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Frühaufsteher : „Der Markt wird heute nach oben durchgehen“

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Gute Aussichten für den Dax. Nach dem Einbruch am Mittwoch eröffnete der Dax um rund fünf Prozent höher. Die Jagd nach Schnäppchen ließ schon die Wall Street-Kurse steigen. Auch die Märkte in Asien erholten sich am Donnerstag weiter.

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          Angesichts erneut guter Vorgaben aus Amerika und Asien ist nun eine Korrektur nach oben fällig. Banken und Broker sagten vor Beginn des Terminhandels einen Dax-Anstieg von 3,5 Prozent auf 6662 Zähler voraus. Nach vorbörslichen Kursen ist sogar eine Kurserholung von bis zu fünf Prozent drin. Der Dax stieg in den ersten Handelsminuten um knapp fünf Prozent auf 6750 Punkte.

          Dax-Futures setzen Rally fort

          Die Dax-Futures setzen am Donnerstagmorgen ihre Spätrally vom Mittwochabend fort. Der März-Kontrakt des Dax-Futures steigt gegen 8.27 Uhr um 65 auf 6.780 Punkte und liegt damit über 250 Punkte höher als beim Schluss der Kassabörsen am Mittwoch. Das Tageshoch liegt bislang bei 6.807,5 und das Tagestief bei 6.723 Punkten. Umgesetzt wurden rund 4.500 Kontrakte. „Der Markt wird heute nach oben durchgehen“, sagt ein Händler. Die Nachrichtenlage sei einhellig positiv, zudem seien massive Short-Eindeckungen zu erwarten. Ab 6.900 Punkten werde die Luft allerdings dünner, dort begännen die ersten Widerstände.

          An der Wall Street hatten Gerüchte über bevorstehende Finanzspritzen für Anleiheversicherer die Kurse in der letzten Handelsstunde in die Höhe katapultiert.

          Trotz eines positiven Starts ging der Deutsche Aktienindex (Dax) in Frankfurt am Mittwoch mit 6439 Punkten aus dem Handel, ein Minus von knapp fünf Prozent. Seit Jahresbeginn hat der Dax damit nicht nur ein Fünftel seines Wertes eingebüßt, sondern auch den kompletten Gewinn 2007.

          Die übrigen Börsen in Europa gerieten ebenfalls in Rutschen, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) angedeutet hatte, der Zinssenkung der amerikanischen Notenbank nicht zu folgen. In New York drehten die Kurse nach anfänglichen Verlusten dagegen ins Plus.

          Apple enttäuscht

          An der Wall Street gewann der Dow Jones Index 2,5 Prozent hinzu und schloss bei 12,270,17 Punkten. Der technologielastige Nasdaq lag mit einem Plus von 1,05 Prozent bei 2,316,41 Punkten. Beide Börsenbarometer hatten nach Handelsbeginn zunächst mehr als zwei Prozent verloren.

          Der Ausblick von Apple und ein Gewinneinbruch bei Motorola schlugen zunächst auf die Stimmung der Investoren. Hinzu kamen Gerüchte über neue Verluste großer Banken aus Fehlspekulationen mit faulen amerikanischen Immobilienkrediten.

          Am Ende des Tages schienen die Händler bei den niedrigen Kursen allerdings einige Schnäppchenkäufe tätigen zu wollen. Gute Vorgaben aus Fernost hatten zunächst für einen positiven Auftakt an der Frankfurter Börse gesorgt.

          Angesichts der zwischenzeitlichen Verluste an der Wall Street in New York gab der Dax aber schließlich sämtliche Gewinne wieder ab und fiel ins Minus. Seit Anfang des Jahres büßte der deutsche Leitindex damit 20 Prozent ein. Zu Jahresschluss hatte er noch über 8000 Punkten gestanden.

          EZB ist zuversichtlich

          Die EZB zeigte sich zuversichtlich, dass die Konjunktur in der Euro-Zone die Kursturbulenzen verkraften kann und deutete an, die Zinsen stabil zu halten. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sagte in Brüssel, insbesondere in turbulenten Zeiten wie diesen sei es die Aufgabe der Zentralbank, Preisstabilität zu gewährleisten.

          Die amerikanische Notenbank hatte dagegen am Dienstag ihren Zinssatz überraschend deutlich auf 3,5 Prozent gekürzt. Mit billigerem Geld will die Fed der lahmenden Konjunktur auf die Sprünge helfen und eine Rezession verhindern.

          HypoVereinsbank-Analyst Andreas Rees widersprach der Auffassung, Deutschland und Europa seien durch ihre wirtschaftliche Stärke eine Insel der Glückseligen: „Dass die Kurse weltweit fallen, zeigt, dass wir alle im selben Boot sitzen: Die Euro-Länder, insbesondere das exportorientierte Deutschland, genauso wie die Schwellenländer“, erklärte er.

          Die Angst vor einer Rezession in den Vereinigten Staaten und vor weiteren Belastungen durch die amerikanischen Immobilienkrise hatten die Kurse am Montag so stark einbrechen lassen wie seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 nicht mehr.

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