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Frühaufsteher : Verkaufswelle drückt Commerzbank-Aktie

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Die Commerzbank hat ihr Ziel erreicht und übernimmt die Dresdner Bank. Die Anleger quittierten dies mit einer Verkaufswelle: 5,8 Prozent lag die Aktie im frühen Handel im Minus. Damit führte die Commerzbank die Liste der Dax-Verlierer an. Der Index fiel um 1,2 Prozent.

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          Belastet von negativen Vorgaben und mit dem Verkauf der Dresdner Bank an die Commerzbank im Blick tendierte der deutsche Aktienmarkt im Minus. Der Dax fiel im frühen Handel um 1,2 Prozent auf 6344 Punkte. Der M-Dax verlor 0,9 Prozent auf 8605 Punkte und der Tec-Dax 1,1 Prozent auf 818 Punkte. Negativ wirke der Kursverfall an den Börsen in den Vereinigten Staaten und in Asien, hieß es im Handel. Impulse von den amerikanischen Finanzmärkten werden heute ausbleiben: Wegen eines Feiertags bleibt Wall Street heute geschlossen.

          Vor allem die Commerzbank wurde mit einem hohen Abschlag bedacht. Die Aktie lag im frühen Handel 5,8 Prozent auf 18,92 Euro zurück und führte damit klar die Liste der Verlierer im Dax an. Nach der Einigung wollen die Konzerne am heutigen Montag Details der Transaktion bekanntgeben. Die Aktie der Allianz verlor unterdurchschnittlich 0,2 Prozent auf 113,90 Euro. Sie wird als Gewinner des Verkaufs der Dresdner Bank gesehen, obwohl sich der Versicherungskonzern nicht für das höhere Gebot der China Development Bank entschieden hatte.

          Der Verkauf der Dresdner Bank an die Commerzbank gilt unter Marktbeobachtern als unentschlossen und birgt Risiken, die sich noch nicht abschätzen lassen. Auch wird die Allianz die Dresdner Bank, die für den Versicherungskonzern ein Milliardengrab wurde, nicht wirklich los. Laut „Handelsblatt“ wird der Verkauf den Münchener Versicherer über Abschreibungen nochmal etwa 700 Millionen Euro kosten. Auch werde bis auf weiteres der Kurs der Commerzbank dadurch belastet werden, dass diese sich die Dresdner Bank nicht wirklich leisten kann und einen Abbau von 9000 Stellen und die Schließung von Filialen bewältigen muss. „Die Details entsprechen im Wesentlichen den Erwartungen, die in den Spekulationen der vergangenen Wochen gehandelt worden sind“, sagte ein ungenannter Händler laut dpa-AFX.

          In der zweiten Reihe zogen die Aktie des Düngemittelherstellers K+S vorbörslich Interesse auf sich. Der Titel tendierte vor der offiziellen Handelseröffnung 0,9 Prozent höher, bewegte sich nach dem Börsenstart allerdings nur geringfügig über dem Schlusskurs vom Freitag. Der bisher im M-Dax gehandelte Wert gilt als heißer Favorit für einen Aufstieg in den Dax, um dort den Reise- und Schifffahrtskonzern Tui zu ersetzen. Für Mitte der Woche wird die Entscheidung des Arbeitskreises Aktienindizes der Deutschen Börse erwartet.

          Der Tec-Dax dürfte künftig noch solarlastiger werden - SMA Solar und Manz Automation gelten als Kandidaten für einen Aufstieg in den Technologie-Index.

          Auch wenn Anleger in der vergangenen Woche von größeren Kursrückschlägen weitgehend verschont geblieben sind, hat der Dax trotzdem das Tal noch nicht durchschritten. „Es sind weiterhin keine starken Impulse in Sicht, die für eine nachhaltige Erholung der Aktienmärkte sorgen könnten“, hieß es beispielsweise bei der Unicredit.

          Die Experten der Landesbank Berlin (LBB) rechnen ebenfalls damit, dass die Jahrestiefststände nochmals getestet werden könnten. „Alles spricht für eine Fortsetzung der schwankungsanfälligen Aktienbörsen. Anleger werden sich weiter in Geduld üben müssen“. Aus langfristiger Sicht könnte unterdessen die Einführung der Abgeltungssteuer im kommenden Jahr dazu führen, dass das tiefere Kursniveau von Investoren zum Positionsaufbau genutzt wird.

          Weiterhin würden Konjunkturdaten und der Ölpreis die Richtung an den Märkten vorgeben. „Einige besser als erwartet ausgefallene amerikanische Daten konnten bereits in der Vorwoche die Stimmung etwas heben. Allerdings fehlt den Marktteilnehmern nach enttäuschenden Daten aus der Eurozone die Überzeugung, dass sich ein baldiges Ende der schwierigen Börsenzeiten abzeichnet“, schrieben die LBB-Experten. Für zusätzliche Unruhe sorgt auch der wieder steigende Ölpreis. „Vorsicht vor Gustav“, warnt vor diesem Hintergrund Rohstoffexperte Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). „Je mehr die prognostizierte Route des Sturms Gewissheit annimmt, desto höher die 'Zitterprämie' beim Ölpreis“.

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