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Geldanlage 2016 : Kein Geld mehr verbrennen

Die Bestandsaufnahme für die meisten Deutschen ist also schlecht. Die Verzinsung ihrer Guthaben sinkt von Jahr zu Jahr. Zu einem Umdenken hat das nicht geführt. Aber wäre es dafür jetzt nicht zu spät? Die Aktienhausse ist schließlich weit fortgeschritten, Anleihen sind längst ausgereizt, die Immobilienpreise kräftig gestiegen? Also doch lieber auf die Zinswende warten?

Viele Unternehmen mit Rekordgewinnen

An dieser Stelle lohnt es, einen Schritt zurückzutreten und langfristige Zusammenhänge in den Blick zu nehmen. Aktien sind Anteile an Unternehmen. Der Aktionär wird Miteigentümer und profitiert damit von Innovationen, Umsatz- und Gewinnsteigerungen seines Unternehmens. Wer an das wertschaffende Wirken von Unternehmen glaubt, dem Kern der Marktwirtschaft, der wird jenseits aller täglichen Kursschwankungen langfristig mit einer höheren Rendite für seine Risikobereitschaft belohnt, Unternehmen sein Kapital zur Verfügung zu stellen. Entscheidend sind ein langfristiger Anlagehorizont und eine breite Streuung über viele Aktien, denn nicht jedes Unternehmen wirtschaftet erfolgreich. Wer sich selbst die Auswahl nicht zutraut, findet genügend günstige Fonds, die einen Aktienindex nachbilden (ETFs), oder er vertraut einem Fondsmanager die Aktienauswahl an, muss dafür aber höhere Gebühren zahlen. Viele Direktbanken bieten mittlerweile das ideale Produkt für den langfristigen Vermögensaufbau sehr günstig an: Aktien-ETF-Sparpläne. Die Filialbanken haben zumindest die teureren Fonds-Sparpläne im Angebot.

Die Angst, ausgerechnet zu einem Hochpunkt am Aktienmarkt einzusteigen, wird durch ein sukzessives Ansparen über einen Sparplan ausgeschlossen. Abgesehen davon, ist die aktuelle Bewertung der Aktienmärkte zwar nicht mehr so günstig wie 2009. Mit den Kursen sind aber auch die Unternehmensgewinne teilweise auf Rekordniveau gestiegen. 2016 könnten die Dax-Unternehmen so hohe Dividenden zahlen wie noch nie. Die durchschnittliche Rendite aus der Dividendenzahlung dürfte allein 3 Prozent betragen. Es ist also mitnichten so, dass die Aktienmärkte, getrieben vom vielen Geld der EZB, eine unglaubliche Blase aufgepumpt hätten, die kurz vor dem Platzen steht. Die weitverbreitete Skepsis gegenüber Aktien bezeichnen Beobachter eher als gutes Zeichen. Denn eine Hausse stirbt meistens in einer Jubelstimmung, wie sie zum Beispiel im Jahr 2000 rund um die Internetunternehmen herrschte. Davon ist derzeit nichts zu spüren.

Und wenn die EZB doch einmal den Geldhahn zudreht? Das wird eine spannende Frage, die aber im Jahr 2016 noch nicht anstehen dürfte. Mindestens bis März 2017 soll weiter monatlich zusätzliches Geld fließen. Sicherlich könnten nächstes Jahr schon Diskussionen über ein Ende der Geldflut einsetzen und zu steigenden Zinsen führen. Das dürfte aber für die Anleihemärkte mit ihren teils enorm hohen Bewertungen zum Beispiel für deutsche Staatspapiere eher spürbar werden als für die Aktienmärkte.

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