https://www.faz.net/-gv6-8yt37

Fall Magellan Maritime : Was man über Direkt-Investments lernen muss

Nach dem Investment-Schiffbruch heißt die Devise: Man rette, was man kann. Bild: Reuters

Das Scheitern eines großen Anbieters von Direkt-Investments macht deutlich, welche Risiken diese haben. Lehren aus dem Fall Magellan.

          Ein Jahr ist es her, seit Magellan Maritime, Anbieter von Direkt-Investments in Container, Insolvenz anmeldete. Jetzt scheint sich herauszukristallisieren, dass die Käufer der Container im Durchschnitt wohl auf die Hälfte ihres Investments verzichten müssen.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Während diesen ein mehr oder weniger großer Schaden entsteht, bringt der Fall für andere Anleger Lektionen über das Investment in vermeintlich sichere Sachanlagen mit sich.

          Was bedeutet „Eigentum“?

          Erstens ist eine Besicherung nur dann eine Besicherung, wenn sie werthaltig ist. Der Wert von Dingen verändert sich aber, ob das nun Rinder, Container oder LED-Beleuchtung ist.

          Zweitens ist - wissenschaftlich ausgedrückt - eine dingliche Sicherheit, die nicht fungibel ist, von eingeschränktem Wert. Will heißen: Wenn man mit dem gekauften Gegenstand nichts anfangen kann, was macht man dann damit?

          Bäume in Bulgarien oder Panama, Rinder in Bolivien oder Paraguay oder Container in Südostasien - Eigentum daran ist nur etwas wert, wenn man es auch verwalten kann. Anderenfalls bleibt einem nur der Liquidationserlös, und der ist in der Regel deutlich geringer als das Investment.

          Der Dienstleister und das Risiko

          Drittens zeigt sich, dass bei unternehmerischen Direkt-Investments dem Dienstleister eine Schlüsselrolle zukommt. Neben der allgemeinen Frage, ob dieser seriös ist, muss wohl gelten: Je mehr Festbeträge zugesagt werden, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass dieser in Not geraten kann. Denn der Erfolg unternehmerischer Investments ist immer von Variablen wie Preisen oder Wechselkursen abhängig.

          Je mehr Risiken der Dienstleister übernimmt, desto risikoreicher ist das Geschäft für ihn. Die Risikoübernahme erfolgt auch sozusagen nur unter Vorbehalt. Denn im Ernstfall landen alle diese Risiken wie im Fall Magellan wieder beim Anleger.

          Weitere Themen

          Schäden im Online-Banking nehmen zu

          Betrug im Netz : Schäden im Online-Banking nehmen zu

          Betrügern gelingt es verstärkt, an Zugangsdaten zum Online-Banking zu gelangen. Die Schadensummen haben aus Sicht des Versicherers R+V deutlich zugenommen.

          Morphosys haussieren

          Neue Studiendaten : Morphosys haussieren

          Morphosys kann mit neuen Studiendaten zu einem wichtigen Medikament punkten. Die Börse feiert, der Aktienkurs schnellt hoch. Wie riskant ist jetzt der Einstieg in die Biotech-Aktie aus dem M-Dax?

          Topmeldungen

          Aktuell gibt es in Deutschland nur einen Bruchteil der bis 2020 anvisierten 100.000 Ladestellen.

          Elektromobilität : Strom-Tankstellen auf Staatskosten

          Im Kanzleramt findet gerade ein Autogipfel statt. Ein Thema: Elektro-Autos. Sie sind für die Industrie das nächste Milliardengeschäft. Doch die Ladesäulen soll der Staat bezahlen – mit bis zu einer Milliarde Euro. Aber muss das sein?
          Der Europarat in Straßburg

          Stimmrecht im Europarat : Die Russen sind schon in der Stadt

          Ein Akt der Verzweiflung in 220 Teilen: Wie die Ukraine versucht, in letzter Minute die Aufhebung der Sanktionen gegen die russischen Abgeordneten in der Parlamentarischen Versammlung des Europarats zu verhindern.

          FAZ Plus Artikel: CDU und AfD : Noch nicht mal zum Kaffeeplausch

          Die Union will sich stärker von der AfD abgrenzen und fasste einen Beschluss, in dem sie die Ermordung Walter Lübckes mit dem Handeln der AfD in Zusammenhang bringt – steht nun ihre Beziehung zu den Sicherheitsbehörden auf dem Spiel?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.