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Frühaufsteher : Der Dax kämpft mit der Marke von 7500 Punkten

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Ein Zeitungsbericht über belastende Folgen des schwachen Dollar für Heidelberger Druck drückt die Aktie um 3 Prozent nach unten. Hugo Boss (-7,6 Prozent) und IKB Bank (-10 Prozent) kommen ebenfalls kräftig unter die Räder. Händler sprechen von „starker Verkaufsbereitschaft“. Im TecDax verzeichnen die Solarwerte hohe Kursabgaben, angeführt von Conergy, die um 9,2 Prozent einbrechen.

Ein schlechter Tag für den Deutschen Aktienmarkt war der Dienstag. Die Nachrichtenlage war schon am Vormittag nicht gut und wurde dann im Tagesverlauf richtig schlecht. Dabei gab es aus vor allem der Ecke, auf die die Finanzgemeinde besonders sensibel reagiert, negative Nachrichten: Abschreibungen bei den Banken auf Grund der Krise an den Kreditmärkten und schwächelnder Konsum der amerikanischen Bürger.

Der Dax schloss am Ende des Tages mit einem Minus von 2,1 Prozent oder 166 Punkten bei 7.566. Im Handelsverlauf hatte der Index bei 7.564 Punkten ein neues Jahrestief markiert.

Am Vormittag hatte zunächst der ZEW-Index enttäuscht. Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren für Deutschland haben sich im Januar weiter eingetrübt, der Index der Konjunkturerwartungen fiel auf minus 41,6 nach einem Minus von 37,2 im Vormonat. Damit ist der Index seit acht Monaten in der Abwärtsbewegung. Zugleich verharrte er auf dem niedrigsten Stand seit Januar 1993 und liegt deutlich unter seinem langfristigen Mittelwert von nunmehr 31,0 Punkten.

Am Nachmittag enttäuschten zudem die Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten. Nach Einschätzung von Antje Hansen, Volkswirtin bei HSBC Trinkaus, machen die schwachen Einzelhandelsumsätze deutlich, dass die Ausgabenfreudigkeit sinkt. Diese fielen per Dezember um 0,4 Prozent und damit deutlich stärker als erwartet. Zudem wurden auch die Vormonatszahlen nach unten revidiert. Damit werde deutlich, dass das amerikanischen Wirtschaftswachstum nicht mehr so stark durch den Konsum getragen werde.

Schwarzer Tag für die Banken

Für die Banken war es einmal mehr ein rabenschwarzer Tag. Zum einen konnten die seit langem erwarteten Zahlen der Citigroup nicht überzeugen. Die Abschreibungen fielen zwar nicht so hoch aus, auch eine Dividendenkürzung wurde bereits am Markt erwartet. Aber vor allem die Abschreibungen in Höhe von 4,1 Milliarden Dollar auf Verbraucherkredite belasteten nach Einschätzung aus dem Handel. Dies mache zudem deutlich, dass die Krise am Hypothekenmarkt nun in der Realwirtschaft angekommen ist.

Zum anderen enttäuschte Hypo Real Estate (HRE) auf breiter Front. Belastet von den Folgen der amerikanischen Immobilienkrise wird der Immobilienfinanzierer die angepeilte Eigenkapitalrendite von 12 Prozent im Geschäftsjahr 2007 nicht erreichen. Und dies, obwohl die Bank bislang immer erklärt hatte, von Subprime-Hypothekenkrise in den Vereinigten Staaten nicht betroffen zu sein. „Diese Art der Kommunikation, immer nur zu sagen, was gesagt werden muss, hat eine große Vertrauenskrise zwischen Anlegern und der gesamten Branche ausgelöst“, so ein Händler.

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