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Frühaufsteher : Der Dax kämpft mit der Marke von 7500 Punkten

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Rezessionsangst drückt die Börsen weltweit. Die Kreditkrise, schlechte Intel-Zahlen, die Probleme der Banken und Ausverkaufsstimmung belasten die Aktienmärkte. Der Dax fiel zeitweise unter 7500 Punkte.

          12 Min.

          Der Dax hat am Mittwoch tiefer eröffnet. Der Leitindex lag in den ersten Handelsminuten rund 0,8 Prozent schwächer bei rund 7499 Punkten. Am Dienstag hatte der Dax rund zwei Prozent verloren. Bis sank der Index 7.493. Das ist der niedrigste Stand seit dem 27. November. Technisch unterstützt ist der Leitindex bei 7.480 Punkten, während bei 7.650 ein Widerstand liegt. Bis gegen 10 Uhr erholte sich der Index aber wieder bis auf 7500 Punkte.

          Die Aktien von Hypo Real Estate starteten nach dem Kurssturz vom Dienstag zunächst vier Prozent höher, bröckelten aber schnell auf ein Plus von rund zwei Prozent ab. “Die Leute steigen wieder ein nach dem sensationell großen Abschlag am Vortag“, sagte ein Händler. Zur Beruhigung habe auch beigetragen, dass der Vorstand am Vorabend Aktien gekauft habe. Der Immobilienfinanzierer hatte mit dem Eingeständnis von Belastungen aus der Hypothekenkrise die Anleger schockiert, die Aktien waren um mehr als 30 Prozent eingebrochen und hatten andere Bankenwerte mit in die Tiefe gerissen.

          Razzia bei Gildemeister

          Für Aufregung sorgte Deutschlands größter Werkzeugmaschinenbauer Gildemeister. Nach Firmenangaben hat es eine Razzia der Staatsanwaltschaft gegeben. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat nach eigener Auskunft Ermittlungen gegen den Vorstandschef aufgenommen, unter anderem wegen Untreue und Bestechung. Die Papiere des MDax-Unternehmens brachen zur Eröffnung um 25 Prozent auf 9,84 Euro ein.

          Ein schwacher Ausblick von Intel vom Dienstagabend lastet auf den Kursen am deutschen Aktienmarkt. Die Intel-Aktie brach an Wall Street nachbörslich um fast 14 Prozent ein. Mit Blick auf die Konjunktur dürfte sich das Interesse auf die amerikanischen Verbraucherpreise und das Beige Book der amerikanischen Notenbank zur amerikanischen Wirtschaftslage konzentrieren.

          Schwache Wirtschaftsdaten dürften die Spekulationen auf eine vorgezogene Zinssenkung in den Vereinigten Staaten befeuern, meinen Händler. Impulse erwarten Händler nun vom Quartalsbericht der Investmentbank J.P. Morgan und der amerikanischen Bank Wells Fargo. Vor diesen Zahlen ist die Zurückhaltung bei Banken ausgeprägt. Der schwache Ausblick von Intel lässt Infineon um 5,1 Prozent auf 6,35 Euro nachgeben.

          Positiv für die Deutsche Post werten Händler, dass diese laut der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ weiterhin von der Mehrwertsteuer befreit bleiben soll. Die Aktie Gelb gibt mit dem Gesamtmarkt um 0,9 Prozent nach.

          Adidas fallen um 4,8 Prozent auf 40,88 Euro zurück. Goldman Sachs hat zum Verkauf der Aktie geraten. Eine Abstufung der T-Aktie durch J.P. Morgan lässt Deutsche Telekom um 1,1 Prozent auf 15,01 Euro nachgeben. Damit hält sich das Papier noch recht gut.

          Relative Stärke zeigen Linde nach einer Hochstufung auf „Kaufen“ durch UBS. Linde gewinnen 0,8 Prozent auf 92,74 Euro. Stärke zeigen die als krisensicher geltenden Versorger Eon (+1,7 Prozent) und RWE (+1,4 Prozent).

          Ein Zeitungsbericht über belastende Folgen des schwachen Dollar für Heidelberger Druck drückt die Aktie um 3 Prozent nach unten. Hugo Boss (-7,6 Prozent) und IKB Bank (-10 Prozent) kommen ebenfalls kräftig unter die Räder. Händler sprechen von „starker Verkaufsbereitschaft“. Im TecDax verzeichnen die Solarwerte hohe Kursabgaben, angeführt von Conergy, die um 9,2 Prozent einbrechen.

          Ein schlechter Tag für den Deutschen Aktienmarkt war der Dienstag. Die Nachrichtenlage war schon am Vormittag nicht gut und wurde dann im Tagesverlauf richtig schlecht. Dabei gab es aus vor allem der Ecke, auf die die Finanzgemeinde besonders sensibel reagiert, negative Nachrichten: Abschreibungen bei den Banken auf Grund der Krise an den Kreditmärkten und schwächelnder Konsum der amerikanischen Bürger.

          Der Dax schloss am Ende des Tages mit einem Minus von 2,1 Prozent oder 166 Punkten bei 7.566. Im Handelsverlauf hatte der Index bei 7.564 Punkten ein neues Jahrestief markiert.

          Am Vormittag hatte zunächst der ZEW-Index enttäuscht. Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren für Deutschland haben sich im Januar weiter eingetrübt, der Index der Konjunkturerwartungen fiel auf minus 41,6 nach einem Minus von 37,2 im Vormonat. Damit ist der Index seit acht Monaten in der Abwärtsbewegung. Zugleich verharrte er auf dem niedrigsten Stand seit Januar 1993 und liegt deutlich unter seinem langfristigen Mittelwert von nunmehr 31,0 Punkten.

          Am Nachmittag enttäuschten zudem die Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten. Nach Einschätzung von Antje Hansen, Volkswirtin bei HSBC Trinkaus, machen die schwachen Einzelhandelsumsätze deutlich, dass die Ausgabenfreudigkeit sinkt. Diese fielen per Dezember um 0,4 Prozent und damit deutlich stärker als erwartet. Zudem wurden auch die Vormonatszahlen nach unten revidiert. Damit werde deutlich, dass das amerikanischen Wirtschaftswachstum nicht mehr so stark durch den Konsum getragen werde.

          Schwarzer Tag für die Banken

          Für die Banken war es einmal mehr ein rabenschwarzer Tag. Zum einen konnten die seit langem erwarteten Zahlen der Citigroup nicht überzeugen. Die Abschreibungen fielen zwar nicht so hoch aus, auch eine Dividendenkürzung wurde bereits am Markt erwartet. Aber vor allem die Abschreibungen in Höhe von 4,1 Milliarden Dollar auf Verbraucherkredite belasteten nach Einschätzung aus dem Handel. Dies mache zudem deutlich, dass die Krise am Hypothekenmarkt nun in der Realwirtschaft angekommen ist.

          Zum anderen enttäuschte Hypo Real Estate (HRE) auf breiter Front. Belastet von den Folgen der amerikanischen Immobilienkrise wird der Immobilienfinanzierer die angepeilte Eigenkapitalrendite von 12 Prozent im Geschäftsjahr 2007 nicht erreichen. Und dies, obwohl die Bank bislang immer erklärt hatte, von Subprime-Hypothekenkrise in den Vereinigten Staaten nicht betroffen zu sein. „Diese Art der Kommunikation, immer nur zu sagen, was gesagt werden muss, hat eine große Vertrauenskrise zwischen Anlegern und der gesamten Branche ausgelöst“, so ein Händler.

          Und so wurden gleich fast alle Banken auf die Verkaufsliste gesetzt. Hypo Real Estate gaben um 35,1 Prozent auf 21,64 Euro nach, Commerzbank verloren 8,3 Prozent auf 23,17 Euro und Deutsche Postbank 4,5 Prozent auf glatt 62 Euro. Im MDax gaben Aareal Bank um 9,4 Prozent auf 25,20 Euro nach und IKB fielen um weitere 10,9 Prozent auf 5,31 Euro.

          Im SDax verloren Interhyp 6,4 Prozent auf 46,50 Euro. Ansonsten standen einmal mehr die Zykliker auf der Verkaufsliste der Investoren. So gaben Tui um 6,1 Prozent auf 15,67 Euro nach, MAN verloren 3,8 Prozent auf 92,32 Euro und aus dem MDax fielen Gildemeister um 12,9 Prozent auf 13,08 Euro zurück, Kuka gaben um 7 Prozent auf 20,62 Euro nach.

          Allein die Versorger, die zuletzt in einen fallenden Markt hinein gekauft wurden, stellten am Dienstag einmal mehr die Gewinner im Dax. So legten RWE um 0,4 Prozent auf 94,67 Euro zu und Eon gewannen 0,5 Prozent auf 145,76 Euro.

          In der zweiten Reihe sprachen Händler von „durchwachsenen“ Zahlen bei Südzucker. Der Konzernüberschuss enttäuschte, das operative Ergebnis sei dagegen besser ausgefallen als erwartet. Den Umsatzausblick habe Südzucker nach oben genommen, eine Ergebnisprognose fehle dagegen. Südzucker verloren 4,1 Prozent auf 13,51 Euro.

          Auch der TecDax wurde von der Entwicklung nicht verschont und gab um knapp 4 Prozent auf 847 Punkte nach. In den Werten der 2. und 3. Reihe berichteten Händler von sogenannten Basket-Verkäufen, die auf eine geringe Ausnahmebereitschaft trafen. So gaben im TecDax QSC um 13,6 Prozent auf 2,23 Euro nach, AT+S verloren 10,3 Prozent auf 12,44 Euro und Kontron trotz positiver Nachrichten 8,6 Prozent auf 10,74 Euro.

          Deutsche Anleihen: Weitere Kursgewinne zur Eröffnung

          Der deutsche Anleihenmarkt ist am Mittwoch mit weiteren Kursgewinnen in den Handel gestartet. Der für den Anleihenmarkt richtungweisende Euro-Bund-Future legte am Morgen um 0,20 Prozent auf 116,04 Punkte zu. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe betrug 3,992 Prozent.

          Experten rechnen auch am Mittwoch mit einer freundlichen Tendenz am Rentenmarkt. Unterstützung sollten die Festverzinslichen dabei insbesondere von voraussichtlich weiter schwachen Aktienmärkten erhalten, hieß es seitens der HSH Nordbank.

          Datenseitig stünden vor allem die amerikanischen Verbraucherpreise für Dezember und der am Abend anstehende Konjunkturbericht der amerikanischen Notenbank (Beige Book) im Fokus. Den Bund-Future sieht die HSH Nordbank in einer Spanne von 115,50 bis 116,50 Punkten. Auch nach Ansicht der Volkswirte von HSBC Trinkaus zeichnen sich am Anleihenmarkt weitere Kursgewinne ab. Der nächste Widerstand des Bund-Future bei 116,89 Punkten dürfte jedoch nicht erreicht werden.

          Die Bund-Futures sind am Dienstag fester aus dem Handel gegangen. Die Renten-Futures profitierten von der Angst vor einer Rezession in den Vereinigten Staaten. Bei den amerikanischen Einzelhandelsumsätzen war es im Dezember zu einer Gegenbewegung auf die überraschend starken Zahlen von November gekommen. Mit einem Rückgang um 0,4 Prozent im Vormonatsvergleich lag das Ergebnis unter den Schätzungen von minus 0,1 Prozent.

          Der hohe Ölpreis und die Krise am Immobilienmarkt dämpften offenbar auch den Konsum, sagten Beobachter. Der März-Kontrakt des Bund-Futures überwand die Widerstände bei 115,89 Prozent und 115,92 Prozent und stieg um 45 Basispunkte auf 115,93 Prozent. Das Tageshoch lag bei 116,02 Prozent und das -tief bei 115,53 Prozent. Unterstützungen seien bei 115,31 Prozent und 115,19 Prozent auszumachen, hieß es bei der WestLB. Umgesetzt wurden 1.236.965 Kontrakte. Der BOBL-Future stieg um 27 Basispunkte auf 109,81 Prozent.

          Dollar in Fernost unter Druck

          Sorgen vor einer Rezession in den Vereinigten Staaten haben den Dollar am Mittwoch in Fernost unter Druck gebracht. Der Euro legte auf 1,4840 Dollar nach 1,4807 Dollar am Vorabend in New York zu. Zum Yen lag die europäische Gemeinschaftswährung wenig verändert bei 158,30 Yen. Der Dollar fiel mit 106,59 Yen zur japanischen Währung zeitweise auf den tiefsten Stand seit über zwei Jahren.

          Positiv wirkten zeitweise Marktgerüchte, die amerikanische Notenbank könnte auf einer Krisensitzung kurzfristig die Zinsen senken. Die Notenbank wollte sich nicht dazu äußern. Der Schweizer Franken notierte bei rund 1,0890 Franken je Dollar und etwa 1,6157 Franken je Euro.

          Aktien fallen in Hongkong auf breiter Front

          Zu einem Ausverkauf auf breiter Front kommt es am Mittwoch an der Börse in Hongkong nach den sehr schwachen amerikanischen Vorgaben vom Vortag. Der Hang Seng-Index verliert zum Mittag (Ortszeit) bei als stark beschriebenem Umsatz 4 Prozent oder 1.022 Punkte auf 24.816. Der weiter eingetrübte Konjunkturausblick nach enttäuschenden amerikanischen Konjunkturdaten vom Vortag sorge wie auch an den Nachbarbörsen der Region für Verkaufsdruck, berichten Händler. „Es ist eine Art Panikstimmung, aber der Verkaufsdruck dürfte in Kürze abebben, da der Markt überverkauft ist“, so ein Teilnehmer. Der Index habe seit Ende Oktober mehr als 6.500 Punkte eingebüßt und als nächster Halt gelte der 250-Tage-Durschschnitt bei 23.406 Punkten. Händler sprachen sogar schon von einem Bärenmarkt.

          Angst vor Rezession drückt Nikkei-Index auf 26-Monats-Tief

          Furcht vor einer Rezession in den Vereinigten Staaten hat die asiatischen Aktienmärkte am Mittwoch auf neue Tiefstände gedrückt. Damit folgten sie den negativen Vorgaben aus New York, wo die Leitindizes um mehr als zwei Prozent eingebrochen waren. Zudem machten Händler den Anstieg des Yen zum Dollar für den Kursverfall verantwortlich, der die Exporte der Unternehmen verteuert und so die Konzerngewinne schmälert.

          An der Tokioter Börse schloss der Nikkei-Index der 225 führenden Werte 3,4 Prozent tiefer bei 13.504 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index brach 3,5 Prozent auf 1302 Zähler ein.

          “Einige Fonds werfen trotz guter Fundamentaldaten ihre Aktien auf den Markt, um ihre Positionen aufzulösen“, begründete Tomokatsu Mori, Cheffondsmanager bei Fukoko Capital Management, die herben Kursabschläge. Auch die Börsen in Südkorea, Hongkong, Taiwan, Singapur, Australien und Shanghai verzeichneten massive Kursverluste.

          Vor allem Finanzwerte gehörten nach den schwachen Zahlen der größten amerikanischen Bank Citigroup zu den Verlierern. So verbilligten sich die Aktien der zweitgrößten japanischen Bank Mizuho Financial um knapp neun Prozent. Zudem litten Exportwerte unter einem Anstieg des Yen, der zum Dollar zeitweise auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren kletterte.

          Die Papiere des Autobauers Toyota verloren vier Prozent, die des Elektronikkonzerns Sony 6,7 Prozent.

          Rezessionsängste drücken Ölpreis

          Der amerikanische Ölpreis hat am Mittwoch nach deutlichen Kursverlusten am Vortag weiter nachgegeben. Die Anfang des Jahres kurzzeitig übersprungene Marke von 100 Dollar gerät damit weiter aus dem Blickfeld. Bereits am Dienstag hatte der amerikanischen Ölpreis über zwei Dollar nachgegeben, nachdem der saudische Öl-Minister Ali al-Naimi die Bereitschaft seines Landes zur Ausweitung der Ölförderung signalisiert hatte.

          Die Angst vor einer Rezession hat den Ölpreis am Dienstag in New York deutlich nachgeben lassen. An der Rohstoffbörse Nymex fiel der nächstfällige Februar-Kontrakt auf Rohöl der Sorte Light, Sweet Crude um 2,4 Prozent oder 2,30 Dollar auf einen Settlementpreis von 91,90 Dollar.

          Im Verlauf sank der Kontrakt bis auf 90,98 Dollar. Schwache Konjunkturdaten hatten Befürchtungen verstärkt, dass die Wirtschaftsleistung der Vereinigten Staaten schrumpfen und die Nachfrage nach Öl in der Folge zurückgehen könnte, sagten Marktteilnehmer. In der letzten Handelsstunde verringerte der Ölpreis seine Verluste, nachdem aus Nigeria Nachrichten über neue gewalttätige Übergriffe der Rebellen im Nigerdelta gekommen waren.

          Das amerikanische Handelsministerium hatte am Berichtstag gemeldet, dass die Einzelhandelsumsätze im Dezember um 0,4 Prozent gesunken waren. Volkswirte hatten mit einem Rückgang um nur 0,1 Prozent gerechnet. Offenbar schlügen sich die Krise des amerikanischen Immobilienmarkts und die hohen Ölpreise nun auch im Konsumverhalten der Bürger nieder, kommentierten Beobachter die Daten.

          Selbst wenn die amerikanische Notenbank, wie weithin erwartet, die Leitzinsen senke und der Dollar abwertete, würde das dem Ölpreis nur wenig helfen. Kurzfristig werde sich der Markt aber an den Daten zu den Öllagerbeständen der amerikanischen Regierung orientieren, die am Mittwoch veröffentlicht werden.

          Etwas Unterstützung erhielt der Ölpreis am Berichtstag von der Meldung, dass bei einer Explosion in der Ölregion Nigerias ein leitender Mitarbeiter der Ölindustrie getötet worden sei. Die Rebellen des Movement for the Emancipation of the Niger Delta bezichtigte sich der Tat.

          Nachbörsliche Meldungen aus Amerika - Intel-Aktien brechen ein

          Die amerikanischen Handelsplätze zeigten sich am Dienstag nachbörslich schwach. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator fiel 2,11 Prozent auf 1854,05 Zähler.

          Der Aktienkurs der Intel Corp ist am Dienstag im nachbörslichen Handel eingebrochen, nachdem das Unternehmen mit seinem Quartalsergebnis die Erwartungen des Marktes verfehlt hatte. Intel meldete nach Börsenschluss für das vierte Quartal ein Ergebnis je Aktie von 0,38 (Vorjahr: 0,26) Dollar. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um über 10 Prozent auf 10,7 Milliarden Dollar. Analysten hatten den Umsatz auf 10,84 Milliarden Dollar und das Ergebnis je Aktie auf 0,40 Dollar geschätzt. Für das erste Quartal stellte Intel einen Umsatz von 9,4 Milliarden bis 10 Milliarden Dollar und eine Bruttomarge von etwa 56 Prozent - plus/minus einige Punkte - in Aussicht. Außerdem rechnet das Unternehmen mit einer Sonderbelastung von 100 Millionen Dollar. Analysten erwarteten bislang einen Erstquartalsumsatz von 9,97 Milliarden Dollar. Intel büßten bis 19.59 Uhr Ortszeit 13,9 Prozent auf 19,45 Dollar ein. Apple bauten ihre Verluste aus dem regulären Handel bis 19.59 Uhr um weitere 3,6 Prozent aus auf 162,99 Dollar. Händler führten dies auf mögliche Enttäuschung vieler Anleger über die neu vorgestellten Produkte auf der „Macworld Conference“ des Unternehmens zurück.

          Wall Street schließt sehr schwach - Citigroup belastet

          Der enttäuschende Quartalsbericht der Citigroup und die Angst vor einer Rezession haben die Aktienkurse an Wall Street am Dienstag deutlich nachgeben lassen.

          Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) fiel um 2,2 Prozent oder 277 Punkte auf 12.501. Der S&P-500 verlor 2,5 Prozent oder 35 Punkte auf 1.381. Der Nasdaq Composite gab um 2,4 Prozent oder 61 Punkte auf 2.418 nach. Umgesetzt wurden 1,81 (Montag: 1,41) Milliarden Aktien. Dabei wurden 810 Kursgewinner und 2.361 -verlierer gesehen. Unverändert schlossen 97 Titel.

          Unter den am Berichtstag veröffentlichten Konjunkturdaten enttäuschten besonders die Einzelhandelsumsätze. Diese waren im Dezember überraschend um 0,4 Prozent zurückgegangen, während Volkswirte mit einem Minus von nur 0,1 Prozent gerechnet hatten. Die Immobilienkrise und der hohe Ölpreis dämpften nun offenbar die Kauflust der amerikanischen Bürger, kommentierten Beobachter die Daten. Der private Konsum gilt als wichtige Stütze der amerikanischen Wirtschaft. Die Einzelhandelsdaten bestärkten viele Marktteilnehmer in ihrer Vermutung, dass die amerikanischen Wirtschaft in eine Rezession gerät.

          Unter den einzelnen Marktsegmenten verzeichnete der Bankensektor überdurchschnittlich hohe Kursverluste. Die Citigroup hatte vorbörslich ihren Bericht zum vierten Quartal veröffentlicht. Wegen der Hypothekenkrise hatte die Bank das Quartal mit einem Verlust von 9,83 Milliarden Dollar abgeschlossen. Außerdem sah sich die Citigroup gezwungen, Rückstellungen für etwaige Ausfälle von Kreditkartenschulden und Konsumentenkrediten zu bilden.

          Die zunehmenden Zahlungsausfälle blieben nicht auf den Hypothekenmarkt beschränkt, sondern erfassten auch andere Bereiche des Kreditwesens, merkte ein Beobachter an. Die Aktie der Citigroup fiel um 7,3 Prozent auf 26,94 Dollar. Ebenfalls im Bankensektor gaben Merrill Lynch um 5,3 Prozent auf 53,01 Dollar nach. Ebenso wie die Citigroup erhält auch Merrill eine Kapitalspritze von ausländischen Investoren.

          Die Aktien des Finanzdienstleisters State Street büßten 5,9 Prozent auf 79,82 Dollar ein. Das Unternehmen hat wegen der Hypothekenkrise Rückstellungen gebildet und deshalb für das vierte Quartal einen um 28 Prozent niedrigeren Gewinn ausgewiesen.

          Die Aktien des Telekommunikationsanbieters AT&T verloren 2,3 Prozent auf 37,63 Dollar. Das Unternehmen hatte berichtet, dass viele seiner Kunden Zahlungsschwierigkeiten hätten.

          Die Titel des Flugzeugherstellers Boeing fielen um 3,7 Prozent auf 77,86 Dollar. Die Markteinführung des 787 Dreamliner wird sich voraussichtlich abermals verschieben. Aktien von Fluggesellschaften stemmten sich gegen den Trend, nachdem der Ölpreis deutlich nachgegeben hatte. Delta Airlines stiegen um 4,4 Prozent auf 15,98 Dollar. Northwest Airlines legten um 8,6 Prozent auf 17,38 Dollar zu und UAL um 5,0 Prozent auf 34,57 Dollar. Das „Wall Street Journal“ hatte berichtet, Delta umwerbe sowohl UAL als auch Northwest als potenzielle Fusionspartner.

          Rezessionsangst stützt amerikanische Anleihen

          Schwache Konjunkturdaten und die Angst vor einer Rezession haben am Dienstag den amerikanischen Anleihen zu Kursgewinnen verholfen. Im späten Handel stiegen zehnjährige Titel mit einem Kupon von 4,250 Prozent um 21/32 auf 104-17/32 und rentierten mit 3,69 Prozent.

          Der mit 5,000 Prozent verzinste Longbond stieg um 1-10/32 auf 111-28/32. Seine Rendite fiel auf 4,28 Prozent. Vor allem der überraschend deutliche Rückgang der Einzelhandelsumsätze um 0,4 Prozent im Dezember trieb die Anleger in den sicheren Hafen der Staatsanleihen.

          Die Krise am Immobilienmarkt dämpfe offenbar auch die Kauflust der amerikanischen Verbraucher, sagten Beobachter. Der private Konsum gilt als wichtige Stütze der amerikanischen Wirtschaft. Die Angst, dass die Immobilien- und Hypothekenkrise gravierender Folgen haben könnte als erwartet, erhielt neue Nahrung mit dem Quartalsbericht der amerikanischen Bank Citigroup. Die Bank hat das vierte Quartal mit einem Verlust von 9,83 Milliarden Dollar abgeschlossen.

          An Konjunkturdaten wurden neben den Einzelhandelsumsätzen noch die Erzeugerpreise, der Empire State Index und die Lagerbestände veröffentlicht. Die Erzeugerpreise waren im Dezember absolut zwar um 0,1 Prozent gesunken, in der viel beachteten Kernrate (ohne Nahrung und Energie) aber um 0,2 Prozent gestiegen. Volkswirte hatten geschätzt, dass die Kernrate der Erzeugerpreise um nur 0,1 Prozent steigen würde.

          Die eher moderaten Inflationsdaten änderten nichts an der Überzeugung des Marktes, dass die amerikanischen Notenbank (Federal Reserve) den Leitzins senken werde, um eine Rezession der amerikanischen Wirtschaft zu verhindern, sagten Beobachter. Die nächste Notenbanksitzung ist für Ende Januar anberaumt. Es sei aber möglich, dass die Fed schon vorher eine Zinssenkung vornehme, hieß es.

          Der Empire State Index der Federal Reserve of New York sank im Januar auf einen Stand von plus 9,03; prognostiziert war ein Stand von plus 8,25. Der Subindex für die künftigen Geschäftsbedingungen fiel jedoch auf 19,4 und damit auf den niedrigsten Stand seit September 2001. Die Lagerbestände stiegen im November um 0,4 Prozent; die Konsensschätzung war von plus 0,5 Prozent ausgegangen.

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