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Gamestop-Rally : Short-Seller gerät in Bedrängnis

Ein Gamestop-Geschäft in Des Plaines Bild: AP

Am Mittwoch setzte sich die Aktienrally von Gamestop mit Kurssteigerungen von bis zu 140 Prozent fort. Der Hedgefonds, der auf fallende Kurse des Videospiele-Einzelhändlers gesetzt hat, lässt auch die Titel zweier deutscher Unternehmen ansteigen.

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          Die Aktie der amerikanischen Einzelhandelskette Gamestop setzt auch am Mittwoch ihre rasante Rally fort. Zum Handelsstart in Amerika stieg der Kurs um 140 Prozent auf über 350 Dollar. Vor nicht einmal einem Monat kostete eine Aktie noch rund 12 Dollar. Seit Tagen wetten Privatanleger auf weitere Kurssteigerungen, während Leerverkäufer, also Short-Seller, auf fallende Kurse setzen und damit nun in Bedrängnis geraten.

          Antonia Mannweiler
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Am Dienstag heizte der Chef des Elektroautoherstellers Tesla, Elon Musk, die Gamestop-Aktie mit einem Tweet dazu weiter an. Er verlinkte dabei das Forum Wallstreetbets, das mit seinen Nutzern für das „aufpumpen“ des Titels verantwortlich gemacht wird. Damit war Musk nicht allein. Auch der amerikanische Risikokapitalgeber Chamath Palihapitiya feuerte die Rally auf Twitter an mit einem Bildschirmfoto, das 50 Call-Optionen auf Gamestop im Wert von 100.000 Dollar zeigt, die der Tech-Investor erworben hat. Am Dienstag wurden an der New York Stock Exchange nur zwei andere Titel häufiger gehandelt als Gamestop.

          An dem Unternehmen aus Texas, das in mehr als 5000 Geschäften Videospiele, Konsolen und Zubehör verkauft, ist aber auch Blackrock, der größte Vermögensverwalter der Welt, beteiligt. Aus einem Dokument der amerikanischen Börsenaufsicht SEC vom Dienstag geht hervor, dass der Fondsgigant 9,2 Millionen Gamestop-Aktien besitzt, was einer Beteiligung von mehr als 13 Prozent entspricht.

          Kurse von Evotec und Varta legen zu

          Turbulent ging es auch für zwei deutsche Werte am Mittwoch zu, deren Anstieg indirekt mit der Kursexplosion von Gamestop zusammenhängt. Die Aktien des Biotechunternehmens Evotec und des Batterieherstellers Varta stiegen am Mittwoch um jeweils 6 beziehungsweise 5 Prozent. Zum Handelsauftakt legten die Titel von Evotec sogar um bis zu 30 Prozent zu.

          GAMESTOP CORP. A

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          EVOTEC SE INH O.N.

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          Für den Kursanstieg wird der Hedgefonds Melvin Capital verantwortlich gemacht, der Leerverkaufspositionen auf Gamestop, aber auch auf die deutschen Unternehmen Varta und Evotec hält. Laut dem Bundesanzeiger hat der Hedgefonds 4,4 Prozent der Varta-Aktien geshortet, also leerverkauft. Seit Jahresbeginn hat sich der Kurs des Batterieherstellers aber um mehr als 34 Prozent nach oben bewegt. Bei Evotec hält Melvin Capital Short-Positionen auf 6,2 Prozent aller ausstehenden Aktien.

          Die finanzielle Situation von Melvin Capital dürfte sich enorm verschlechtert haben mit seiner Leerverkaufsposition auf Gamestop. Der Hedgefonds hatte sich verkalkuliert und auf fallende Kurse des Videospiele-Verkäufers gesetzt. Marktteilnehmer rechnen damit, dass der Hedgefonds seine Positionen bald glattstellen muss, was zu kurzfristigen Kurssteigerungen führen könnte.

          VARTA AG O.N.

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          Auch ein Short-Squeeze, also eine Aufwärtsspirale des Kurses von Gamestop, wird nicht mehr ausgeschlossen. Anleger, die darauf spekulieren, decken sich weiter mit den Titeln ein und treiben den Preis somit in die Höhe. Seit Anfang Januar hat Melvin Capital mehr als 30 Prozent seines Kapitals verloren. Anfang der Woche wurde bekannt, dass der Hedgefonds eine Finanzspritze von 2,75 Milliarden Dollar erhalten hat.

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