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Geldanlage : Silber fürs Depot

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Silber - bei Industrie und Anlegern gefragt Bild: REUTERS

Wer sich als Privatanleger für den Kauf von physischem Silber interessiert, wird schnell desillusioniert. Denn die Differenzen zwischen An- und Verkaufspreisen sind zum Teil sehr groß.

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          Wer sich als Privatanleger für den Kauf von physischem Silber interessiert, wird schnell desillusioniert. Beim Edelmetallhändler Pro Aurum beträgt der Kaufpreis für einen Kilobarren Silber derzeit 660 Euro, wer ein Kilo Silber verkaufen möchte, bekommt dafür nur 491 Euro.

          Hinzu kommen beim Kauf noch Lieferkosten von 19 Euro. Ein Teil des erheblichen Preisunterschieds erklärt sich durch die im Gegensatz zum Gold erhobene Mehrwertsteuer, die beim Kauf anfällt, beim Verkauf allerdings nicht wieder zurückerstattet wird. Besser stellt der deutsche Gesetzgeber die Silbermünzen, wo er nur den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent erhebt.

          Große Differenzen zwischen An- und Verkaufspreisen bei physischem Silber

          Auch dann bleibt ein Preisunterschied von mehr als 10 Prozent zwischen An- und Verkaufspreis. Diese Spanne rechtfertigt sich nur für denjenigen, der überhaupt kein Vertrauen in das Finanzsystem hat und seine Edelmetallbestände jederzeit zu Hause unter Kontrolle verwahren möchte. Ansonsten bieten sich einige Finanzprodukte zur Partizipation am Silberpreis an. Am sichersten sind physisch unterlegte Exchange Traded Commodities (ETC). Die Deutsche Bank bietet zwei solche auf Xetra handelbare Produkte an. Das eine bildet unter der Wertpapierkennnummer (WKN) A1E0HS den in Dollar notierten Silberpreis ab. Neben einem steigenden Silberpreis setzt der Anleger damit zugleich auf einen steigenden Dollar gegenüber dem Euro.

          Wer diese Währungskomponente ausschalten will, ist mit dem anderen ETC unter der WKN A1EK0J besser bedient. Hier werden die Währungseinflüsse ausgeblendet und allein der Silberpreis abgebildet. Die Gebühren der ersten Variante betragen 0,45 Prozent im Jahr, der zweiten 0,75 Prozent. Im Gegenwert der verkauften ETC kauft die Deutsche Bank physisches Silber und lagert es bei JP Morgan in London ein. Seit der Auflage der beiden Produkte in diesem Sommer wurden so bislang 61 Tonnen Silber in Form von fast 5000 Barren zu je 12,5 Kilogramm in die Tresore eingelagert. Alle Barren haben Registriernummern und sind eindeutig den Wertpapierkennnummern der ETC zugeordnet. Wird die Deutsche Bank oder JP Morgan insolvent, werden die Barren am Markt verkauft, und der Erlös fließt den ETC-Besitzern zu. Eine physische Lieferung der Barren an die ETC-Besitzer ist nicht möglich.

          Bei Exchange Traded Commodities, Zertifikaten u.a. sind Details kritisch zu betrachten

          Wer auf die physische Hinterlegung verzichten möchte, kann sich die jährliche Gebühr der ETC von 0,45 Prozent sparen und gleich Zertifikate kaufen. Er wird damit Besitzer einer Schuldverschreibung. Im Falle der Zahlungsunfähigkeit der begebenden Bank droht hier ein Totalverlust, unabhängig davon, wo der Silberpreis gerade steht. Ansonsten spiegelt zum Beispiel das Zertifikat mit der WKN SG0AYH der Société Générale die Entwicklung des Silberpreises wider und kostet keine Verwaltungsgebühr. Der Unterschied zwischen An- und Verkaufspreis beträgt rund 0,5 Prozent. Auch hier sind währungsgesicherte Varianten zu haben, diese Quanto-Produkte werden von der Zertifikatebranche jedoch mit Gebühren von mehreren Prozentpunkten belegt, bei der Société Générale sind es bei der WKN SG9F3R derzeit gut 3 Prozent.

          Natürlich gibt es auch für Silber überdies Hebelprodukte. So steigt zum Beispiel der Mini-Future von Goldman Sachs mit der WKN GS2FE4 um 4 Prozent, wenn der Silberpreis um ein Prozent steigt. Der Hebel funktioniert jedoch auch in die Gegenrichtung. Sollte der Silberpreis unter 16,10 Dollar je Unze fallen, also von seinem heutigen Niveau aus um mehr als 20 Prozent, verfällt das Hebelpapier praktisch wertlos. Mit der WKN GS3MP8 können Anleger mit einem Hebel von zwei auf einen fallenden Silberpreis setzen. Bei Kursen von mehr als 28,50 Dollar wird das Papier wertlos.

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