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Finanzberatung : Auch die Deutsche Bank setzt jetzt auf Roboter

Für ihre Anlageberatung müssen Kunden der Deutschen Bank nicht mehr die Filiale aufsuchen. Mit dem Robo-Advisor erfolgt die Beratung online und dauert nur eine halbe Stunde. Bild: AP

Die traditionellen Banken wollen Schwund im klassischen Beratungsgeschäft mit Finanztechnik auffangen. Auch die Deutsche Bank zieht mit und verspricht eine Anlageberatung in einer halben Stunde.

          Mit wenigen Klicks das richtige Anlageportfolio erstellen – damit haben in jüngster Vergangenheit vor allem junge Fintech-Unternehmen wie Vaamo versucht, Wertpapierkunden für sich zu gewinnen. Dahinter stecken sogenannte Robo-Advisor, also Programme, die aus den Antworten des Nutzers eine Anlagestrategie mit verschiedenen ETFs und Fonds zusammenstellt. Nun hat auch die Deutsche Bank einen solchen Robo-Advisor auf ihre Online-Anlageplattform Maxblue gestellt. Die Bank will damit sowohl börsenerfahrene Anleger an sich binden wie auch junge Leute für die Börse gewinnen.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Wenn sich der Kunde durch den „Anlage-Finder“ klickt, muss er etwa beantworten, für wie lange er sein Geld anlegen will, welche Ziele ihm wichtig sind, und ob er vor allem Produkte mit gutem Rating, niedrigen laufenden Kosten oder hoher Wertentwicklung bevorzugt. Am Ende schlägt ihm das Programm eine Mischung aus Einlageprodukten, verschiedenen Anleihe- und Aktienfonds der Deutschen Bank vor. Das alles soll nicht länger als eine halbe Stunde dauern.

          Kritik von den traditionellen Banken

          Die Deutsche Bank ist nicht die erste größere Bank, die eine solche automatisierte Beratung in ihr Angebot mit aufnimmt. Bislang waren es aber vor allem Direktbanken wie die ING Diba und die Comdirect, die damit ihre Kunden durch ihre Online-Portale führten. Auch die Targobank und die Quirinbank bieten schon Robo-Advisor an.

          Die traditionellen Banken haben lange kritisiert, dass solche Programme nicht den strengen Regeln unterliegen, die sie selbst bei der Anlageberatung einhalten müssen: Stichwort Beratungsprotokoll. In ihren Filialen haben viele Banken und Sparkassen wegen der strengeren Regeln ihre Beratungsangebote zurückgefahren. Dass die Deutsche Bank nun selbst eine automatisierte Beratung im Internet anbietet, passt zu der Ankündigung des Bundesverbands deutscher Banken vor wenigen Wochen, dass seine Mitglieder künftig verstärkt auf Kooperation mit Fintechs statt auf Konfrontation setzen wollten.

          Den nun vorgestellten Anlage-Finder hat die Deutsche Bank gemeinsam mit einem jungen Finanz-Start-up entwickelt. Die Fincite GmbH sitzt in Mühlheim an der Ruhr und hat mit ihrem Team von 20 Entwicklern, die größtenteils in Peru arbeiten, schon für mehrere Finanzinstitute Robo-Advisor erarbeitet. „Mit diesem Anlagetool positioniert sich die Deutsche Bank für die ,Digital Natives‘ unter den kapitalmarktaffinen Kunden“, sagt Markus Pertlwieser, der das operative Geschäft im Privat- und Firmenkundengeschäft der Deutschen Bank leitet. „Durch Lernlektionen und umfassende Finanzmarkt-Informationen unterstützt der Anlage-Finder die Kunden optimal bei ihrer Anlageentscheidung.“

          Erst vorige Woche hat die Deutsche Bank wissen lassen, dass sie die Blockchain-Technologie, die hinter der virtuellen Währung Bitcoin steht, dazu nutzen will, Wertpapiergeschäfte schneller abzuwickeln. Auch bei diesem Thema arbeitet sie mit mehreren verschiedenen Fintechs parallel zusammen, um verschiedene Möglichkeiten auszuprobieren.

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