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Fusionen : Globalisierung forciert Übernahmen

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Fressen und gefressen werden Bild: FEM

Waren Übernahmen und Firmenzusammenschlüsse vor zehn Jahren in Europa noch seltene Ereignisse, so gehören sie immer mehr zum alltäglichen Geschäftsleben.

          Waren in den USA Firmenübernahmen in den 80er Jahren noch verpönt, so sind sie dort heute das „Normalste“ der Welt. Ganz anders in Europa. Dort scheiterte etwa die Übernahme von Thyssen durch die kleinere Krupp zunächst am öffentlichen Protest. Später kamen die beiden Firmen im Rahmen einer einvernehmlichen Fusion zusammen.

          Spätestens der offen ausgetragene Kampf um die Mehrheit bei Mannesmann brachte auch das öffentliche Interesse wieder auf das Tableau. Selbst der Bundeskanzler ließ sich herab, seine Sympathie für die Selbstständigkeit des neu entstandenen Telekommunikationskonzerns zu bekunden. Ohne Erfolg. Denn schlussendlich entschieden sich die Aktionäre für das Zusammengehen mit der britischen Vodafone.

          Was sind die Beweggründe für Übernahmen und Fusionen?

          Grundsätzlich gibt es zwei Schlüsselmotive. Einmal sind die Interessen kurzfristiger Natur. Das heißt, ein Investor übernimmt eine Firma, weil sie unterbewertet ist. Er versucht die „verborgenen Schätze“, zum Beispiel stille Reserven, zu bergen oder er konzentriert die Aktivitäten auf die Kernkompetenz des Unternehmens. Anschließend verkauft er dann die Firma oder einzelne Firmenteile zu einem höheren Preis weiter, oder bringt sie an die Börse. Die Differenz ist sein Gewinn. Der Investor hat so mehr den Charakter eines Spekulanten und ist vor allem am kurzfristigen Profit orientiert.

          Seit den 90er Jahren gibt es im Rahmen des zunehmenden internationalen Wettbewerbs und der Globalisierung immer mehr strategische Beweggründe. So sind Übernahmen für Unternehmen mit starkem Wachstum eine schnelle Möglichkeit, an Größe zu gewinnen. Sie können relativ schnell ihr Produktsortiment verbreitern, ihren Marktanteil erhöhen, an neue Technologien oder qualifiziertes Personal herankommen, in neue Länder expandieren oder aber auch einfach nur Synergieeffekte und Größenvorteile erzielen.

          Weltweit, so auch in Europa, konzentrieren sich immer mehr Unternehmen auf ihre eigentliche Tätigkeit und spalten bisher mitbetriebene Nebenaktivitäten ab. Auch immer mehr Banken und Versicherungen tendieren dazu, ihre Unternehmensbeteiligungen abzubauen. Die Änderung entsprechender Steuergesetze im Jahr 2002 dürfte einen zusätzlichen Anreiz darstellen. So erwarten Spezialisten in den kommenden Monaten eine wahre Welle von Fusionen und Übernahmen.

          Vor allem auch der deutsche Markt hat nach ihrer Meinung im Vergleich mit angelsächsischen Ländern großes Nachholpotenzial. Gerade die gefallenen Aktienkurse der Technologiewerte machen die Situation besonders interessant, sind doch jetzt manche Unternehmen in bestimmten Wachstumbereichen billig zu haben.

          Wie laufen solche Transaktionen ab?

          Hat sich eine erfolgreiche und kapitalkräftige Firma entschlossen, rasch und stufenweise zu expandieren, so wird sie ein Beratungsunternehmen einschalten und nach dem gewünschten Ziel suchen lassen. Das sind in der Regel Firmen mit einem niedrigen Kurs/Gewinn-Verhältnis, hohen Buchwerten in Relation zur Marktkapitalisierung bei gleichzeitig hohen stillen Reserven, starkem und kontinuierlichem Cash Flow sowie hoher Liquidität und ungenutzter Verschuldungsfähigkeit zur Finanzierung des Kaufpreises. Bevorzugt werden Unternehmen, die kurz vor einer Turn Around-Situation stehen oder von Managern geleitet werden, die kooperativ erscheinen oder keinen großen Widerstand erwarten lassen.

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