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Frühaufsteher : Positive Tagesstimmung an den Börsen

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Die deutschen Aktienindizes tendieren am Freitag etwas fester als am Vortag. Anleger reagieren auf positive Vorgaben von der Wall Street und vor allem aus Asien. Der Nikkei hat fast drei Prozent zugelegt.

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          Kursgewinne prägen am Freitagmorgen das Geschehen am deutschen Aktienmarkt. Hatten am Donnerstag die Verluste an den Asienbörsen den Dax noch belastet, so hat sich das Bild komplett gedreht: In Tokio schloss der Nikkei-Index 3 Prozent fester. Der Dax steigt daraufhin gegen 9.30 um 0,5 Prozent oder 36 Punkte auf 6.740. Technisch ist der Leitindex auf kurze Sicht bei 6.624 Punkten unterstützt und stößt bei 6.784 auf Widerstand.

          Nach wie vor dominiert aber sowohl unter Händlern als auch bei Analysten die Vorsicht. „Wir gehen davon aus, dass der fortdauernde Rezessionskurs der amerikanische Wirtschaft auch Europa belasten wird, daher rechnen wir auch hier mit weiteren deutlichen negativen Revisionen der Unternehmensgewinne“, heißt es beispielsweise in einem aktuellen Marktkommentar der WestLB.

          Am Nachmittag dürften Preisdaten aus den Vereinigten Staaten und der Index der Uni Michigan zur Stimmung der amerikanische Konsumenten das Interesse auf sich ziehen. Einen wichtigen Indikator für die gerade begonnene Saison der Geschäftsberichte in den Vereinigten Staaten könnten laut Händlern die Quartalszahlen von General Electric liefern.

          Infineon liegen mit einem Aufschlag von 3,3 Prozent auf 4,75 Euro an der Dax-Spitze. Es gibt einen Medienbericht, dem zufolge Infineon Zulieferer für das neue iPhone von Apple sein könnte. Dass die beiden Chip-Hersteller STMicroelectronics und NXP ihre Mobilfunk-Aktivitäten bündeln, stellt zunächst keine Belastung für den Infineon-Kurs dar. Infineon produziert ebenfalls so genannte Designs für Mobilfunkgeräte.

          Einige Finanzwerte, die am Vortag stark unter Druck standen, erholen sich nun wieder. Deutsche Börse gewinnen 2 Prozent und Hypo Real Estate 1,8 Prozent. Commerzbank, Postbank und Deutsche Bank bleiben etwas hinter dem Gesamtmarkt zurück. Fraport geben nach Ausweis von Verkehrszahlen für den Monat März um 0,8 Prozent auf 46,54 Euro nach. Kursgewinne zwischen 2 Prozent und 4 Prozent verzeichnen in der zweiten Reihe die Konjunktur-abhängigen Werte wie Demag Cranes, GEA, Gildemeister, Hochtief, Kuka, Rheinmetall und Vossloh.

          Singulus verlieren dagegen 1,9 Prozent auf 9,97 Euro, nachdem HSBC die Aktie auf „Untergewichten“ gesenkt hat. Tele Atlas steigen um 4,5 Prozent auf 26,90 Euro. Die niederländische TomTom, die Tele Atlas übernehmen will, will laut Kreisen der Europäischen Union deren Anforderungen an eine Übernahme entgegenkommen. Damit wird ein erfolgreicher Abschluss der Übernahme wahrscheinlicher, sagen Händler.

          Europäische Anleihen leicht in der Defensive

          Die europäischen Rentenpapiere gerate am Freitag zunächst leicht in die Defensive. Denn immer wenn es an den Börsen zu einer Erhoungsbewegung kommt, tendieren sie in der Regel leichter. Auch die Europäische Zentralbank gab am Donnerstag keine Impulse, da sie nichts signalisierte, was in absehbarer Zeit auf einen Zinssenkung schließen lassen könnte. Die Tatsache, dass die Jahresteuerung im deutschen Großhandel die höchste seit dem Jahr 1982 ist, deutet nicht darauf hin, als ob die inflationären Impulse bald abflauen und damit Zinssenkungen möglich machen würden. Der Bund-Future liegt im frühen Handel mit einem Minus von 16 Stellen bei 115,16 Prozent.

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