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Frühaufsteher : Kräftige Erholung zur Eröffnung

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Nach den Aufregungen der vergangenen Tagen sind die deutschen Aktienmärkte auf dem Weg zu einer kräftigen Erholung. Der Dax legte zum Handelsauftakt kräftig zu, nachdem in New York der Dow Jones um 4,7 Prozent gestiegen und sich die Erholung in Fernost fortgesetzt hatte. Die Aktien von Banken stehen wieder einmal im Mittelpunkt.

          Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag im frühen Handel einen erneuten Erholungsversuch gestartet. Der Dax stieg in den ersten Handelsminuten um 3,9 Prozent auf 4802 Zähler, nachdem er tags zuvor knapp 5 Prozent eingebüßt hatte. Der MDax mittelgroßer Werte gewann 4,5 Prozent auf 5578 Punkte. Der Tec-Dax rückte um 5,2 Prozent auf 554 Zähler vor.

          Auch die übrigen europäischen Aktienmärkte haben am Freitag nach ihren schweren Verlusten am Vortag zu einer Erholung angesetzt und sind sehr fest in den Handel gestartet. Der Euro Stoxx 50 stieg in den ersten Handelsminuten um 3,6 Prozent auf 2510 Zähler, nachdem er am Donnerstag knapp 6 Prozent eingebüßt hatte. Der Londoner FTSE 100, der am Donnerstag auf den tiefsten Stand seit April 2003 gefallen war, legte um 3,9 Prozent auf 4012 Punkte zu. Der französische CAC-40-Index rückte um 4 Prozent auf 3310 Zähler vor.

          Allerdings hat die Finanzkrise die Anleger in dieser Woche durch ein Wechselbad der Gefühle gejagt, dessen Temperaturen zwischen brühendheiß und eiskalt schwankten. Am Montag sprang der Dax um mehr als 11 Prozent in die Höhe und schien am Dienstag zunächst die rasante Aufholjagd fortzusetzen. Immerhin schloss der deutsche Leitindex auch am Dienstag 2,7 Prozent im Plus. Am Mittwoch und Donnerstag folgten herbe Rückschläge mit Rückgängen von 6,5 und 4,9 Prozent. Unter dem Strich hat der Dax bisher in dieser Woche knapp 2 Prozent verloren.

          Für den Freitag fallen die Vorgaben aus sehr positiv aus. Nach einer Achterbahnfahrt hatte in New York der Dow-Jones-Index am Donnerstagabend nach Handelsschluss in Europa ins Plus gedreht und 4,7 Prozent höher geschlossen. Zuvor hatte er noch 2,4 Prozent im Minus gelegen. Auch der Nasdaq-Composite zog um 5,4 Prozent an. Damit machte die Wall Street einen Teil der Verluste aus der Mittwochssitzung wieder gut, als er mit minus fast 8 Prozent den größten prozentualen Verlust seit dem Crash von 1987 eingefahren hatte. Am Freitagmorgen setzte sich die Aufwärtsbewegung der Wall Street an der Börse Tokio fort.

          Unterstützung könnte von der Verabschiedung des knapp 500 Milliarden Euro schweren Rettungspaket für die deutsche Finanzbranche durch Bundestag und Bundesrat kommen. Die Fraktionen von Union und SPD hatten am Donnerstagabend das Paket gebilligt. Händler warnten davor, einen Anstieg der Kurse als Indiz für die Bewältigung der Krise zu sehen. Sie verwiesen auf Aussagen des Präsidenten der Fed von Minneapolis, Gary Stern, der vor langjährigen Auswirkungen der Finanzkrise auf die amerikanischen Wirtschaft gewarnt hatte.

          Am Nachmittag werden amerikanische Konjunkturdaten noch einmal für Bewegung sorgen. Es stehen die September-Statistik zu Baugenehmigungen und -beginne sowie der vorläufige Index zum Verbrauchervertrauen der Universität von Michigan und Reuters an.

          Vor allem Finanzwerte verzeichneten am Vormittag hohe Kursgewinne. Hypo Real Estate lagen knapp 20 Prozent im Plus bei 6,90 Euro. Commerzbank verteuerten sich um 8,7 Prozent auf 10,595 Euro und Postbank um 8,4 Prozent auf 22,43 Euro.

          Unter den deutschen Standardwerten rücken Infineon in den Blick. Die Aktie tendierte 7,6 Prozent höher bei 2,76 Euro, nachdem der amerikanische Chip-Hersteller AMD auf seinem Sanierungskurs vorankommt und sich der Gewinnschwelle nähert. Der Verlust verringerte sich im dritten Quartal überraschend deutlich auf 69 Millionen Dollar nach einem Verlust von 396 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Nachbörslich brachte das der AMD-Aktie ein Plus von rund 13 Prozent ein. „Das könnte auch Infineon stützen“, sagte ein Händler. Schon am Donnerstag schloss die Aktie 5,6 Prozent im Plus bei 2,565 Euro.

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