auf die Anfangsmischung von 60 Prozent Aktien, 30 Prozent Renten und 10 Prozent Rohstoffen zurücksetzen. Bei den beiden db-xtrackers-ETF ist die Sache komplizierter. Hier werden auf der Basis von Kennzahlen die einzelnen ETF neu sortiert. Die Produktunterlagen aus dem Hause Deutsche Bank geben nur zarte Hinweise: „Je nach Marktlage und Zinsumfeld erhöhen die Portfolio ETFs den Aktien- beziehungsweise Rentenanteil... Durch eine dynamische Anpassung der ausgewählten Bestandteile wird versucht, eine Überrendite durch Risikoprämien von Aktien und Anleihen zu erreichen.“ Das Ganze erfolgt quartalsmäßig und bei „extremen Ereignissen“ an bis zu vier weiteren Terminen.

Wieder anders ist die Vorgehensweise bei den beiden UBS-ETF. Auch hier greift eine Strategie: Feste Anteile der einzelnen Vermögensklassen gibt es nicht, für Aktien gilt beispielsweise eine Spanne von 0 bis 40 Prozent. Der sehr spezielle Index steuert die Zusammensetzung so, dass „alle Portefeuillekomponenten gemessen an der Volatilität gleichmäßig zum Risiko/Ertrag des Fonds beitragen“, beschreibt die Produktinformation der Fondsgesellschaft. Der Fonds strebt eine Volatilität, also eine Schwankungsbreite, von höchstens 7 Prozent im Jahr an. Seine Zusammensetzung wird monatlich überprüft und täglich justiert.

Die ausgewiesenen Gesamtkosten der Portfolio-ETF liegen zwischen 0,73 und geschätzten 0,49 Prozent der Anlage jährlich. Die Schätzung gilt für den Comstage Vermögensstrategie ETF, der erst im April dieses Jahres auf den Markt kam und deshalb zu den jährlichen Gesamtkosten noch keine Abrechnung vorlegen kann. Da die Fondsgesellschaft ausschließlich auf eigene ETF setzt, wird die Schätzung wohl realistisch sein.

Kostensätze zwischen 0,49 und 0,73 Prozent sind höher als die 0,1 bis 0,3 Prozent in selbstgestrickten ETF-Portfolios. Der Unterschied ist dann der Preis für professionelle Mischung und Streuung des Depots. Günstiger als die entsprechenden Kostensätze in den gemanagten ETF-Dachfonds sind die Kosten der Portfolio-ETF allemal. Von Fehler kann deshalb keine Rede sein.

Weitere Themen

Topmeldungen

Darf´s ein bisschen mehr sein? Wenn es nach ARD und ZDF geht, gilt das für den Rundfunkbeitrag immer.

Gutachten zu Finanzen : Gehälter bei ARD und ZDF sind zu hoch

Die Finanzkommission Kef schlägt vor, wie hoch der Rundfunkbeitrag sein soll. Sie prüft, wofür die Öffentlich-Rechtlichen Geld ausgeben. Jetzt stellt die Kommission fest, die Gehälter bei ARD und ZDF seien zu hoch. Besonders bei einigen Sendern.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.