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Frühaufsteher : Deutsche Aktien tendieren etwas leichter

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Der deutsche Aktienmarkt ist zum Wochenschluss mit leichten Verlusten in den Handel gestartet. Marktteilnehmer führten dies vor allem auf den weiterhin hohen Ölpreis oberhalb der Marke von 135 Dollar je Fass zurück.

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          Etwas leichter hat der deutsche Aktienmarkt am Freitag den Handel eröffnet. Gegen 9.38 Uhr verliert der Dax 0,4 Prozent oder 26 Punkte auf 6.689. Am amerikanische Markt waren die Kurse im späten Geschäft von den Tageshochs abgebröckelt, das drückt laut Händlern nun am deutschen Markt etwas auf die Kurse. Weitere Rückschläge sollten jedoch zu Käufen genutzt werden, geben sie sich optimistisch. Im Handelsverlauf rechnen Händler daher mit einer Fortsetzung der Erholung vom Vortag.

          Aus Sicht technischer Analysten wäre ein Wochenschluss über 6.730 Punkten positiv. Ein neues Tief im Dax-Future unter dem Donnerstag-Tief von 6.649 Punkten wäre hingegen ein negatives Signal. Die Nachrichtenlage dünnt laut Händlern immer mehr aus; der nahenden Urlaubszeit werde Tribut gezollt. Von Konjunkturseite könnten die amerikanische Verbraucherpreise und die Realeinkommen für Mai sowie der Index der Verbraucherstimmung der Universität Michigan für Juni dem Markt Impulse verleihen.

          Stärkster Wert im Dax sind Siemens: Die Aktien des Technologiekonzerns legen um 1,4 Prozent auf 73,52 Euro zu. Marktteilnehmer führen die Kurszuwächse darauf zurück, dass der Titel von den Goldman-Sachs-Analysten auf die „Conviction Buy List“ genommen worden ist. Die Experten begründen dies mit der zum Sektor schwachen Entwicklung der Aktie seit der Gewinnwarnung im März. Zudem habe der Markt die positiven Auswirkungen der geplanten Kostensenkungen noch nicht voll eingepreist, ebenso wenig den Aktienrückauf.

          Für „zumindest teilweise eingepreist“ hält ein Händler das in den Medien kolportierte Elpida-Interesse an der Infineon-Tochter Qimonda. Das Thema sei bereits am Donnerstag in der letzten halben Handelsstunde am Markt gespielt worden und sei für die starke Kurserholung von Infineon mitverantwortlich gewesen. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (siehe auch: Chiphersteller Elpida erwägt den Kauf von Qimonda ) berichtete unter Berufung auf Aussagen des Elpida-CEO Yukio Sakamoto, dass zwar noch keine Gespräche geführt worden seien, der japanische Chiphersteller Verhandlungen aber „sehr offen“ gegenüberstehe. Aktuell liegen Infineon mit 1,4 Prozent im Plus und notieren bei 6,38 Euro.

          Schwach zeigen sich Automobilwerte, nachdem die Analysten von Goldman Sachs den Sektor auf „Neutral“ von zuvor „Attractive“ zurückgenommen haben. Vor allem unter Druck geraten sind BMW, die von den Analysten auf „Neutral“ abgestuft worden sind. BMW verlieren 2,2 Prozent auf 32,92 Euro und führen damit den Reigen der Verlierer im deutschen Leitindex an. Zudem geben Daimler um 1,5 Prozent auf 43,09 Euro nach und Volkswagen um 0,8 Prozent auf 172,60 Euro.

          Tui werden von den schwachen Vorgaben der asiatischen Schifffahrtswerte belastet und verlieren 1,3 Prozent auf 15,69 Euro. Der Sektor stand in Asien unter Abgabedruck, nachdem der Baltic-Dry-Index um 8,6 Prozent eingebrochen war. Dies ist laut Händlern der stärkste Index-Rückgang seit zwei Jahrzehnten gewesen.

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