https://www.faz.net/-gv6-6okdo

Frühaufsteher : Dax verbucht leichte Kursverluste

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstagmorgen etwas schwächer tendiert. Gewinnmitnahmen drückten etwas auf Aktienindizes, sagten Händler. Im Fokus stünden Nachrichten aus der Finanzbranche.

          8 Min.

          Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstagmorgen etwas schwächer tendiert. Gewinnmitnahmen drückten etwas auf Aktienindizes, sagten Händler. Im Fokus stünden unterdessen Nachrichten aus der Finanzbranche, während die gemischten Vorgaben der Börsen aus Übersee keinen klaren Impuls geben. Aus den Vereinigten Staaten kommt am Nachmittag die Handelsbilanz für Juni als mögliches Einfluss auf die Aktienkurse.

          Der Dax verlor 0,6 Prozent auf 6.570 Zähler, der EuroSTOXX 50 verlor 0,71 Prozent auf 3.421,06 Punkte. Der STOXX 50 gab 0,63 Prozent auf 2.944,13 Zähler ab. Der CAC-40-Index fiel um 0,74 Prozent auf 4.503,52 Zähler. In London sackte der FTSE 100 0,74 Prozent auf 5.501,00 Punkte ab.

          Vor allem Unternehmen aus der Finanzbranche stehen mit ihren Quartalszahlen im Fokus. Allen voran die UBS. Die Papiere der Schweizer Großbank drehten nach einem schwachen Start ins Plus und notierten zuletzt mit plus 2,42 Prozent bei 23,74 Schweizer Franken. Die Wende begründen Marktbeobachter mit den strategischen Maßnahmen, die endlich eingeleitet wurden. Dies weise den Weg für eine Abspaltung der Investmentbank über mittlere bis lange Frist, auch wenn dies von der UBS heute noch dementiert werde. Analysten halten dieses Zukunftsszenario für unwahrscheinlich und zeigten vor allem enttäuscht vom Ergebnis. Die UBS hat zwischen im zweiten Quartal mit 358 Millionen Schweizer Franken einen etwas höheren Verlust erlitten als von Experten erwartet. Fortis gewannen laut Börsianern nach einer Hochstufung 2,09 Prozent auf 9,79 Euro und zählten damit zu den Favoriten im Auswahlindex der Eurozone. Außerdem veröffentlicht der Finanznachrichtenkonzern Thomson Reuters seine Zahlen zum zweiten Quartal.

          Nach Zahlen vom Vorabend legten Bouygues 0,85 Prozent auf 46,33 Euro zu. Die Franzosen setzten im ersten Halbjahr mehr um als von Experten erwartet. Die Erlöse sind um 15 Prozent zum entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 15,310 Milliarden Euro geklettert. Analysten hatten hingegen nur mit 15,102 Milliarden Euro gerechnet

          Mit dem Zeitarbeitsunternehmen Adecco und dem Sanitärtechnik-Unternehmen Geberit legen weitere Unternehmen aus der Schweiz ihre Zahlen vor. Titel von Adecco legten um 0,38 Prozent auf 52,20 Schweizer Franken zu. Adecco hat mit einem Reingewinn von 212 Millionen Euro die Erwartungend der Experten übertroffen und seine operativen Ziele für 2009 bestätigt. Geberit zeigten sich mit plus 2,59 Prozent auf 154,50 Franken noch stärker. Geberit hat ebenfalls einen höheren Reingewinn erzielt, als von Analysten erwartet und hält an seinen mittelfristigen Zielen fest. Der Schweizer Index zeigte sich etwas schwächer.

          Aus Italien kommen die Zahlen des Zementherstellers Buzzi Unicem zum zweiten Quartal. Die Aktien gewannen 0,30 Prozent auf 14,89 Euro. Aktien der spanischen Fluggesellschaft Iberia verloren vor den monatlichen Verkehrszahlen 1,36 Prozent auf 2,18 Euro.

          Deutsche Anleihen: Kursgewinne zum Handelsauftakt

          Am deutschen Anleihenmarkt sind die Kurse der Festverzinslichen am Dienstag mit Gewinnen in den Handel gestartet. Der für den Anleihemarkt richtungsweisende Euro-Bund-Future kletterte am Morgen um 0,09 Prozent auf 113,56 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 4,271 Prozent. Für den Vormittagshandel rechnen Experten vorerst nicht mit größeren Kursbewegungen am Rentenmarkt. Bis zum Nachmittag stehen keine marktbewegenden Konjunkturdaten auf dem Programm. Daher sei „von fundamentaler Seite keine Unterstützung zu erwarten“, schreiben die Experten der Landesbank Hessen-Thüringen in ihrem Morgenkommentar. Erst im Nachmittagshandel könnten dann wichtige Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten wieder Bewegung in den Handel bringen. Auf der Agenda steht die amerikanische Handelsbilanz für Juni. Wegen der Rekordjagd beim Ölpreis rechnen die Experten der Helaba mit einem Rekorddefizit von mehr als 60 Milliarden Dollar. Im weiteren Handelsverlauf erwarten sie den Bund-Future in einer Handelsspanne zwischen 113,02 und 113,80 Punkten.

          Euro fällt auf 5-Monats-Tief knapp über 1,48 Dollar

          Beim Übergang vom asiatisch in den europäisch geprägten Handel am Dienstag gibt der Euro weiter nach und fällt auf knapp über 1,48 Dollar zurück. Im Tief ist er auf 1,4818 Dollar zurückgefallen, den tiefsten Stand seit dem 26. Februar. Händler verweisen zur Begründung auf den erneut gesunkenen Ölpreis und die feste Tendenz an der Wall Street zum Wochenauftakt. Letzteres habe für Kapitalzuflüsse in den Dollarraum aus anderen Währungsräumen gesorgt. Angesichts des sich weiter eintrübenden Konjunkturumfelds in Euroland bauten zudem viele Anleger ihre „Short-Positionen“ in der Gemeinschaftswährung aus, heißt es von Devisenstrategin Meg Browne von Brown Brothers Harriman in New York. „Aus technischer Sicht könnte die Gemeinschaftswährung in den kommenden Tagen die Marke von 1,46 Dollar anlaufen. An dieser Marke könnte es zu einer Überreaktion kommen und der Euro sogar bis auf 1,45 Dollar abrutschen“, mutmaßt ein Händler. Die Feinunze Gold notiert am Dienstagmorgen um 804,10 Dollar. Beim Londoner Nachmittagsfixing am Montag wurde sie noch mit Nachmittagsfixing 852,50 Dollar gestellt worden.

          Japanische Börse geht am Dienstag leichter aus dem Handel

          Die Börsen in Fernost haben am Dienstag überwiegend im Minus. In Tokio belasteten Sorgen um eine Abkühlung der japanischen und chinesischen Wirtschaft sowie ein starker Preisanstieg im Großhandel die Märkte. Zu den Verlieren gehörten Stahlhersteller und Minenbetreiber. Positiv nahmen Händler dagegen den Anstieg des Dollarkurses und den Rückgang des Ölpreises auf. Davon profitierten vor allem stark exportabhängige Unternehmen aus der Elektronik- und Automobilbranche. Auch Bankwerte legten zu. In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index knapp ein Prozent auf 13.303 Punkte nach. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 0,7 Prozent auf 1271 Punkte. „Es gibt große Sorgen über die Wirtschaft, nicht nur in China, sondern auch in anderen Wachstumsmärkten“, sagte Händler Yoshinori Nagano von Daiwa Asset Management. „Ich bin nicht sicher, ob die Menschen Angst vor der Zeit nach den Olympischen Spielen haben, aber Investoren machen sich zweifellos Sorgen wegen der fallenden Aktienkurse.“ Bestärkt wurden diese Bedenken durch einen Anstieg der japanischen Großhandelspreise. Sie legten im Juli im Vergleich zum Vormonat um 7,1 Prozent zu, dem stärksten Anstieg seit 1981. Das erzeugte bei manchen Händler Rezessionsängste. „Der aktuelle Preisanstieg ist nicht auf eine hohe Nachfrage zurückzuführen und wird die Aktivitäten von Unternehmen und Konsumenten belasten. Das ist schlecht für Japans Wirtschaft“, sagte Analyst Takeshi Minami vom Norinchukin Research Institute. Zu den Verlierern auf dem Parkett gehörten die Papiere des Stahlkonzerns Nippon Steel, die 4,6 Prozent nachgaben. Auch die Aktien von Sumitomo Metal Mining verbilligten sich um 3,1 Prozent. Zu den Gewinnern zählten die Papiere von Honda, die um 2,7 Prozent zulegten. Japan Logistics gewannen 3,2 Prozent. Die Aktien profitierten vor allem von einem Rückgang des Ölpreises. Dieser lag mit 113 Dollar für ein Fass der US-Sorte WTI über zwanzig Prozent tiefer Lag als noch im Juli. Vom erneut etwas stärkeren Dollar, der gegenüber der japanischer Währung mit 110,12 Yen gehandelt wurde, profitierten exportabhängige Unternehmen wie der Elektronik- und Kamerahersteller Canon, dessen Papiere um 0,7 Prozent zulegten. Der Kurs des Sportartikelausrüster Goldwin, der unter anderem Produkte der Marke Speedo vertreibt, schoss dank der Olypischen Spiele sogar um 21 Prozent nach oben. Auch Finanzwerte wie Mitsubishi UFJ Financial legten zu. Die Aktien von Japans größter Bank stiegen um 0,2 Prozent, die Nummer zwei Mizuho Financial Group gewann 1,4 Prozent.

          Aktien in Hongkong tendieren am Mittag fest

          Shorteindeckungen lassen den Aktienmarkt in Hongkong am Dienstagmittag (Ortszeit) fest tendieren. Zum Ende der ersten Sitzungshälfte steigt der Hang-Seng-Index (HSI) um 1,7 Prozent auf 22.236 Punkte. Während des Vormittags erreichte der Index bei 21.798 Punkten sein Tagestief. Die Umsätze seien mit 39,14 Milliarden Hongkong-Dollar deutlich höher als am Montag, sagen Händler. Bemerkenswert sei überdies, dass der HSI im Plus notiere, obwohl Index-Schwergewicht China Mobile um 2,4 Prozent auf 96,65 Hongkong-Dollar nachgibt. Foxconn verteuern sich um 15,6 Prozent auf 8,97 Hongkong-Dollar, notieren aber immer noch knapp 50 Prozent unter dem Kursniveau, das die Aktie zu Jahresbeginn aufwies. Chalco steigen um 6,1 Prozent auf 6,77 Hongkong-Dollar und Shenhua um 7,7 Prozent auf 25,80 Hongkong-Dollar.

          Aktien in Singapur zeigen sich am Mittag etwas fester

          Etwas fester tendieren die Aktienkurse am Dienstagmittag (Ortszeit) in Singapur. Händler berichten von einem unentschlossenen Handel. Einerseits seien die Anleger erleichtert darüber, dass der Ölpreis abermals gesunken sei, andererseits fürchteten sie, dass die Gewinne der Unternehmen langsamer wüchsen. Während des Vormittags schwankte der Straits-Times-Index (STI) zwischen positivem und negativem Terrain hin und her. Zum Ende der ersten Sitzungshälfte notiert der Index bei 2.839 Punkten und damit um 0,5 Prozent höher als zum Handelsschluss am Montag. Das Tageshoch lag bei 2.841, das -tief bei 2.811 Punkten. Unter den Blue Chips bremsen SingTel den Markt. Die Titel geben um 3,1 Prozent auf 3,47 Singapur-Dollar nach. Die Telefongesellschaft hat eine Gewinnwarnung ausgegeben.

          Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street

          An der amerikanischen Nachbörse ging der Index Nasdaq-100 After Hours Indicator am Montag leicht um 0,107Prozent auf 1.939,9 Punkte zurück.

          Die Aktien der Investmentbank Morgan Stanley haben am Montag im nachbörslichen Handel nachgegeben, nachdem die Ratingagentur Moody´s das Langfristrating der Bank zurückgestuft hatte. Der Morgan-Stanley-Kurs sank um 1,4 Prozent auf 44,75 Dollar. Der Aktienkurs von Napster brach um 10 Prozent auf 1,35 Dollar ein. Das Unternehmen hatte im ersten Geschäftsquartal einen Umsatzrückgang verzeichnet und war dadurch noch tiefer in die Verlustzone geraten. Napster hofft indessen auf wieder steigende Umsätze in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahrs 2008/09 mit Hilfe von Napster Mobile.

          Wall Street schließt etwas fester

          Ganz im Zeichen von Dollar und Ölpreis standen die amerikanische Aktienmärkte am Montag. Mit dem im Tagesverlauf unter 113 Dollar gefallenen Preis für ein Barrel der Sorte Light Sweet Crude legten Aktienkurse deutlich zu. Im späteren Handel gaben sie einen Teil der Gewinne wieder ab, nachdem der Ölpreis sich etwas erholt hatte.

          Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) verbesserte sich um 0,4 Prozent oder 48 Punkte auf 11.782. Der S&P-Index gewann 0,7 Prozent oder 9 Zähler auf 1.305. Der Nasdaq-Composite legte um 1,1 Prozent oder 26 Punkte auf 2.440 zu. Umgesetzt wurden dabei 0,75 (Freitag: 1,55) Milliarden Aktien. Den 2.002 Gewinnern standen 1.095 Verlierer gegenüber, unverändert schlossen 76 Titel.

          Als hilfreich erwies sich der steigende Dollar, der auf die Rohstoffpreise drückte. Ein Stratege sagte, dass der Markt am Freitag in eine neue Phase mit einer veränderten Psychologie getreten sei. Der amerikanische Markt werde wegen der erfolgten aggressiven Reaktion der Notenbank auf die Krise zuversichtlicher gesehen als andere Märkte. Im Fall einer Erholung könnten die amerikanische Börsen an die Spitze treten. Von Konjunkturseite standen keine Daten auf der Agenda.

          Finanzwerte zeigten sich erholt, während Energie- und Rohstoffwerte deutlich abgaben. Alcoa verloren 1,7 Prozent auf 31,23 Dollar, Exxon 0,7 Prozent auf 78,16 Dollar. J.P. Morgan gewannen 2 Prozent auf 41,89 Dollar, und Bank of America 3,5 Prozent auf 33,38 Dollar. Konsumwerte profitierten von der Hoffnung auf eine durch das billigere Öl angeheizte Kaufkraft. Wal-Mart stiegen um 1,2 Prozent auf 58,56 Dollar, Home Depot um 4,3 Prozent auf 27,51 Dollar, und General Motors um 7,3 Prozent auf 10,76 Dollar.

          Zu den Gewinnerbranchen gehörten auch Telekomwerte. Verizon hat mit zwei Gewerkschaften, die 65.000 Arbeiter vertreten, eine Einigung über Gehälter und Leistungen für die Krankenversicherung erreicht. Da damit ein Streik verhindert wird, stieg die Aktie um 2,1 Prozent auf 35,30 Dollar. AT&T legten um 2,8 Prozent auf 31,84 Dollar zu.

          Amerikanische Anleihen im späten New Yorker Handel leichter

          Fallende Rohstoffpreise haben am Montag die Notierungen der amerikanische Anleihen unter Druck gebracht. Bis 22.00 Uhr verloren zehnjährige Titel mit einem Kupon von 4,00 Prozent um 16/32 auf 100 1/32und rentierten mit 3,995 Prozent. Die mit 4,50 Prozent verzinste 30-jährige Staatsanleihe fiel um 1-3/32 auf 98-8/32 zu und rentierte mit 4,607 Prozent, nach 4,538 Prozent am Freitag. Der im Tagesverlauf deutlich nachgebende Ölpreis habe die Erwartung steigender Konsumausgaben geweckt, hieß es. Die aktuell fallenden Preise für Öl, Energie und Nahrungsmittel wirkten wie eine große Steuersenkung, sagte ein Händler. Damit werde die Konjunktur auf längere Sicht stimuliert. Im Tagesverlauf war der Ölpreis an der Nymex bis 112,72 Dollar gefallen. Die Aktienbörsen quittierten dies mit deutlichen Gewinnen. Angesichts fehlender Konjunkturdaten am Berichtstag habe dies dem Anleihemarkt die Richtung gewiesen, sagten Teilnehmer.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Klimaaktivisten von Fridays for Future auf einer Demonstration im September in Frankfurt

          Hanks Welt : Mehr Diktatur wagen

          Sollen wir unsere ordnungspolitischen Prinzipien über Bord werfen und den Klimawandel so autoritär bekämpfen wie die Pandemie?
          Eine gesetzlich eingeführten Raucherplakette in Hessen?

          Gegen das Rauchen : Drogenbeauftragte will Tabak teurer machen

          Daniela Ludwig betont, dass sich ihre Initiative nicht gegen Raucher richte, sondern gegen das Rauchen. Es sei richtig, auch E-Zigaretten zu besteuern, sagt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.