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Gastro-Inflation : Nach der Krise wird es im Restaurant teurer

Nicht nur Heizöl und Benzin kosten jetzt mehr - auch Essengehen wird teurer. Bild: dpa

Schon bei der Pest in Leipzig im Jahre 1611 stieg nach all dem Schrecken und einem Lockdown auch noch der Bierpreis in den Gasthäusern. Auch jetzt gibt es Preisauftrieb in der Gastronomie.

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          Es ist durch alte Urkunden, die jetzt wieder herausgekramt wurden, relativ gut belegt: Schon bei einer historischen Pandemie, der Pest in Leipzig im Jahre des Herrn 1611, gab es nach all dem Schrecken und einem angeordneten Lockdown zu allem Überfluss auch noch einen Preisanstieg in den örtlichen gastronomischen Einrichtungen: Der Bierpreis im Gasthaus stieg um 11 Pfennige. Das sorgte für Empörung. Die Obrigkeit wollte damals sogar umgehend mit Ermahnungen gegen solcherlei Unsitten vorgehen.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Gut vier Jahrhunderte später ist jetzt gerade ein ganz ähnliches Phänomen zu beobachten. Auch jetzt steigen im Restaurant mit der Rückkehr des Wirtschaftslebens die Preise. Alkoholische Getränke in Gaststätten in Deutschland kosteten im Monat September immerhin 3,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie Thomas Krämer vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden ausführt. Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen insgesamt legten in diesem Zeitraum um 3,5 Prozent zu. Das ist längst kein so drastischer Preisanstieg wie etwa bei Heizöl mit 76,5 Prozent oder Benzin mit 28,6 Prozent – aber immerhin.

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