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Frühaufsteher : Schwache Vorgaben belasten

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Der deutsche Aktienmarkt muss an diesem Donnerstag die schwachen Vorgaben der Wall Street und der asiatischen Börsen verkraften. Besonders stark geriet der japanische Aktienmarkt unter Druck. Das dämpft die Stimmung auch im deutschen Handel.

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          Kursverluste an den Börsen in Vereinigten Staaten und Fernost haben den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag belastet. Der Dax eröffnete 0,8 Prozent schwächer bei 6674 Punkten. „Das sind die klassischen Belastungsfaktor: schwache Vorgaben aus den Vereinigten Staaten und Asien, daneben sind der Euro und Ölpreis wieder etwas gestiegen. Das drückt auf die Stimmung“, sagte ein Händler.

          Rund 2,5 Prozent im Minus notierten kurz nach Eröffnung die Titel der Deutschen Börse. Händlern zufolge senkte Credit Suisse das Kursziel für den Börsenbetreiber auf 135 von 150 Euro.

          Die Erstnotiz des Börsendebütanten GK Software lag bei 21,40 Euro und damit 40 Cent über dem Platzierungspreis von 21 Euro. Das auf Softwarelösungen für den Einzelhandel spezialisierte Unternehmen musste den Preis am unteren Ende der bereits einmal gesenkten Preisspanne festsetzen. GK Software hatte vergangene Woche den Börsengang verschoben und die Preisspanne von 29 bis 35 Euro auf 21 bis 23 Euro gesenkt.

          Im S-Dax verloren die Aktien des Saatgutherstellers KWS Saat 8,9 Prozent. Ein Sprecher hatte allerdings in Reaktion auf Spekulationen über eine mögliche Gewinnwarnung die Geschäftsziele für das Ende Juni endende Geschäftsjahr bekräftigt. „An unseren Prognosen gibt es nichts zu rütteln“, sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag.

          Die Aktie des insolventen Herstellers von Flugzeugmotoren Thielert verteuerten sich um 50 Prozent auf 1,49 Euro, nachdem der Insolvenzverwalter mehr als 50 mögliche Bieter für das operative Flugzeugmotoren-Geschäft in Aussicht gestellt hatte.

          Allerdings dürfte der Ölpreis den Aktienmarkt etwas stützen. Die Notierung für amerikanisches Leichtöl der Leitsorte West Texas Intermediate (WTI) fiel im frühen Handel um 73 amerikanische Cent auf 135,95 Dollar. Allerdings bleibt die Lage am Ölmarkt nervös. Am Mittwoch schwankten die Notierungen in einer Spanne von mehr als 5 Dollar.

          EADS gerieten unter Druck. An der Pariser Börse gab der Titel des Rüstungs- und Luftfahrtkonzerns um 2,4 Prozent auf 13,23 Euro nach. Der bei der Vergabe eines milliardenschweren Tankflugzeug-Auftrags der amerikanischen Luftwaffe unterlegene amerikanische Wettbewerber Boeing siegte am Mittwoch mit seinem Protest vor dem amerikanischen Rechnungshof. Die Kontrollbehörde unterstützt den Einspruch Boeings und empfiehlt der Luftwaffe, das Verfahren für den Auftrag im Wert von fast 40 Milliarden Dollar erneut zu starten.

          Unterdessen könnten Vossloh von einem bevorstehenden Verkauf profitieren. Der Verkehrstechnikkonzern steht kurz vor dem Verkauf seines Gleisbaus an den französischen Baukonzern Vinci. „Wir haben ein fertig verhandeltes Vertragsangebot vorliegen“, sagte ein Vossloh-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa-AFX am Mittwoch. Der Kaufpreis liege bei 150 Millionen Euro. Händler äußerten sich positiv. „Das klingt nach einem sehr attraktiven Preis für die Sparte, zumal die Margen in diesem Bereich deutlich unter dem Gruppendurchschnitt von Vossloh liegen“, sagte ein Händler.

          Die im M-Dax notierten Aktien von Krones werden mit einem Dividendenabschlag gehandelt. Der bayerische Abfüllanlagenhersteller zahlt seinen Aktionären für das vergangene Jahr eine Gewinnbeteiligung von 0,70 Euro je Aktie.

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