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Geld & Mehr : Autoversicherungen werden billiger

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Hoffentlich zahlt die Versicherung! Bild: ddp

Der Preiskampf in der Autoversicherung setzt sich zur Freude der Verbraucher fort. In den vergangenen drei Jahren sind die Prämien um mehr als 10 Prozent gesunken. Die Kunden müssen aber rasch aktiv werden, um davon zu profitieren.

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          Der Preiskampf in der Autoversicherung setzt sich zur Freude der Verbraucher fort. In den vergangenen drei Jahren sind die Prämien in der Branche um mehr als 10 Prozent gesunken. Für das kommende Jahr wird ein weiterer Rückgang erwartet, obwohl mehr Autos versichert werden und Reparaturen teurer geworden sind.

          "Mancher Anbieter hat sich eine Entspannung erhofft, doch diese Hoffnung wird wohl enttäuscht", sagt Rainer Brune, Mitglied im Vorstand der Axa. Auch Albrecht Kiel, Vorstandsvorsitzender des Direktversicherers Direct Line, rechnet mit fortdauerndem Preisdruck, zumal neue Anbieter auf den Markt drängen: der britische Direktversicherer Admiral, die zur VHV gehörende Hannoversche Direkt und der neue europaweit operierende Direktversicherer Zurich Connect.

          Sorgen der Anbieter - Chance der Verbraucher

          Die Sorgen der Anbieter sind für die Verbraucher eine Chance. Einmal im Jahr, zum 30. November, haben sie das Recht, ihren Vertrag zu kündigen und einen neuen Versicherer zu wählen. Etwa 3 bis 4 Millionen Versicherte nutzen diese Möglichkeit. In manchen Fällen reduzieren sie ihre Kosten um mehrere hundert Euro im Jahr. Der Fahrzeugschein und die letzte Rechnung des bisherigen Versicherers neben sich, genügt ein Anruf bei einem anderen Anbieter, um ein besseres Angebot einzuholen. Der bürokratische Aufwand ist überschaubar. Ein rechtzeitig - einige Tage vor Ende November - abgesendeter Brief ist für die Kündigung ausreichend. Wer sichergehen und Streit vermeiden will, sendet ein Einschreiben.

          Häufig ist nicht einmal ein Anbieterwechsel notwendig, um sich eine finanzielle Entlastung zu verschaffen. Wegen des Wettbewerbsdrucks sind viele Versicherer bereit, wechselwilligen Kunden einen Nachlass zu gewähren. Allerdings muss man auch dafür tätig werden und seine Unzufriedenheit per Telefon kundtun. Wer sich nicht rührt, zahlt weiter den gleichen Preis. Manche Versicherer erhöhen sogar die Preise für den Bestand, um Preisermäßigungen für neue Kunden zu finanzieren. Allerdings sollte der Preis nicht das einzige Kriterium für die Auswahl der Versicherungsgesellschaft sein. Viele Policen sind zu Recht teurer, weil sie zusätzliche nützliche Elemente enthalten.

          Wichtig: Verzicht des Versicherers auf Einrede bei grober Fahrlässigkeit

          Wichtig ist zum Beispiel, dass der Versicherer auf die Einrede grober Fahrlässigkeit verzichtet. Andernfalls kann zum Beispiel das Überfahren einer roten Ampel dazu führen, dass der Kasko-Versicherer bei einem anschließenden Unfall nicht zahlt. Die Haftpflichtversicherung ist davon zwar nicht beeinflusst, aber die Schäden am eigenen Auto muss der Verursacher dann selbst bezahlen. Wer durch jahrelanges unfallfreies Fahren eine günstige Schadenfreiheitsklasse erreicht hat, kann diese mit einem "Rabatt-Retter" sichern. Dann wird zwar nach einem Schaden der Vertrag zurückgestuft, es gilt aber weiterhin der alte, günstigere Prozentsatz, der die Prämie reduziert.

          Eine bedenkenswerte Reduzierung des Versicherungsschutzes ist die Werkstattbindung, wie sie immer mehr Versicherer anbieten. Bei Schäden am eigenen Auto verpflichtet sich der Versicherte dazu, den Wagen in Werkstätten zu geben, die mit dem Versicherer zusammenarbeiten. Im Gegenzug senkt der Versicherer die Prämien, meist um 15 Prozent, bei der Huk-Coburg sogar um 20 Prozent. Allerdings sollten die Versicherten beachten, dass sie sich in der Regel in gleicher Höhe an den Reparaturkosten beteiligen müssen, falls sie nach einem Unfall doch die eigene Werkstaat beauftragen, die keinen Vertrag mit dem Versicherer hat.

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