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Frühaufsteher : Porsche und VW im Blickpunkt

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Die Aktien von Porsche und Volkswagen dürften am heutigen Mittwoch Interesse auf sich ziehen. Denn die EU-Kommission wird über die Aufstockung des Porsche-Anteils an Volkswagen auf mehr als 50 Prozent der Stimmrechte entscheiden. Ansonsten wird der deutsche Aktienmarkt etwas leichter erwartet.

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          Die deutschen Aktien sind am Mittwoch nach gemischten Vorgaben uneinheitlich gestartet. Der Dax verlor im frühen Handel 0,03 Prozent auf 6793 Zähler. Für den M-Dax mittelgroßer Werte ging es um 0,15 Prozent auf 9768 Punkte nach oben. Der Tec-Dax stieg um 0,36 Prozent auf 845 Zähler.

          Wichtige Konjunkturdaten stehen nicht auf der Agenda, dafür aber die Entscheidung der EU-Kommission über die Aufstockung des Porsche-Anteils an Volkswagen auf mehr als 50 Prozent der Stimmrechte an. Porsche meldet Absatzzahlen für die ersten zehn Monate des Geschäftsjahres. Damit dürften die beiden Autotitel in einem Handel, der ansonsten wenig Aufregung verspricht, Interesse auf sich ziehen.

          Außer den wöchentlichen Daten zu den Rohöllagerbeständen in den Vereinigten Staaten stehen keine marktbewegenden Konjunkturzahlen an. Im vorbörslichen Handel ragten wieder einmal die Aktien der Commerzbank mit einem Kursanstieg um 1,1 Prozent heraus.

          Kurzfristig wird der Dax aus technischer Sicht am Vortagestief von 6743 Punkten unterstützt, wie ein Analyst anmerkt. Eine Widerstandslinie verlaufe bei 6843 Punkten. Für fundamental nicht begründbare Kursbewegungen könnte erneut der große Verfall am Freitag am Options- und Terminmarkt sorgen.
          Mit den im Laufe des Tages anstehenden Quartalszahlen von Morgan Stanley dürften einmal mehr Banken im Fokus stehen. Die Finanzwerte zählten am Dienstag zu den Gewinnern im Dax, aktuell werden sie im vorbörslichen Handel um ihre Xetra-Schlusskurse vom Vortag gehandelt.

          Von den Geschäftszahlen von Fed Ex könnten Impulse für Deutsche Post ausgehen. Mit Anschlusskäufen bei Daimler rechnen Händler. „Das Aktienrückkaufprogramm wird den Kurs weiter nach oben treiben“, sagte ein Marktteilnehmer. Der Kurs mache technisch einen stark überverkauften Eindruck, so der Händler. Auch die leichte Entspannung beim Ölpreis sollte die Aktie des Autoherstellers stützen.

          Positiv seien Aussagen von Fitch, nach denen der Rückkauf das Rating von Daimler nicht beeinflusse. Staud Research meinte, eine „bis auf Werte von 48/49 Euro laufende Erholung sollte jetzt allemal drin sein“. Vorbörslich zeigten sich Daimler unverändert.

          Fluggesellschaften litten unter negativen Analystenkommentaren. So kappte beispielsweise Cheuvreux die Gewinnschätzungen für Lufthansa aufgrund höherer Treibstoffkosten deutlich - die Aktie verlor daraufhin 1,55 Prozent auf 15,26 Euro. Air Berlin litten unter ähnlich pessimistischen Kommentaren von Morgan Stanley und rutschten um 6,25 Prozent auf 5,10 Euro ab.

          Auch Tui könnten einen Blick wert sein. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, wird auch die Bielefelder Oetker-Gruppe zu den Empfängern des Verkaufsprospekts der zum Verkauf stehende Container-Reederei Hapag-Lloyd gehören. „Wir schauen uns das an“, wird August Oetker zitiert. Er habe jedoch relativiert: „Der Kauf von Hapag-Lloyd hat für uns keine Priorität.“

          Ein Händler sieht den Artikel leicht positiv. Er stehe im Kontrast zu am Vortag bereits bekannt gewordenen Aussagen von Oetker, wonach an einem Wachstum etwa durch eine Beteiligung an der von Tui zum Verkauf angebotenen Hapag-Lloyd kein Interesse bestehe. Ein anderer Börsianer verwies zudem auf einen Artikel der „Financial Times Deutschland“, demzufolge mögliche Investoren unter Umständen zwei Immobilien, unter anderem die Hamburger Zentrale, nicht übernehmen müssten. Dies schüre Spekulationen um einen erleichterten Jobabbau.

          Im Tec-Dax dürften Freenet in Bewegung kommen. Händler verwiesen auf Medienberichte, denen zufolge Telefonica eher als Zuschauer denn als Akteur die Entwicklung im deutschen Breitbandmarkt verfolgen will. Der spanische Telekom-Konzern spreche wohl mit Hansenet von Telecom Italia, um eine Kooperation auszuweiten. „Das ist leicht negativ für Freenet, da Telefonica bislang immer als ein möglicher Interessent gehandelt wurde“, sagte ein Händler. Positiv sei aber eine Studie von Morgan Stanley, die Freenet in einer Erstbewertung mit „Übergewichten“ und einem Ziel von 19,50 Euro aufgenommen haben.

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