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Frühaufsteher : Schlechter ZEW-Konjunkturindex drückt Dax unter 7700

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Der Dax eröffnete ein wenig niedriger, fiel dann aber unter 7700 Punkte. Der Grund: Schon Asien litt unter Rezessionsängsten. Und der ZEW-Index bestätigte diese für Deutschland. Erwartet werden heute Zahlen von Intel und Citigroup.

          14 Min.

          Der deutsche Aktienmarkt ist am Dienstag mit leichten Kursverlusten in den Handel gestartet. Im Laufe des Vormittags baute der Index diese aus. Gegen 11.18 Uhr lag der Dax 0,6 Prozent niedriger bei 7680 Punkten. Damit fiel das Marktbarometer unter die wichtige Unterstützung von 7700 Punkten. Der Grund: Der ZEW-Konjunkturindex fiel schlecht aus.

          ZEW-Konjunkturindex fällt stärker als erwartet

          Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im Januar stärker als erwartet eingetrübt. Die ZEW-Konjunkturerwartungen seien von minus 37,2 Punkten im Vormonat auf minus 41,6 Punkte gesunken, teilte das Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mit. Von Thomson Financial News befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt mit einem moderateren Rückgang auf minus 39,0 Punkte gerechnet. Die Konjunkturerwartungen liegen damit weiter unter ihrem historischen Mittelwert von 31,0 Punkten.

          Der größte Risikofaktor für die deutsche Konjunktur ist laut ZEW die Gefahr einer Rezession in den Vereinigten Staaten im Zuge der Finanzkrise. Der Hoffnungsträger für die konjunkturelle Entwicklung sei der private Konsum, der durch eine Erholung am Arbeitsmarkt gestützt werde. „Der Konsum wird in den kommenden Monaten eine entscheidende Rolle für die Konjunkturentwicklung spielen. Allerdings sind die Einführung von Mindestlöhnen oder überzogene Lohnforderungen nicht geeignet, den Konsum zu erhöhen, da sie mit Arbeitsplatzverlusten verbunden sind,“ sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz.

          Post-Aktie fällt weiter

          Die Aktien der Deutschen Post haben am Dienstag ihre Verluste der vergangenen Tage ausgeweitet und zuletzt am Dax-Ende 2,35 Prozent auf 22,82 Euro eingebüßt. „Vielleicht ist der Überschwang aus der zuletzt angekündigten Verkaufsbereitschaft des Postbankanteils der Ernüchterung über das schwierige amerikanischen Geschäft gewichen“, sagte ein Händler. Zudem würden am Markt Stimmen laut, dass die angekündigte Lösung für das amerikanischen Expressgeschäft nicht so schnell kommen werde wie gedacht, fügte ein weiterer Börsianer an. Ein dritter Händler verwies auf die Nachricht, dass Günter Thiel eine Rückkehr als Chef der Pin Group in erwägt. Auch charttechnisch sehe die Aktie nicht gut aus - bereits zweimal sei sie zuletzt an der Wiederstandszone um 24,50 Euro gescheitert. Die nächste Unterstützung liege im Bereich der 200-Tage-Linie bei 22,50 Euro.

          Die Vorlagen aus den Vereinigten Staaten und aus Asien glichen sich in etwa aus, heißt es. Der Markt warte deshalb auf die Zahlen der Citigroup. Beobachter stellen sich auf hohe Abschreibungen im Zusammenhang mit der Subprime-Krise ein. Im Vorfeld dürften noch vom ZEW, am Nachmittag von den amerikanischen Einzelhandelsumsätzen, dem Empire-State-Index und von den amerikanischen Erzeugerpreisen stärkere Impulse ausgehen.

          Technische Analysten sprechen von einer bevorstehenden Richtungsentscheidung. Sollte der Dax über 7.781 und 7.860 Punkte steigen, würde sich die technische Lage verbessern, so Holger Struck von hslivetrading. Auf der anderen Seite meinen technische Analysten, ein Fall des Futures unter das jüngste Tief bei 7.721 Punkte würde die November-Tiefs um 7.500 in den Blick rücken.

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