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Frühaufsteher : Der Dax springt auf Anhieb über 7000 Punkte

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Rosenmontagsstimmung in Frankfurt: Der Dax erholt sich weiter. In dieser Woche rücken die Bilanzen der Unternehmen in den Mittelpunkt. In Deutschland erwarten Händler die Zahlen der Deutschen Bank, in Amerika schauen sie auf Cisco.

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          Der deutsche Aktienmarkt hat zum Wochenbeginn freundlich eröffnet. Er knüpfte an die Kursgewinne vor dem Wochenende an. 10 Minuten nach Handelsbeginn notierte der Dax bei 7044 Punkten. Das ist ein Plus von mehr als einem Prozent.

          Auch der Dow-Future stand am Morgen im Vergleich zum Handelsschluss in Europa höher. Zudem legten die Börsen in Asien kräftig zu. Der Nikkei-225-Index ging mit plus 2,69 Prozent aus dem Handel, der Hang Seng Index lag zuletzt mit 3,12 Prozent im Plus. Im Tagesverlauf könnten die VDA-Zahlen sowie die Daten zum Auftragseingang Industrie aus den Vereinigten Staaten für Bewegung sorgen.

          Deutsche Anleihen: Schwächer - Nachrichtenarmer Handel erwartet

          Die Kurse deutscher Anleihen sind am Montag zu Handelsbeginn gefallen. Der für den Rentenmarkt richtungsweisende Euro-Bund-Future sank um 0,26 Prozent auf 116,48 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,920 Prozent. Die Kursverluste seien auf die erwarteten Kursgewinne am Aktienmarkt zurückzuführen, sagten Händler. Laut HSH Nordbank stehen im weiteren Tagesverlauf keine kursbewegenden Daten an. Impulse sollten daher von den Aktienmärkten kommen. Am Freitag habe der amerikanischen Arbeitsmarktbericht mit einem Stellenabbau von 17.000 Punkten enttäuscht. Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe habe dagegen positivere Signale ausgesandt. Den Bund-Future sieht die HSH Nordbank im weiteren Tagesverlauf zwischen 116,52 bis 116,91 Punkten.

          Ausblick auf die Woche: Deutsche Bank im Fokus

          Panik und Euphorie dürften auch in der kommenden Woche das Bild am deutschen Aktienmarkt prägen. Die Unsicherheit bleibt, die Nervosität ist unverändert hoch, und das dürfte heftigere Schwankungen im deutschen Leitindex Dax und den anderen Indizes mit sich bringen.

          Eine der größten Gefahren für die Märkte ist Experten zufolge, dass globale Wachstumssorgen wieder neue Nahrung erhalten und dadurch die positiven Impulse durch die amerikanischen Leitzinssenkungen wieder verpuffen. Hinzu kommt, dass die Berichtssaison in Deutschland allmählich anläuft und die Jahresabschlüsse so manche Überraschung bereithalten könnten.

          An Konjunkturdaten steht nächste Woche wenig Spannendes an. Von der Europäischen Zentralbank werden keine Leitzinsänderungen erwartet. „Wir raten den Anlegern an den europäischen Aktienmärkten weiterhin, mit Vorsicht zu agieren“, heißt es daher etwa seitens der Landesbank Berlin. Die Erholung stellt für die Experten in der Bundeshauptstadt lediglich „eine technische Korrektur in den bestehenden Abwärtsbewegungen“ dar.

          Marktstratege Markus Reinwand von der Helaba spricht zwar auch von weiter erhöhter Unsicherheit an den Aktienmärkten, rechnet aber damit, dass sie nur noch von „kurzfristiger Dauer“ ist und sieht bereits ein „günstiges Chance/Risiko-Verhältnis für strategisch orientierte Anleger“. Inzwischen sei die Stimmung für Aktien „dermaßen unterkühlt“, dass womöglich ein Großteil eventuell negativer Nachrichten bereits in den Kursrückgängen vorweggenommen worden sei.

          Verstärkt rücken nun Unternehmen mit ihren Bilanzen in den Blick der Anleger. Vor allem die Zahlen der Deutschen Bank dürften interessieren; machten doch bereits in der vergangenen Woche Gerüchte über eine Gewinnwarnung und Prognose-Senkung für 2008 die Runde. „Ganz abwegig sind die Spekulationen nicht“, sagte ein Händler dazu. Dass es bei der größten Bank Deutschlands keine weiteren Abschreibungen wegen zweitklassiger Hypothekenkredite (Subprime) geben werde, sei kaum vorstellbar. Außerdem sei die Prognose eines bereinigten Vorsteuergewinns von 8,4 Milliarden Euro für das laufende Jahr „unter den aktuellen Marktbedingungen eigentlich nicht aufrecht zu erhalten“, begründete er seine Skepsis. Die Deutsche Bank hatte die Gerüchte nicht kommentiert.

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