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Geldanlage 2016 : Ein gutes Jahr für mutige Anleger

Risikoscheu hat abgenommen

Insgesamt hat jedoch die Risikoscheu der Investoren in diesem Jahr abgenommen. Denn anders als in den Vorjahren, als sie Schwellenländer und deren hohe Risiken noch mieden, haben sie nun wieder viel Geld in die „Emerging Markets“ wie Brasilien fließen lassen. Nicht zuletzt dank der wieder höheren Preise für Rohstoffe, hat sich die wirtschaftliche Lage in den Schwellenländern insgesamt wieder verbessert, gehören viele doch zu den Exporteuren von Rohstoffen.

Zudem half es diesen Märkten, dass die extrem lockere Geldpolitik der amerikanischen Notenbank länger Bestand hatte als erwartet. Ein breiter Schwellenländeraktienindex wie der MSCI hätte wagemutigen Investoren theoretisch ein Plus von 12.200 Euro beschert. Noch besser liefen aus europäischer Sicht sogar Schwellenländeranleihen mit einem Ertrag von 15.000 Euro

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In diese Länder können Anleger in der Regel über börsengehandelte Indexfonds oder Zertifikate investieren. Doch zum Beispiel Produkte auf einen Index wie den kasachischen Index oder den peruanischen Markt sucht man etwa an der Stuttgarter Börse vergebens. Insofern relativieren sich auch die dortigen Gewinne – es sei denn, Anleger wollen gerade hier sogar auf noch riskantere Einzeltitel setzen.

Von dem allgemeinen Trend hin zu Schwellenländern hat der chinesische Aktienmarkt nicht profitieren können. Das verdeutlicht, wie spekulativ diese Anlagen sind. Nicht nur enttäuschende Wachstumszahlen haben dazu geführt, dass der breite CSI 300 seit Jahresbeginn abermals an Wert verloren hat. Hier wären nur noch 86.100 Euro übrig geblieben.

Mit dem Sparbuch nichts zu gewinnen

Selbst wer lieber im eigenen Land blieb, musste starke Nerven besitzen – er wurde aber dennoch belohnt. Der Dax lag bis Anfang Dezember im Minus. Nun hat er es doch noch auf ein Plus von 6800 Euro gebracht, nach einem Gewinn von 8900 Euro im Vorjahr. Dabei hat der Dax sogar besser abgeschnitten als der M-Dax. Für die Nebenwerte steht im Jahr 2016 ein Plus von 6600 Euro zu Buche, nach einem Anstieg um 21.000 Euro 2015. Zehnjährige Bundesanleihen sind – anders als im Jahr 2014 – weniger erfolgreich gewesen als der Dax. Doch ein Verlustbringer waren sie immerhin nicht.

Wenig überraschend haben klassische Zinsanlagen enttäuscht, aber auch einige europäische Aktienmärkte. Spanische, italienische oder portugiesische Aktien aber auch Schweizer Titel – sie alle hätten dem Depot Verluste beschert. Das gilt selbst für das Sparbuch, vor allem, da die Inflationsrate in Deutschland wieder gestiegen ist. Zuletzt lag sie im November bei 0,8 Prozent.

Dass man auch als Anleger nicht immer auf Altbewährtes setzen sollte, zeigt der Blick nach Skandinavien. Anders als in den Vorjahren waren dänische Aktien für Investoren aus dem Euroraum dieses Mal keine gute Wahl. Ein Investment wäre nun 12.700 Euro weniger wert. Im Vorjahr betrug das Plus noch fast 35.900 Euro – Dänemark war damit einer der besten Aktienmärkte des Jahres. 2014 waren es hier plus 21.200 Euro.

Dagegen hat im Norden Europas der norwegische Aktienmarkt in diesem Jahr unter anderem von dem höheren Ölpreis profitieren können. Nach einem Minus im Vorjahr, steht hier nun ein Aufschlag von 19.000 Euro zu Buche. Auch das zeigt die großen Unterschiede selbst in einzelnen Regionen auf.

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