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Munich-Re-Chef warnt : „Die Lage ist viel ernster, als viele glauben“

  • Aktualisiert am

Nikolaus von Bomhard Bild: Reuters

Nikolaus von Bomhard, Vorstandsvorsitzer von Deutschlands größtem Rückversicherer, Munich Re, sieht Anzeichen für eine neue Finanzkrise. Die hohe Liquidität habe eine Unwucht ins System gebracht.

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          Der Vorstandsvorsitzende der Munich Re, Nikolaus von Bomhard, warnt vor einer neuen Finanzkrise. „Die Einschätzung der Risiken, denen wir uns ausgesetzt sehen, ist in meinen Augen zu wohlwollend. Die Lage ist viel ernster, als viele glauben. Die Kollateralschäden dessen, was die Zentralbanken derzeit in Europa unternehmen, sind groß“, sagte Bomhard der F.A.Z. (Lesen Sie das komplette Interview in der Mittwochsausgabe oder im E-Paper).

          Für Bomhard gibt es angesichts der atemberaubenden Liquidität eine Unwucht im System, die krisenhafte Züge trägt. Auch die Lage der Assekuranz sei angesichts niedriger Zinsen schwierig. Einen Ausweg aus dem Zinstal bieten Infrastrukturprojekte. Solche Investitionen als Kapitalanlagen sind für Versicherer wegen ihrer lang laufenden Verpflichtungen geradezu ideal.

          Positiv sieht Bomhard die Pläne von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker, der 315 Milliarden Euro für Investitionen in die Infrastruktur lockermachen und private Investoren anlocken will. „Wenn private Investoren hier eine Chance erhalten, sich zu beteiligen, ist das für uns ein hochrelevantes Thema. Wir beabsichtigen, in den kommenden Jahren bis zu 8 Milliarden Euro weltweit in Infrastruktur im weiteren Sinne zu investieren“, sagte Bomhard.

          Den eigenen Konzern hält Bomhard für stabil genug, um auch in einem Niedrigzinsumfeld gute Gewinne erzielen zu können. Die Dividende, zuletzt auf 7,25 Euro je Aktie angehoben, könnte im kommenden Jahr abermals erhöht werden: „Unverändert gilt: Nie runter, nur rauf. Glauben wir, dass das Geschäft auf einem Niveau weiterläuft, das uns die derzeitige Dividende weiter erlaubt? Die Antwort lautet klar: ja! Wenn man die Dividende seit 1969 nicht gesenkt hat, ist das ein hohes Gut. Deshalb erhöhen wir die Dividende nicht leichtfertig, sondern nur, wenn wir fest davon überzeugt sind, das Niveau auch in Zukunft halten zu können.“

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