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Frühaufsteher : Schwache Vorgaben - schwächerer Dax

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Die deutschen Aktien tendieren am Freitag schwächer. Die Vorgaben sind negativ, die Stimmung hat sich aufgrund schwacher Konjunktur- und wechselhafter Unternehmensergebnisse rasch wieder deutlich eingetrübt.

          Nach schwachen Vorgaben aus den Vereinigten Staaten und Japan hat der Dax am Freitag schwächer eröffnet. Mit einem Minus von 0,8 Prozent auf 6390 Punkte schloss der Leitindex an die Vortagesverluste an. Enttäuschende amerikanische Immobilienzahlen und eine Gewinnwarnung von Daimler hatten am Vortag eine sechstägige Gewinnsträhne im Dax beendet. Unter Druck gerieten vor allem die Bankenwerte, nachdem auch in den Vereinigten Staaten die Finanzwerte stark verloren hatten. Deutsche Bank, Commerzbank und Postbank verloren bis zu 3,6 Prozent. Händler sagten, neue Faktoren gebe es nicht. Vielmehr strichen einige Anleger die Gewinne der letzten Tage ein, nachdem die Finanzwerte weltweit zuvor ein wenig Boden gutmachen konnten. Daimler, die am Vortag fast zehn Prozent an Wert eingebüßt hatten, fielen um weitere 1,2 Prozent. Die Infineon-Aktien fanden zunächst keine klare Richtung. Der Halbleiterkonzern hatte für das abgelaufene Quartal vor allem wegen weiterer Abschreibungen auf die Speicherchiptochter Qimonda erneut einen Verlust ausgewiesen. Nach einigen Handelminuten notierten die Titel 0,4 Prozent niedriger, nachdem sie zuvor 1,6 Prozent zugelegt hatten.

          Rentenmarkt gut behauptet

          Am deutschen Rentenmarkt rechnen Experten am Freitag mit einer gut behaupteten Tendenz. „In den Vereinigten Staaten verdienen heute die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter besondere Aufmerksamkeit“, schreibt die HSH Nordbank. Nach enttäuschenden Konjunkturdaten am Vortag, hätten auch die im Verlauf erwarteten Daten Enttäuschungspotential. Dies dürfte die amerikanische Staatsanleihen und mithin ihre europäischen Pendants beflügeln. Den richtungsweisenden Bund-Future sieht die HSH Nordbank zwischen 110,40 und 111,40 Punkten. Im frühen Handel liegt der Bund-Future mit einem Plus von 26 Stellen bei 111,02 Prozent.

          Euro und Yen legen zum Dollar zu

          Beim Übergang vom asiatisch dominierten zum europäisch geprägten Devisenhandel legt der Euro am Freitagmorgen weiter gegenüber dem Dollar zu und notiert wieder über Marke von 1,57 Dollar. Marktteilnehmer begründen die Erholung der Gemeinschaftswährung nach den Verlusten der Vortage unter anderem mit den kräftigen donnerstäglichen Abschlägen an den amerikanische Aktienmärkten. Darüber hinaus hätten auch die unerwartet schwachen amerikanische Konjunkturdaten den Euro gestützt, nachdem noch am Vormittag der enttäuschende Ifo-Geschäftsklimaindex bei der Gemeinschaftswährung für Abgabedruck gesorgt hatte. „Derzeit sehen wir so etwas wie einen Wettbewerb der hässlichen Entlein um die schlechtesten Daten“, sagt Alan Ruskin, Chief International Strategist bei RBS Greenwich Capital. Auch gegenüber dem Yen schwächt sich der Greenback nach dem zuletzt gesehenen Höhenflug wieder ab. Zwar werde die japanische Landeswährung vom im Juni zu verzeichnenden ersten Rückgang der Exporte seit fünf Jahren belastet. Allerdings profitiere der Yen als Niedrigzinswährung von der Suche der Investoren nach einem als sicherer geltenden Hafen, heißt es im Handel. Neue Impulse für den Devisenhandel werden auch zum Wochenausklang von der Konjunkturseite erwartet. Auf der Agenda steht unter anderem die erste Veröffentlichung des britischen Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal. Volkswirte erwarten im Mittel ihrer Prognosen ein Plus von 0,3 Prozent auf Quartals-, und eine Zunahme um 1,7 Prozent auf Jahressicht. Überraschend schwache Einzelhandelsumsätze hatten bereits am Vortag das Pfund Sterling gegenüber Euro und Dollar belastet. Daneben stehen mit den Auftragseingängen langlebiger Wirtschaftsgüter in der Industrie und den Neubauverkäufen im Juni wichtige makroökonomische Daten aus der größten Volkswirtschaft der Welt zur Veröffentlichung an. Hinzu kommt das Ergebnis der zweiten Umfrage der Universität Michigan zur Stimmung der amerikanische Verbraucher im Juli. Aus charttechnischer Sicht ist der Euro gegenüber dem Dollar bei 1,5660 Dollar unterstützt. Bei 1,5770 Dollar liegt ein Widerstand. Die Feinunze Gold kostet am Freitagvormittag 932,75 Dollar, nachdem sie am Donnerstag zum Londoner Nachmittag-Fixing mit 928,00 Dollar festgestellt worden war.

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