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Crowdinvesting : Mann, Ende 40, sucht Start-up zur Geldanlage

Stativ statt Sonnenliege: Ein Beach Inspektor bei der Arbeit am Strand. Bild: Foto oh

Die auf Start-Ups spezialisierte Crowdinvesting-Plattform Companisto hat ihre Anleger untersucht. Fazit: Vor allem solvente Endvierziger gehen finanzielle Beziehungen zu Start-Ups ein.

          Die Finanzierung von Start-Ups zählt im Allgemeinen zu den riskantesten Anlageformen. Rund jedes dritte Jung-Unternehmen geht innerhalb von drei Jahren nach einer Finanzierungsrunde in die Insolvenz, nur etwa jedes zehnte wird richtig groß. Start-Up-Finanzierung ist daher meist eine Angelegenheit von professionellen Investoren – oder Crowd-Anlegern.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Interessant ist dabei immer die Frage, welche Privatanleger eigentlich in diese riskanten Projekte investieren. Diese hat sich auch die Plattform Companisto gestellt, und im Frühjahr 2307 Investoren befragt. Die der F.A.Z. exklusiv vorliegenden Ergebnisse bestätigen so manches Vorurteil, bergen aber auch Manches, was man vielleicht so nicht erwartet hätte.

          Solvente Endvierziger

          Das Vorurteil vorne weg: Typischerweise sind Start-Up-Investoren Männer, denen man ja im allgemeinen mehr Aggressivität und mehr Neigung zuspricht, Risiken einzugehen – ob kalkuliert oder unvernünftig, das mag im Auge des Betrachters liegen. Vielleicht weniger naheliegend ist das Alter: Die Anleger sind zumeist Endvierziger.

          Ein Bild ergibt sich, wenn man das Einkommen mit berücksichtigt. In deutlich mehr als der Hälfte der Fälle liegt dies über 40.000 Euro im Jahr, 30 Prozent verfügen sogar über mehr als 70.000 Euro. Das lässt die Vermutung zu, dass die Investoren, wie man sagt, finanziell aus dem Gröbsten heraus sind und Geld anlegen, dass sie gegebenenfalls auch verschmerzen können.

          Es geht vor allem um die Rendite

          Nach eigenem Bekunden sind sie auch erfahren: Gerade einmal fünf Prozent sagten das Gegenteil, 70 Prozent sagten dagegen, dass sie langjährig oder regelmäßig investierten, einige wenige (3,4 Prozent) bezeichneten sich gar als Investment-Experten. Mehr als 60 Prozent investieren auch in Aktien, deutlich weniger in Fonds, mehr noch in Tagesgeld - vermutlich als Zwischenparkplatz.

          Dazu passen auch die Ansprüche: 93 Prozent ist die Rentabilität des Investments wichtig, die Verwendung des Geldes interessiert schon nur noch 73 Prozent und liquide scheinen die Meisten zu sein. Denn das halten nur rund 40 Prozent für wichtig. Immerhin zwei Drittel legen noch Wert auf Sicherheit. Und sie erwarten marktübliche Renditen von mehr als 50 Prozent nach fünf Jahren. Nur jeder Sechste würde sich auch mit weniger zufrieden geben. Und egal, ob die Idee umgesetzt wird: für drei von vier Investoren ist ein Investment nur dann ein Erfolg, wenn sie dabei auch Geld verdient haben.

          Wenn das dann nicht der Fall ist, und die Suche nach dem Schuldigen beginnt, sieht eine knappe Mehrheit der Anleger die Schuld dann doch eher beim gescheiterten Start-Up. 77 Prozent halten dieses für allein oder überwiegend verantwortlich. Dennoch sehen zwei Drittel die Verantwortung ganz oder überwiegend bei sich. Gut ist die Nachricht für die Plattform Companisto: Mehr als die Hälfte hält diese nur für „etwas verantwortlich“, weil diese das Start-Up ausgewählt hat. Jeder Vierte spricht sie von jeder Verantwortung frei.

          „Die Umfrage zeichnet ein klares Bild des typischen Crowdinvestors bei Companisto: Er interessiert sich für Innovation und hat Erfahrung mit der Kapitalanlage. Mit der Umfrage können wir der Öffentlichkeit zeigen, dass die Investoren, die bei uns in Startups investieren, aus Begeisterung und mit Expertise dabei sind“, sagt David Rhotert, Gründer und Geschäftsführer von Companisto.

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