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Dividenden-Aktien : Wo gibt’s fürs Ersparte mehr als ein paar Krümel?

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Bild: © Images.com/Corbis

Dividenden sind die neuen Zinsen: Die Ausschüttungen grundsolider Unternehmen bringen Jahr für Jahr bis zu 4 Prozent - für viele Anleger eine echte Alternative zu Anleihen.

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          Das Lachen ist vielen Anlegern beim Blick auf die Zinsen schon lange vergangen. Mehr als eine Eins steht nicht mehr vor dem Komma, wenn man sein Geld so anlegt, dass es stetige Erträge abwirft. Oft sogar noch weniger. Zinsanlagen wie Tages- und Festgeldkonten sowie Bundesanleihen sind zu Nullzinsprodukten geworden. Selbst Unternehmensanleihen, die lange als Geheimtipp galten, machen Anlegern wegen ihrer Minirenditen keine Freude mehr. Und trotzdem gibt es sie: Erkleckliche Erträge, die Jahr für Jahr anfallen, wenn man Wertpapiere über längere Zeit hält. Die Rede ist von Dividenden, das sind sozusagen die Zinsen, die Aktienbesitzer jährlich kassieren.

          Ein paar der reichsten Menschen dieses Landes leben von ihnen: die Industriellenfamilie Quandt/Klatten von BMW ebenso wie SAP-Gründer Hasso Plattner, die Familie Merck oder der Porsche-Piëch-Clan. Sie alle streichen dreistellige Millionenbeträge pro Jahr ein, weil sie üppige Aktienpakete besitzen - und halten. Der reichste Mensch der Neuzeit, John D. Rockefeller, hat es einmal so gesagt: „Wissen Sie, was das Einzige ist, was mir Freude bereitet? Die Dividenden, die auf meinem Konto eingehen.“ Dies gilt heutzutage mehr denn je: Denn gerade in Niedrigzinszeiten zahlt sich eine Dividendenstrategie aus, weil sie relativ hohe und stabile Erträge verspricht. Damit ist sie eine gute Alternative zu Anleihen. Man könnte sagen: Dividenden sind die neuen Zinsen.

          Der Mechanismus ist vereinfacht gesagt folgender: Einen Teil ihres jährlichen Gewinns schütten Aktiengesellschaften in Form von Dividenden an ihre Aktionäre aus. Besonders üppige Dividenden über einen langen Zeitraum zahlen dabei üblicherweise gut geführte Unternehmen mit soliden Bilanzen, hohen laufenden Erträgen (Cash flow) und stabilen Gewinnen. Diejenigen also, deren Geschäftsmodelle fast immer funktionieren, egal was die Börsen gerade so treiben. Als Paradebeispiele gelten Dax-Schwergewichte wie Siemens, BASF, Allianz und Daimler, die seit Jahren zu den dividendenstärksten Firmen hierzulande zählen und allein 2014 zusammen rund zehn Milliarden Euro ausschütteten, fast ein Drittel der gesamten Dax-Dividenden.

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          Als beständigste Zahler gelten neben Siemens auch Henkel und MunichRe, sie haben in 20 Jahren nie die Dividende gesenkt. Internationale „Dividenden-Aristokraten“ (so nennen das die Fachleute) sind Konzerne wie Coca-Cola, Nestlé, Procter & Gamble, Unilever oder Novartis. Sie haben in den vergangenen zehn Jahren stetig Dividenden ausgeschüttet. Und zu den aufstrebenden Dividenden-Stars gehören Fresenius Medical Care und Fuchs Petrolub, die zuletzt viele Jahre hintereinander die Dividenden steigerten. Hohe Dividenden können aber auch heißen: Ein Unternehmen ist in Schwierigkeiten, es hält allein mit einer hohen Dividende seine Anleger bei Laune. So tut sich die Deutsche Telekom gern als Großdividendenzahler hervor. Obwohl Aktienkurs und Unternehmenswert seit dem Crash am Neuen Markt gewaltig sanken, zahlte sie lange eine Dividendenrendite von sieben bis acht Prozent. Aus üppigen Firmengewinnen kam die jedoch nicht, mahnten Kritiker, die Telekom zehre damit an der Substanz. Inzwischen sind es noch vier Prozent und auch das ist noch viel für ein Unternehmen, das immer noch mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat.

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