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Frühaufsteher : Schmerzhafte Kursverluste für Bankaktien

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Die Finanzbranche gerät wieder einmal in den Fokus der Anleger: Kursverluste von mehr als 20 Prozent verzeichneten die Aktien von Fannie Mae und Freddie Mac an der Wall Street. Auch deutsche Bankaktien stehen am Dienstag auf der Verkaufsliste - und der Dax liegt dick im Minus

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          Negative Vorgaben aus Übersee haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstag zum Handelsstart belastet. Der Dax büßte in den ersten Minuten 1,1 Prozent auf 6362 Punkte ein. Der M-Dax verlor 1,1 Prozent auf 8308 Zähler und der Tec-Dax sank um 0,3 Prozent auf 7967 Punkte.

          Die amerikanischen Börsen hatten am Vortag zwar im Plus eröffnet, danach jedoch abgedreht und belastet von erneuten Sorgen über den Finanzsektor schwach geschlossen. Der Future auf den amerikanischen Leitindex stand am Morgen rund 120 Punkte unter seinem Stand zu Xetra-Schluss am Montag. In Tokio schloss der Nikkei-225-Index sehr schwach.

          Die deutschen Erzeugerpreise belasteten zusätzlich. Im Juli sind sie so stark wie seit 27 Jahren nicht mehr gestiegen. Zudem wird am Vormittag noch der ZEW-Index veröffentlicht, bevor am Nachmittag die amerikanischen Erzeugerpreise neue Impulse geben dürften.

          Finanztitel verloren überdurchschnittlich. Deutsche Bank fielen um 2,5 Prozent auf 58,49 Euro und Hypo Real Estate um 3,1 Prozent auf 16,82 Euro. Händler verwiesen auf erneute Sorgen über die amerikanische Finanzkrise, die am Vortag bereits für hohe Kursverluste in den Vereinigten Staaten gesorgt hätten. Fannie Mae und Freddie Mac brachen um mehr als 20 Prozent ein, nachdem laut einem Bericht des Anlegermagazins „Barron's“ ein Einschreiten des Staates immer wahrscheinlicher wird und damit die bisherigen Aktionäre leer ausgingen.

          Für die Aktien von Infineon ging es nach negativ aufgenommenen Aussagen um 2,9 Prozent auf 5,63 Euro nach unten. Die zweistelligen Wachstumsraten in der Halbleiterbranche sind nach Ansicht des neuen Vorstandsvorsitzenden Peter Bauer endgültig vorbei.

          Die Papiere des Industrie-Unternehmens Thyssen-Krupp verloren 1,7 Prozent auf 32,85 Euro und damit etwas mehr als der Dax. Ein Börsianer verwies auf einen Artikel in der „Welt“, wonach im Zuge des Erweiterungsprojektes zwischen dem Transrapid-Konsortium mit Siemens und der chinesischen Regierung auch die Technik verkauft werden solle. „Ein Verkauf der Transrapid-Technologie zu einem vernünftigen Preis wäre eine gute Nachricht“, sagte ein Händler.

          Unter den Technologiewerten zeigten sich die Solon-Aktien nach Zahlen mit plus 3,4 Prozent auf 46,02 Euro sehr fest. Der Solarmodul-Hersteller hat im zweiten Quartal ein kräftiges Gewinnplus verzeichnet. Die Umsätze übertrafen laut Händlern die Erwartungen. Die Ergebnisseite bewerteten die Börsianer indes unterschiedlich. Während einer die Zahlen als „durch die Bank besser“ einstufte, sah ein anderer das operative Ergebnis sowie den Gewinn nach Steuern eher im Rahmen der Erwartungen. Entsprechend müsse nach dem Kursanstieg um 5,8 Prozent vom Vortag im weiteren Handelsverlauf auch mit Gewinnmitnahmen gerechnet werden, glaubt er. Einheitlich positiv aufgenommen wurde der bestätigte Ausblick. Demnach sollen Umsatz und bereinigter Gewinn um 75 Prozent steigen.

          Auch Analystenkommentare sorgten für Kursbewegungen unter den Standardwerten. Die Metro-Titel hielten sich mit minus 0,8 Prozent auf 38,39 Euro besser als der Dax. Händler verwiesen darauf, dass Goldman Sachs die Aktie des Handelsunternehmens in einer Branchenstudie von ihrer „Gesamteuropäischen Verkaufsliste“ gestrichen und auf „Neutral“ hoch gestuft hat. Das Kursziel wurde von 35 auf 43 Euro erhöht. Die Aktie habe sich zuletzt schwach entwickelt und könnte von Übernahmespekulationen profitieren, hieß es zur Begründung.

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